Vom vorläufigen Ende

Lange war hier still.

 

Ich habe mir sehr lange überlegt, wie es mit dem Frau-Hilde-Blögle weitergehen soll.

Eigentlich hatte ich mich angemeldet, um ein wenig Spaß zu haben, ein bisschen meine Arbeit als Lehrerin zu reflektieren – und das Ganze einfach nur halb so ernst zu nehmen. Und dabei half „die Frau Hilde“, eine Art alter ego oder wie immer man das nennen möchte. Die Frau Hilde redet in der dritten Person von sich und ihr passieren ständig Schusseldinge. Ein großer Teil dieser Figur steckt auch in mir, der „Frau hinter der Frau Hilde“. Ich schreibe unheimlich gerne. Man könnte auch sagen, ich bin schriftlich sehr geschwätzig.😉 Außerdem bin ich in der Tat ein fürchterbarer Schussel.

Ich rede allerdings nicht in der dritten Person von mir, schon gar nicht vor Schülern!

In den letzten Blogjahren habe ich viele sehr liebe Menschen kennen gelernt, teilweise nur virtuell, teilweise auch persönlich, was mich sehr gefreut hat.

Ich bin sehr naiv an die Bloggerei herangegangen und hätte (ja, naiv, sag ich doch!) eigentlich nicht vermutet, dass es auch Leute gibt, die einem böse wollen. Und so war ich doch nachhaltig schockiert, als ich die ersten seltsamen Mails à la „Ich bekomm schon raus, wo du wohnst!“ bekam. Ihr erinnert euch, damals habe ich diesen Blog erstmal auf Eis gelegt.

Weil ich aber viel zu gerne schreibe, habe ich irgendwann wieder damit angefangen.

Leider kamen Anfang dieses Jahres wieder diese Mails.

Ich blogge anonym. Das tue ich, um mich, meinen Partner und vor allem meine Schüler zu schützen. Ich schreibe hier zwar nichts, was widerrechtlich wäre, aber es gibt beschriebene Situationen, anhand derer man mich durchaus erkennen könnte. Und wenn ich dann Mails mit wilden Spekulationen über mich, meine Schule, meine Kollegen usw. bekomme, dann kommt irgendwann der Moment, in dem man = ich die Reißleine ziehen muss.

Aus diesem Grund habe ich mich, und das wirklich sehr schweren Herzens, und ich würde lügen, wenn ich sagen würde, ohne ein einziges Tränchen zu verlieren, dazu entschlossen, hier eine größere Pause zu machen. Es tut mir leid, und ich entschuldige mich bei denjenigen, die regelmäßig hier mitgelesen und mitkommentiert haben. Aber der Schutz meiner Privatsphäre ist mir einfach wichtig.

Ich schließe nicht aus, dass es hier mal irgendwann weitergehen wird!

Übrigens habe ich (und zwar auf Anhieb; da war die Frau Hilde in mir wohl gerade abwesend …) einen Twitteraccount eingerichtet, bei dem ich auch weiterhin als die Frau Hilde Dinge schreiben werde. Allerdings in verkürzter Form, weil das, was ich normalerweise schriftlich so schwätze, niemalsnie in 140 Zeichen zu packen ist.

Wer also weiterhin Kontakt halten möchte, der wende sich einfach hierher.

Eins noch, nein zwei Sachen.

Das eine der Vollständigkeit halber: Sie haben ihr Abi geschafft! S. hat eine Punktlandung hingelegt und Deutsch gehörte nicht zu dem Fach, mit dem er glänzen konnte.😉 Aber man ist noch Freunde und whatsappt sporadisch miteinander.

So. Jetzt schließe ich die Tür hinter mir. Nicht für immer, aber für die nächste Zeit.

Ich wünsche euch allen nur das Beste; und ich hoffe sehr, dass man sich wieder liest (vielleicht bei diesem Twitterding, bei dem ich mir nicht sicher bin, ob ich es jemals beherrschen werde?).

Eure Frau-hinter-der-Frau-Hilde

(und natürlich die Frau Hilde auch, aber die hat grad Sommerferien und Hirn im Standbymodus!)

 

Edit: Karo-Tina Aldente, so schnell wie du war bisher noch keiner!😀

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Von verbotenen Substanzen

Die Frau Hilde besitzt seit Beginn dieses Schuljahres einen neuen bzw. gebrauchten Grundkurs, den sie von einer scheidenden Kollegin geerbt hat. Von diesem Grundkurs wird noch zu reden sein. Heute aber nur ein Schnellchen.

Die Kindlein durften sich – wie der letztjährige Grundkurs – eine ihrer Lektüren selbst aussuchen. Und sie suchten sich dies hier aus. Die Frau Hilde las es mit Begeisterung und jedenfalls aber jetzt sind die Kursler fleißig dabei, Gruppenpräsentationen zu erarbeiten. Das ist anstrengend für die Schüler und höchst langweilig für die Lehrerin.

Heute saß man so da, arbeitete, und ab und an unterhielt man sich ein wenig. Aus der Frau Hilde bis dato nicht nachvollziehbaren Gründen kamen die Kindlein von Kuchenbacken auf Arschbacken, und plötzlich drehte sich das Gespräch darum, welches Kursmitglied wohl der Typ für welche Drogen sein könnte.

Die Frau Hilde schenkte dem Ganzen keine Aufmerksamkeit, weil es sie eher mäßig interessierte.

Bis sie ihren Namen hörte.

Z., ein ganz putziges Kerlchen, intelligent, mit einer gesunden Portion Ironie und Sarkasmus ausgestattet, nebenher der zweitfaulste Schüler, den die Frau Hilde grad so hat, grinste seine Lehrerin an und tat dann wörtlich das Folgende kund:

„Und Sie sind ja der deutsche Standardkiffer, der ab und zu ein paar Pilzchen kahlt (1).“

Zack, Bäm.

(1) heißt „isst“. Wusste die Frau Hilde bis heute auch noch nicht.

Übrigens konsumiert sie weder das eine noch das andere. Aber sie hat sich köstlich amüsiert. Was sie aber bis jetzt nicht weiß, ist, also, wie IST man denn so vom Charakter her, wenn man der oben genannte Typ ist? Jemand ’ne Idee?

 

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Von den Untermietern

Weil es mit dem neuesten Bericht über die Großen noch ein bisschen dauern kann, wegen weil die strengen sich grad an – soweit sie das können -, um sich fürs Mündliche fit zu machen.

Bei der Frau Hilde wohnt ja zur Unter- bzw. Obermiete seit ein paar Wochen Familie Meis. Und nach ein paar Anfangsschwierigkeiten hatte man sich recht gut arrangiert miteinander.

Nun werden Meisens aber langsam ein wenig renitent.

Erstens stehen sie, besonders an Wochenenden, wobei, vielleicht auch unter der Woche, aber das kriegt die Frau Hilde dann nicht mit, weil sie selbst ja sehr zeitig aus dem Haus geht, sehr, sehr früh auf. Und dann trappeln sie. Das Ganze hört sich an, als würde eine neunköpfige Menschenfamilie auf dünnem Holzboden Marathon laufen. Mindestens!

Und dann sind sie sowas von überhaupt nicht fotogen. Jedes Mal, wenn sie trappeln, stellt sich die Frau Hilde mit ihrer Handykamera bewaffnet ans Fenster und dann – passiert nichts. Und wenn doch was passiert, geht es so schnell, dass die Frau Hilde die Meisens immer nicht erwischt. Bis sie auf den Auslöser gedatscht hat, sind Meisens über alle Berge, Wege und Straßen.

Nun hat sie sie aber doch erwischt, und aber die Frau Hilde entschuldigt sich bei allen Lesern, insbesondere bei Rainer und Ulli, wegen weil die können das mit den Fotos ja viel toller, für die Qualität, aber so Meisens, die halten echt nicht still!

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(Falls man’s nicht erkennen kann auf dem unteren Bild: Regen. Fenster. Plühmschn. Postkarte. Pflanze, die ums Überleben kämpft. Draußen: Futter. Meis am Futter. Kopfüber. Quasi Halbmeis.)

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Schnellchen LIV

Es soll eine rauschende Party gewesen sein …

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Oder: Wenn Schüler ihren Referattext hinten auf ihren Einkaufszettel schreiben und die Lehrerin nur mal eben drüberschauen will …

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Vom Wiedersehen

Das schriftliche Abi ist geschafft.

Und die Grundkursler von der Frau Hilde haben das auch ausgiebig gefeiert.

Erste Stunde nach dem Schriftlichen.

Nein, Moment, das Ganze hat noch eine Vorgeschichte.

Abends zuvor schreibt C. die Frau Hilde an. Also, er habe da erst jetzt in seine Mails und da habe ja was von wegen abirelevante Referate gestanden und sowas alles und sein Name und er sei ja jetzt nicht und überhaupt, was er denn jetzt tun solle.

Die Frau Hilde schreibt zurück, dass er bittedanke nochmal aufs Datum schauen solle, denn da stünde schwarz auf weiß, dass er erst am 4.2. dran sei.

Zwei Minuten später schreibt S., dass die Frau Hilde doch bitte dem C. sagen solle wegen wann der mit seinem Referat dran sei, nämlich der habe jetzt einen halben Nervenzusammenbruch.

„Wart ab, bis du die Prüfungsordnung kennst“, schreibt die Frau Hilde, „dann wird aus dem halben ein ganzer Nervenzusammenbruch. Und ihr wandert alle in Mathe ab.“

Das wiederum weist C. energisch von sich. Okay, er hat in Mathe anständig genullt und da ist es vermutlich besser, wenn er in Deutsch geht.

Einen Versuch war’s wert, findet die Frau Hilde und freut sich schon ein bisschen aufs Wiedersehen.

Also, erste Stunde nach dem Schriftlichen.

Die Frau Hilde, bepackt mit allerlei netten Woyzeck-Sachen und ein paar Schoko-Ostereiern wegen weil man freut sich ja schon, seinen jammerlappigen Kurs wiederzusehen, sowie einer Referendarin, der die Frau Hilde zwar gesagt hat, was sie erwarten könnte, die sich dadurch aber nicht abschrecken ließ, erreicht den Kursraum.

Davor stehen drei Kindlein. Eins sitzt. Eins stöhnt.

Die Frau Hilde schließt den Raum auf.

G. kommt rein, wirft seinen Rucksack auf den Platz, sieht die Frau Hilde und sagt „Scheiße!“

„Ja, ich freu mich auch, dich zu sehen!“, gibt die Frau Hilde spitz zurück.

Nee, G. wird rot, so habe er das doch nicht gemeint, es sei doch nur wegen weil er habe soeben gemerkt, dass sein Woyzeck zu Hause auf dem Schreibtisch läge.

Langsam füllt sich der Raum.

Es ist erstaunlich ruhig.

T. fehlt.

B. kommt zehn Minuten zu spät, sieht aus wie der Tod auf Latschen und riecht auch so.

F., der Frau Hilde ihre Fünfzehn-Punkte-Quotenheldin (man hat ja nur zwei Mädchen im Kurs), kichert vergnügt vor sich hin.

„Wo isn S.?“, fragt die Frau Hilde ihre kleinäugigen Helden nebst -innen.

„Den hab ich stehen lassen“, sagt C., und vielleicht möglicherweise eventuell klingt seine Stimme ein klitzegrößeres Bisschen gehässig.

Nämlich, C. hat aus restalkoholischen Gründen beschlossen, das Auto daheim zu lassen, und ist mit dem Fahrrad gekommen.

„Und da hat mir der S. ne Whatsapp geschickt, ob ich ihn mitnehmen kann. Und dann hab ich „Nö“ geschrieben“, berichtet C. weiter.

Wahrscheinlich, mischt sich B. ein, stehe der S. jetzt immer noch dumm vor seinem Haus und warte.

Man beginnt mit dem Unterricht bzw. die Kindlein erzählen, wie schlimm, böse, mies, fies und gemein die Abiprüfungen waren.

Eine Viertelstunde später.

Es klopft. Nein. Irgendwas plumpst gegen die Tür.

Die Frau Hilde öffnet.

Ein Körper fällt in den Raum.

Und wenn B. schon nach Restalkohol stinkt, dann glaubt der Frau Hilde, wollt ihr nicht wissen, wie S., zu dem der Körper nämlich gehört, riecht!

„Spät gestern?“, grinst die Frau Hilde.

S. sagt nichts. Er gibt einen unverständlichen Laut von sich, dreht sich zu C., sagt vernehmlich „DU ARSCHLOCH!“ und sinkt auf seinen Platz.

C. grinst auch.

Die Frau Hilde holt gerade Luft, um zu erklären, wie das denn jetzt abläuft mit dem Mündlichen, als ein leidendes „Kemmer ’s Fenschder uffmache, sunsch muss ich kotze!“ sie unterbricht.

S.‘ Wunsch wird erfüllt.

Die Frau Hilde macht weiter und verteilt dann die Schoko-Ostereier an den Kurs.

S. gibt ein Geräusch von sich, das die nahende Katastrophe ankündigt, wimmert dann verzweifelt, als ihm die Frau Hilde untersagt, vor ihren Augen seinen Mageninhalt zu entleeren, und murmelt etwas, das sich wie „Geht’s mir so schlecht“ anhört.

„Du verträgst aber auch echt nix!“, kommentiert B., und allein die Tatsache, dass S. nicht darauf reagiert, zeigt, wie schlecht es ihm geht.

„Guck mal“, meint die Frau Hilde, „die anderen an. Die haben auch alle gesoffen, aber die sind fit!“

„Hihihihi“, macht F., „ich bin noch betrunken!“

S. fühlt sich ungerecht behandelt.

„Ich bin wenigschdens do! De T. war so blau, der liecht beschdimmt noch uff de Schdroß!“

Etwas später.

Die Kindlein versuchen sich verzweifelt daran zu erinnern, was sie seit 11/2 in Deutsch gemacht haben.

„Was isn Emilia Dingens?“, fragt B.

V. weiß es auch nicht mehr. Und worum ging es eigentlich in diesem komischen Sand-Ding??

„Wemmer jetz do Lyrikdings nemmt, muss mer dann aach so … des Jambuszeuch un so wisse?“, fragt S. alarmiert. „Un woher sollen ich wisse, was romantische und ex-, epx-, expiss-, ei, des annere do isch?!“

Die Frau Hilde teilt ihm mit, dass man ausfühlich expressionistische Lyrik gemacht und diese auch zur romantischen in Bezug auf Motive und sowas alles abgegrenzt hat.

„Mussich des echt kenne?“

„Magst lieber in Mathe gehen?“, fragt die Frau Hilde zuckersüß.

„Echt net, Fraa Hilde!“

Nach der Stunde.

Die Frau Hilde packt zusammen.

Die Referendarin, die neunzig Minuten hinten saß, kommt nach vorne.

Irgendwie ist sie ein bisschen blass.

„Ich hab ja nicht geglaubt, was du gesagt hast, wie die sind“, meint sie. „Aber die sind ja WIRKLICH so!“

Tja. Dem ist wohl nichts mehr hinzuzufügen.

(Edit: Doch. Die Frau Hilde merkt erst jetzt so im Nachhinein, wie langweilig und geradlinig ihr Leben verlaufen ist, als die Truppe nicht da war! Und dass es auch so wenig zu bloggen gab. Wie wird das nur im März werden, wenn sie GAR nicht mehr da sind??)

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Schnellchen LIV

Weil die Kindlein gerade aber sowas von überhaupt nichts Bloggenswertes von sich geben …

Wer sich schon immer mal gefragt hat, wie die Frau Hilde aussieht …

 

 

 

… wird es jetzt auch nicht erfahren, aber immerhin gibt es mal ein von einer Fünferin während (!) einer Klassenarbeit gezeichnetes Bild.

frauhilde1

Also, das mit den Ohrringen stimmt; die Haarlänge auch (irgendwie).

Mit dem Schwanenhälschen kann die Frau Hilde nicht dienen, zumindest nicht in dieser Form und Länge. Einen Schal hat sie an dem Tag tatsächlich getragen.

 

So. Jetzt seid ihr schlauer.😉

Veröffentlicht unter Der Leben an sisch, Dinge, die die Welt nicht wissen musste, Schulkramzeugs | 13 Kommentare

Geschützt: Vom Feiern fallender Feste

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