Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis

Oder: Pläne, Pläne, Bimmelbähne. Oder so.

Wir fangen mit der Theorie an. Plan der Frau Hilde für Samstag sah folgendermaßen aus:

  1. Um acht, spätestens 8.15 Uhr, gemütlich und gut gelaunt aufstehen.
  2. Gemütlich Duschen.
  3. Gemütlich frühstücken.
  4. Um kurz vor zehn mit dem Rosinante-Bikel gemütlich in Richtung Fitti aufbrechen, ein wenig was für die nicht vorhandene Fitness tun.
  5. Danach gemütlich einkaufen.
  6. Gemütlich relaxen.
  7. Gemütlich die Tests der Dreizehner korrigieren und ein wenig Unterricht vorbereiten.
  8. Gemütlich relaxen und unglaublich gut fühlen angesichts des fleißigen Tagesablaufs.

Die Realität gestaltete sich minimal, wirklich minimal anders…

  1. Um kurz vor neun mit „Rücken“ und diversen anderen Zipperlein, die das mit der „guten Laune“ ziemlich erschwerten, aus dem Bett gekrochen.
  2. Zu faul zum Duschen, gleich gefrühstückt. Festgestellt, dass die Frau Hilde gestern Abend (Bericht folgt) vergessen hatte, sich einen Granatapfel zu richten, und dass ihr Brot bedenklich zur Neige gegangen war. Eine Scheibe war noch da, die wiederum hatte die Frau Hilde nicht im Brotkasten, sondern außerhalb desselben aufbewahrt, weshalb sie inzwischen die Konsistenz eines drei Jahre alten Hundekuchens hatte.
  3. Aus dem Fenster geblickt. Es regnete. Nein. Es REGNETE. Frau Hildes Laune sank um ziemlich genau 700 Punkte, womit sie einen Stand von ziemlich genau minus 700 Punkten hatte. Frau Hilde überlegte kurz, überlegte noch ein wenig länger und – in der Zwischenzeit hatte es begonnen zu SCHNEEREGNEN. Ja, geht’s noch?, dachte sich die Frau Hilde, bei diesem Wetter jagt man doch keine kleinen Hildes vor die Tür. Die Frau Hilde hat dann noch ein wenig geschmollt und sich danach postwendend ins Bett gelegt.
  4. Um halb zwei wachte die Frau Hilde wieder auf, mit mäßig schlechtem Gewissen. Danach musste sie sich natürlich erst einmal einen Kaffee machen, sonst wird man ja nicht wach (dass die Frau Hilde Kaffee mit ohne Koffein trinkt, hatte sie in diesem Moment verdrän… vergessen).
  5. Danach gammelte die Frau Hilde mit immer noch eher mäßig schlechtem Gewissen vorm Laptop rum und las mal hier und mal da in irgendwelchen Blogs rum.
  6. Irgendwann meldete sich der Frau Hilde ihr schlechtes Gewissen und sagte ihr so Dinge wie „einkaufen, weil morgen Sonntag“ und „BALD einkaufen, weil Ladenschluss“. Die Frau Hilde sah beiläufig auf die Uhr und… (ab jetzt bitte etwas schneller lesen, denn aus der Zeitlupen-Hilde wurde binnen Sekunden eine Verdammt-eilig-hab-Hilde!) Es war HALB ACHT abends!
  7. Die Frau Hilde wuselte/eilte/hoppelte/kroch ins Bad, machte das Licht an, das Licht machte „Peng!“ und verabschiedete sich. Neue Glühbirnen kaufen, notierte sich die Frau Hilde, warf ihren Luxuskörper mutig im Dunkeln unter die Dusche. Nach dem üblichen Prozedere (abtrocknen, eincremen, anziehen, anmalen, fönen) wuselte/eilte/hoppelte/kroch die Frau Hilde schnellhurtig die Treppe runter, um das Rosinante-Bikel auf die Straße zu schmeißen, wuselte/eilte/hoppelte/kroch dann schnellhurtig und hässliche Dinge sagend wieder die Treppe hoch (Fahrradlicht – nachdem man ihr das Rücklicht geklaut hat, hat die Frau Hilde eins für zum Draufstecken – oben vergessen), dann wieder runter, dann einmal quer durch Einbahn- und sonstige Straßen zum Supermarkt ihres Vertrauens.
  8. Im Supermarkt (es war inzwischen kurz vor halb neun) stellte die Frau Hilde fest, dass sich das gefühlt ganze Prekariat von Hildehausen dort versammelt zu haben schien. Horden von Kevin-Tschaggeline-Schantalles quäkten ihre völlig merkfrei mit quergestellten Einkaufswagen die Gänge blockierenden Eltern- und sonstigen Teile an. Die Frau Hilde wanzte sich so durch, warf mal hier und mal da was in den Wagen, schaffte es, am Nagellack vorbeizulaufen, OHNE einen zu kaufen, konnte aber wiederum bei den Duschgels nicht widerstehen und stellte sich schließlich an die Kasse, wo natürlich direkt vor ihr ein Mensch mit der armen Kassiererin diskutieren musste und wo direkt hinter ihr ein Kevin-Ronny stand, der ihr blökend den Einkaufswagen immer in die Hacken fuhr. Die Frau Hilde hatte aber den Vorteil, einen großen Rucksack auf dem Rücken zu haben, und eine kleine Drehung mitsamt dem Rucksack beförderte Rico-Marvin einen halben Meter weiter nach hinten. Schließlich hatte die Frau Hilde bezahlt, fuhr mitsamt Einkäufen und Rosinante-Bikel nach Hause, packte aus, ging ins Bad – und stellte fest, dass sie vergessen hatte, Glühbirnen zu kaufen. Life’s a bitch…

Das war der aufregende Samstag der Frau Hilde.

Vom aufregenden Freitag erzählt die Frau Hilde dann ein andermal.

Ach ja, korrigiert hat die Frau Hilde an diesem Tag nicht mehr…

Bo-bo-borowski und all das. Sagt die Frau Hilde und geht mal weg. Glühbirnen kaufen oder so.

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Über frauhilde

Chaostrampelndes Lehrerschusselchen
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