Gute Vorsätze…

Von Mittwoch, 22. Februar 2012

… haben bei der Frau Hilde meist eine mikroskopisch geringe Überlebensdauer. Das weiß die Frau Hilde und hat den guten Vorsatz gefasst, nie mehr gute Vorsätze zu fassen.
Nun kommt es aber erstens immer anders und zweitens, als die Frau Hilde denkt.

Kurz und gut (oder auch nicht): Die Frau Hilde hatte den festen Vorsatz, übers Wochenende mal so richtig klar Schiff zu machen. Will heißen: Endlich mal den halben Regenwald, den sie in Form von Kopien und Blätterkruscht im Arbeitszimmer angesammelt hatte, sortieren, archivieren und teilentsorgen. Will heißen: Zwei Klassenarbeiten korrigieren. Will heißen: Die Küche auf Vordermann bringen. Will heißen: Endlich im Wohnzimmer die Möbel umstellen. Will heißen: Endlich die Ausläufer des Regenwaldes, die sich bis ins Schlafzimmer ziehen, dorthin bringen, wo sie hingehören, womit wir wieder beim ersten der guten Vorsätze wären.

Was der Frau Hilde zuhilfe kam, war die Tatsache, dass die Eingeborenen in Hildehausen ein – in Frau Hildes Augen abartiges und sehr, sehr seltsames – Ritual pflegen, das darin besteht, sich einmal im Jahr in seltsame Gewänder zu werfen, mehr Alkohol zu trinken, als gut für sie ist, und sich montags auf die Straße zu stellen, bunt bemalte Wagen an sich vorbeiziehen und sich mit Bonbons bewerfen zu lassen. Kurz: Fasching, Fastnacht, Fasnet, Karneval, wie immer man dieses Brauchtum bezeichnen will.
Findet die Frau Hilde ziemlich doof.
Aber sie profitiert natürlich davon, dass im Zuge dieses Eingeborenenrituals zwei Tage schulfrei ist (was auch besser so ist, denn am Freitag hatte die Frau Hilde bereits das zweifelhafte Vergnügen, mehr oder weniger volltrunkene Oberstufenschüler unterrichten zu müssen!).
So war nun aber der Weg frei, am Montag und am Dienstag die guten Vorsätze zu verwirklichen.

In der Praxis sah das folgendermaßen aus: Am Montag verschlief die Frau Hilde, schaffte es dann in die Waschküche, machte die Wäsche, wurde dann für abends auf einen Cocktail eingeladen und beschloss, die Arbeit auf Dienstag zu verschieben.
Am Dienstag verschlief die Frau Hilde, danach fiel ihr siedendheiß ein, dass sie keinen Tag mehr würde glücklich sein können, wenn sie nicht auf der Stelle den Nagellack, der sie letzte Woche schon so werbend angelächelt hatte, erwerben würde.
Nach getaner Nagellackeinkaufsaktion musste das gute Zeug natürlich ausprobiert werden.
Und danach?
Nun ja, es ist so, dass frisch aufgetragener Nagellack nur bedingt dafür geeignet ist, Putz- und Aufräumaktionen unbeschadet zu überstehen.
Mit anderen Worten: Plötzlich war es abends um acht, die Frau Hilde hatte noch mächtig Unterricht vorzubereiten.
Und die guten Vorsätze?

Ach… die soll man doch nicht fassen, wenn man Frau Hilde heißt, weil sie eine mikroskopisch geringe Überlebensdauer haben…
Vielleicht… nächste Woche… oder so…

Bo-bo-borowski und so!
Sagt die Hilde und widmet sich jetzt den ernsten Dingen des Lebens (DVD schauen).

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Über frauhilde

Chaostrampelndes Lehrerschusselchen
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