Hilde des Tages

Von Mittwoch, 31. Oktober 2012

Ja, auch dafür war’s ja mal wieder höchste Zeit, nicht?

Die Frau Hilde hatte gestern das unbedingte Bedürfnis, sich neuen Nagellack zuzulegen.

Gut, das Bedürfnis hat sie 24 mal am Tag, zirka.

Aber gestern beschloss sie, dem Bedürfnis mal wieder nachzugeben. Denn es ist schon eine Woche Ewigkeiten her, seit sie den letzten Nagellack gekauft hat.

Die Frau Hilde tapperte also zum Drogeriemarkt ihres Vertrauens, guckte mal hier und mal da, entschied sich für einen dunkelgrünmetallic-farbenen Nagellack – und dann sprang ER ihr in die Augen. Er war lila. Und er sah einfach nur geil aus!

Ohne genauer hinzuschauen (und wer die Frau Hilde kennt, weiß, dass genau DAS ein ganzganz falscher Fehler war!) packte die Frau Hilde den Nagellack ins Täschelchen, zahlte, radelte mitsamt Rosinante-Bikel von dannen und war eine glückliche Frau Hilde.

Daheim angekommen entfernte sie sofort den aktuellen Nagellack, drehte den Verschluss des geil-lila neuen Nagellacks aus und – ja, natürlich.

Es ist quasi ein Naturgesetz.

Es kann gar nicht anders sein.

Es muss so kommen.

Immer.

Kurz: Es machte *sprrrrooooitz* – und Teile der Nagellackflasche hatten sich auf Tisch und auf dem Shirt von Frau Hilde verteilt.

Nachdem sie ausgiebig geflucht und heftig am Shirt gerubbelt hatte, warf die Frau Hilde einen genaueren Blick auf den „Nagellack“, den sie ab jetzt in Anführungsstrichen schreiben wird.

Es war ein Crackling-Top-Coat-Blabla-Lack. Der die Konsistenz von dickerem Wasser hat. Der nicht, wirklich nicht dafür gedacht ist, ihn als „Hauptlack“ einzusetzen.

Einen Nagellack gekauft: 4,59.

Ein neues Shirt kaufen müssen: 25,99.

Das Erlebnis einer über und über mit Nagellack bespritzten Frau Hilde: Un-be-zahl-bar!

Bo-bo-borowski und all das. Sagt die Hilde und geht ins Bad.

Nagellacke anschauen. Oder so.

PS: Am Montag mein persönliches Highlight bei den Dreizehnern:
Wir machen gerade Niedergang der DDR. Einer der Großen trägt vor, die Frau Hilde schreibt an, damit es etwas schneller geht. Der Vortragende (nennen wir ihn „Stefan“) geht ihr ein wenig oder auch ein wenig mehr auf den Senkel, weil er nervt. Tafelanschrieb Frau Hilde:

„Leipziger Montagsdemonstrationen (Stefan*, dum?**)“
Die Schüler lachen über das „Stefan, dum?“.

Kommentar von Schüler F: „Da ist aber ein Fehler drin!“

Frau Hilde: „Ja, das war Absicht.“

Schüler F.: „Das wird doch mit zwei U geschrieben!“

Die Stunde war gelaufen.

An dieser Stelle musste der Unterricht für ein paar Minuten unterbrochen werden, nämlich die Frau Hilde musste so lachen, dass sie weinen musste.

* Name des Schülers geändert

** Ja, „dum“, in Anlehnung an den wunderbaren Cartoon  von dieser netten Seite.

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Über frauhilde

Chaostrampelndes Lehrerschusselchen
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2 Antworten zu Hilde des Tages

  1. Corinna schreibt:

    Hat Schüler F. sich gemerkt, wie man „dumm“ schreibt oder bleibt er jetzt komplexbeladen daheim und kommt gar nicht mehr zur Schule, weil die böse Lehrerin ihn ausgelacht hat? Oder anders gefragt: Schämt man sich heutzutage in der Schule noch?

    • frauhilde schreibt:

      Seine „netten“ Kurskollegen haben ihn dann darauf hingewiesen.
      Mehrfach.
      Pro Minute.
      *g*
      Komplexe hat er nicht, was das angeht, ist er schmerzbefreit. 😉 Er weiß ja, dass er den Unterhaltungswert des Grundkurses um gefühlte 375% steigert.

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