What’s my age again?

Von Dienstag, 30. Oktober 2012

Die Frau Hilde wird ja nicht jünger, obwohl sie jährlich Unsummen für kosmetische OPs rausschmeißt und im Alleingang den neuen Lamborghini von Dr. Mang finanziert hat. Haha, nein. Das kann sich die Frau Hilde gar nicht leisten, außerdem findet sie die Vorstellung, mit einer Hollywood-Botox-Hackfresse rumrennen zu müssen, nur mäßig begeisternd.

Kurz und gut (oder schlecht): Der Zahn der Zeit, der gierige, nagt auch an der Frau Hilde. Hier mal ein graues Haar, da mal ein Lachfältchen, das trotz grimmig Daherschauens nicht wieder verschwindet, dann vielleicht noch mal ein graues Haar (die Frau Hilde zupft die meist aus, aber so schnell, wie die wachsen, kann man gar nicht zupfen!). Zudem je nach Tagesform das eine oder andere oder dritte Zipperlein (falls sich jemand freiwillig anbietet, die Frau Hilde zu massieren, möge er/sie sich bitte umgehend melden!!).

Eigentlich ignoriert die Frau Hilde das Älterwerden aber fröhlich; ändern kann sie es ja ohnehin nicht. Und Schüler, die behaupten, mit 30 sei man uralt, bekommen von der Frau Hilde, die weit über diesem Verfallsdatum ist, einfach mal ne ganz schlechte Note. 😉 (Für Leute, die auch das ernst nehmen: NEIN! Latürnich nicht! Die schlechte Note bekommen sie einfach mit anderem Grund serviert, hrhr.)

Wenn da nicht…

Vorletzte Woche kam eine Kollegin während der großen Pause an den Tisch der Frau Hilde und druckste ein wenig oder auch ein wenig mehr herum. Ja, es wäre ihr ja sehr peinlich und sie wüsste ja auch nicht, aber also da wäre quasi und so…

Die Frau Hilde verstand ziemlich viel Bahnhof und ziemlich wenig, worum es eigentlich ging, und wies die Kollegin mit einem eloquenten „Hä??“ auch darauf hin.

Die rückte dann endlich mit der Sprache raus: Sie habe vor, eine Tupperparty zu veranstalten, natürlich wäre sie im Leben nie selbst auf diese Idee gekommen, aber vor einigen Wochen sei sie bei einer gewesen und da habe man noch nach einer neuen Gastgeberin gesucht und weil selbige ja immer was bekäme und sie doch jüngst umgezogen sei, habe sie sich gedacht… Und ob die Frau Hilde da nicht kommen wolle. (Das Ganze begleitet von einem Mitleid erregenden Dackelblick.)

Die Frau Hilde seufzte tief und in einem Anfall geistiger Umnachtung (oder doch schon Demenz?) sagte sie zu.

Als sie das dann abends am Telefon ihrer Mutter erzählte, bekam diese erst einmal einen heftigen Lachanfall und versicherte der Frau Hilde dann glaubhaft, dass jene jetzt endgültig ALT und SPIESSIG geworden sei.

Beste Voraussetzungen also.

Am Freitag juckelten die Frau Hilde und eine Kollegin dann zu der anderen Kollegin, wo sich bereits deren Mutter und Schwiegermutter sowie noch vier weitere Kolleginnen befanden.

Der Göttergatte der veranstaltenden Kollegin hatte sich mit einem „ihr habt einen ziemlichen Dachschaden“ verkrümelt.

Ja, und dann begann ES.

Die Frau Hilde dachte lange, sehr lange, sie sei in einer Comedyshow gelandet, und fragte sich, wieso außer ihr keinem zum Lachen zumute war.

Nun, das lag daran, dass die anderen Kolleginnen zum Teil schwerst süchtige Tupperinnen (oder wie man das nennt) waren, die beim Anblick von „Peng-Schüssel“, „Eidgenosse-Behälter“ und „Quick-Chef“, „Turbo-Chef“ und dergleichen spontan einen Orgasmus vortäuschten.

Die Frau Hilde fragte sich beständig, ob sie im falschen Film sei. Zudem war die Dame, die besagte Chef-Schüssel-Behältnisse präsentierte, keine der ganz sprachgewandten Sorte.

Jedes, wirklich JEDES neue Teil wurde mit folgendem Satz angepriesen: „Also, als ich das zuerst gesehen habe, war ich skeptisch. Aber dann habe ich es ausprobiert, und es hat mich überzeugt!“

Solcherweise ebenso überzeugt kritzelte die versammelte Kolleginnenschaft eifrig auf ihren Bestellzetteln herum, nur die Frau Hilde saß ein wenig hilflos mittendrin. Schließlich – man möchte ja nicht der Spielverderber sein; immerhin bekommt die Gastgeberin umso mehr, je mehr die Gäste (in diesem Fall Gästinnen *g*) bestellen – rang sie sich dazu durch, ein Obstmesserchen und einen Gemüseschäler zu bestellen.

Ja, gut, und vielleicht noch zwei Gewürzdosen.
Und möglicherweise auch drei Schüsselchen.
Ja, okay, und ganz eventuell auch noch einen Warmhaltebecher.

Aber SONST NIX!

Nach dreieinhalb Stunden war das Grauen beendet.

Die Frau Hilde fiel völlig fertig in das Auto ihrer Kollegin, und konnte nachgerade SPÜREN, wie ihr sehr schnell sehr viele graue Haare wuchsen und sie eine Falte nach der anderen bekam.

Ja, nun war es also soweit: Sie war ALT.

Bo-bo-borowski und all das. Sagt die Hilde, die jetzt mal Kaffee warmhalten geht. Mit dem neuen Tupperkaffeewarmhaltedingsdessennamensieleidervergessenhat.

Der Titel zum Blog kam ihr übrigens beim Hören dieses Songs.

Seufz.

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Über frauhilde

Chaostrampelndes Lehrerschusselchen
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  1. Pingback: Die Sache mit den Schüsseln | das landei

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