Schönö Grüß…

…von die Bocuse

Das Menüangebot bei der Frau Hilde schaute gestern so aus:

Man nehme eine Portion Dasmussweg, rühre ein wenig Dasisnochübrig rein, streue sodann eine Kleinigkeit  Ohschreckdashabichebenimkühlschrankganzhintengefunden darüber und ergänze das Ganze durch ordentlich Daraufhatteichgesternlustaberdanndochnimmerundjetztliegtsrum.

Vielleicht noch ein wenig Pfeffer oder Chili, damit man das Ergebnis nicht schmeckt – fertig ist eine geschmacklose, dafür aber unkreative Mahlzeit…

Der Nachtisch entfiel wegen Habvergessenwaszukaufen. 

Die Frau Hilde ist deshalb der Meinung, dass mal wieder ein Kollegenkochen angesagt wäre, nämlich so im Novemberblues ist es nicht einfach, eine Danachgehtsmirbesser-Mahlzeit zu zaubern.

Zaubern ist ja ohnehin der Frau Hilde ihr Metier nicht. Denn sonst könnte sie jetzt schnell Rotstift und Noten auf 28 Stationenarbeiten zaubern, die gerade vor ihr liegen und bis morgen korrigiert werden wollen.

In diesem Zusammenhang: Gibt es eigentlich Statistiken darüber, wie oft in der Minute ein puscheliger kleiner Fünf-/Sechstklässler „Frau Hildeeee“ sagen kann? Die Frau Hilde war heute auf dem Weg zum Fußballtraining mit den Mädchen latent überfordert, weil fünf Puschels versucht haben, sich im Frau-Hilde-Sagen pro Minute zu überbieten. Und es ging da auch immer um essenziell wichtige Dinge wie

„Frau Hildeeee, ich hab mir Schienbeinschoner zu Weihnachten gewünscht.“

(Schön; leider bist du eine der nicht so guten Spielerinnen und wirst deshalb vermutlich beim nächsten Turnier nur als Ersatz mitfahren…)

„Frau Hildeeee, schreiben wir morgen einen Test?“

(Ja. Aber nur, weil du mich grad auf diese Idee gebracht hast!)

„Frau Hildeeee, komm ich noch rechtzeitig zum Mittagessen?“

(Ich dachte, das mit der Uhr lernt man in der Grundschule??)

„Frau Hildeeee, guck mal, mein Schuh ist offen!“

(Stolper nicht!)

*stolper*

(*seufz*)

„Frau Hildeeee, machen wir heut wieder das mit den Kopfbällen?“

(Jou. Ich werf dir einen Ball an den Kopf und du weinst. Gutes Angebot, nicht?)

„Frau Hildeeee, darf ich auch mal ins Tor?“

(Ähm, du hast letzte Woche geweint, weil du Angst vorm Ball hast. Da ist Tor eine mäßig gute Option, findest du nicht?)

„Frau Hildeeee, ich will nicht, dass die Anna ins Tor geht, nämlich ICH will da rein!“

(Ähm, na ja. Du bist auf Zehenspitzen vierzig Zentimeter groß…)

„Frau Hildeeee, die Laura nimmt mir in der Halle immer den Ball weg!“

(Blutgrätsche?)

Wer jetzt denkt, boah, ist die Frau Hilde fies, dem sei erstens gesagt, dass die Frau Hilde die Antworten selbstverständlich nur gedacht und nicht gesagt hat. Gesagt hat sie ungefähr so etwas wie „Das ist ja… Mal sehen… Ich weiß nicht, wie lange es Mittagess… Pass auf… Ja… Moment… Nein… Vielleicht.“

Und zweitens sei gesagt, dass die Fragen im Nanosekundentakt auf die Frau Hilde einprasselten. Und als Frau reifen mittleren Alters geht das mit dem Multitasking einfach nicht mehr so schnell.

Und drittens sei noch gesagt, dass die Frau Hilde ihre Fußballpuschels sehr, sehr gern hat. Aber manchmal, also manchmal…

Bo-bo-borowski und all das. Sagt die Frau Hilde. Und geht mal den Berg Stationenarbeiten korrigieren.

Heul.

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Über frauhilde

Chaostrampelndes Lehrerschusselchen
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