Sti(e)lblüten

Oder: was Schülers so von sich geben, Teil 1 von vermutlich irgendwann ziemlich vielen…

Klassenarbeit Deutsch, Kurzgeschichte:

„In dieser Geschichte handelt es um ein protestantisches unsauberes Mädchen.“

(Gemeint war vermutlich: Diese Geschichte handelt von einem jugendlich-aufbegehrenden Mädchen, das ziemlich chaotisch ist.)

 

Geschichtstest Westminsterparlamentarismus/ Oliver Cromwell:

„Oliver Cromwell enthauptete Karl den Großen“

(Na gut, wenn er mal eben 800 Jahre Zeitreise schafft…)

 

Deutscharbeit Unfallbericht:

„Das Mädchen musste im Krankenhaus stationiert werden.“

(Wir haben zehn Panzer, fünfzig Raketen und ein Mädchen stationiert…)

 

Kaiserreich/ Bismarck, 9. Klasse:

Frau Hilde: „Wann läutet man Viktoria?“ [Bei einem militärischen Sieg]

Schüler S.: „Im Sommer.“

 

Aus einer Kursarbeit Deutsch 12:

„Für die laptoriale Sicherheit…“

(Er meinte die Sicherheit der Laptops)

Ebenfalls Kursarbeit Deutsch 12:

„Die Tochter zum Beispiel hört gern Zwölftonmusik, welche stark strukturiert und sehr mathematisch ist, was genau gar nicht zu einer Frau passt, weil es unweiblich ist.“

(Lieblingskollegin O., ihres Zeichens Mathelehrerin, jaulte laut auf ob dieser Dreistigkeit. Aber da sie den Schüler in Mathe hat, wird er büßen müssen, hehe!)

 

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Über frauhilde

Chaostrampelndes Lehrerschusselchen
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8 Antworten zu Sti(e)lblüten

  1. diewiderspenstige schreibt:

    oh je 😀 Korrigieren ist manchmal bestimmt ziemlich deprimierend – wenn man sieht, wie wenig doch tatsächlich hängen bleibt… 😉

    Ich hab letztes Jahr in einer Latein-Arbeit beim Übersetzungstext so viel Schwachsinn hingeschmiert, dass mein Lateinlehrer das nur mit „Konstruieren, nicht Phantasieren!!!“ kommentierte…
    Aber wenn man nicht weiter weiß, schreibt man als Schüler halt alles, was einem auch nur im entferntesten dazu einfällt 😀

    • frauhilde schreibt:

      Ou ja. Und der Lehrer „freut“ sich dann, wenn er aus dem siebenbändigen Roman, den der Schüler geschrieben hat, die Antwort rausfriemeln darf… 😉
      Ich finde aber, bei Latein ist das entschuldbar. Man nimmt einfach die drei, vier Wörter, die man in der Übersetzung verstanden hat, und bastelt sich eine nette Geschichte. Das beweist immerhin Kreativität!

      • diewiderspenstige schreibt:

        schon, aber bei mir sterben immer die falschen bei den Übersetzungen, ich erkenn nicht mal, wer Täter und wer Opfer ist 😀

        • frauhilde schreibt:

          Also, eigentlich ist das ganz leicht: Täter sind fast immer die Karthager, Nero, Brutus oder die Judäische Volksfront (oder war’s die Volksfront von Judäa? Mist!).
          Opfer ist eigentlich zu 90% Caesar. Manchmal noch ein paar andere totaaaal wichtige Römer. 😉
          Die Täter (falls nichtrömisch) sind immer sehr, sehr pöhse.
          Die Opfer (falls römisch und angesehen) sind immer sehr, sehr unschuldig.
          Das ist ungefähr wie in der seltsamen Zeitung mit den vier großen Buchstaben. 😀

  2. Corinna schreibt:

    Anlässlich der letzten Stilblüte würde ich doch glatt mal eine Lerneinheit Rollenklischees einschieben und eine Umfrage machen, welche Musik die Mädchen und Jungen so hören und, ob’s da wirklich signifikante Unterschiede gibt.

  3. cidrin schreibt:

    Wie wird eigentlich Viktoria geLÄUTET?
    Gibts da spezielle Siegesglocken oder ist das ein Viktoria-Groove?

    • frauhilde schreibt:

      Alle Glocken der Stadt(kirchen) läuteten, entweder nach einem bedeutenden militärischen Sieg oder – wie hier – als Zeichen, dass der Krieg siegreich zu Ende ging.

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