Von Monstern, Spartanern und nächtlicher Kreativität

So, als erstes präsentiert die Frau Hilde lproudly die künstlerischen Ergüsse von Schüler W.

sparta1

Das ist also besagter Spartaner. Leichte Abzüge gab es in der A-Note, denn die historische Korrektheit des dargestellten Homo Kriegsführensis ist nicht zu hundert Prozent gegeben.

Dafür gab es Pluspunkte in der B-Note, wegen weil W. hat es geschafft, innerhalb von 40 Minuten nicht nur die komplette, für 90 Minuten konzipierte Stationenarbeit zur lehrerinnischen Zufriedenheit zu lösen, sondern eben auch noch dieses Menschenkriegersonstwaswesen zu zeichnen.

Man beachte auch den leicht psychopathischen Blick. Die Frau Hilde hofft sehr, dass das Bild nichts mit W. an sich zu tun hat. 😉

Gestern war ein Tag zum Vergessen. Die Schüler waren sämtlichst unausstehlich unleidlich, was aber auch am Wetter gelegen haben könnte, nämlich wer bei dieser Dauer-Graubesuppung am Himmel nicht in Trübseligkeit verfällt, der muss schon ein arg gefestigtes Optimisteninnenleben haben. Und so kam es dann in der 6. Stunde auch, wie es kommen musste, und es wurden sechs Strafarbeiten Zusatzaufgaben verteilt, die selbst die Frau Hilde bestenfalls als drakonisch bezeichnen würde.

Aus diesem Grund war die Laune der Frau Hilde mäßig bis saumäßig. Und weil Robin vorgestern etwas über Schlafverhalten geschrieben hat, beschloss die Frau Hilde, als sich auch gegen halb sieben abends keine gute Laune einstellen wollte, einfach mal ein Mittagsschläfchen einzulegen.

Nun ist das abends um halb sieben eine wirklich, wirklich suboptimale Idee. Besonders wenn man noch keinen Strich für die Schule gemacht hat, sich dann aber einredet, man könne den Wecker auf halb acht stellen und dann frischfröhlichelanvoll aus dem Bett direkt an den Schreibtisch hüpfen.

Eine dumme, dumme Idee.

Um kurz vor elf wachte die Frau Hilde wieder auf; ihre Laune befand sich irgendwo zwischen „jenseitig“ und „kurz vorm finalen In-die-Tischkante-Beißen“. Unterricht war noch nicht vorbereitet; eigentlich hatte die Frau Hilde spätestens um zehn ins Bett gewollt, wegen weil heute ja Frühaufsicht und so.

Also krabbelte die Frau Hilde an den Schreibtisch, dopte sich mit einem Pfund Clementinen und begann die Unterrichtsvorbereitung.

Um eins legte sie den virtuellen Stift aus der Hand, druckte ihre Arbeitsblätter aus, fluchte, druckte zwei noch einmal aus, diesmal mit deutlich weniger Fehlern, und fiel direkt vom Schreibtischstuhl ins Bett.

Das Aufwachen heute Morgen war dann… Also, mit VIEL Zeugs im Gesicht sah man die Wagenräder nicht mehr so arg. Ab einem gewissen Alter steht einem der Schlafmangel nämlich ins Gesicht geschrieben, und das ist sehr, sehr wörtlich zu nehmen.

Dafür waren die lieben Kleinen heute allesamt sehr zuckrig. Besonders die Zwölferchaoten. Man muss sie einfach lieb haben. Manchmal.

Auch heute ging es mit der Minne-Sache weiter. Und heute begab sich der Kurs in die Niederungen der niederen Minne (das hätte man jetzt auch schöner ausdrücken können, aber angesichts der Uhrzeit war das nicht möglich) und interpretierte ein Lied, das, wäre es ein Film, mit einem FSK-18-Siegel bedacht worden wäre.

Frau Hilde (bei der Ankündigung, was heute auf dem Programm steht): „Und dann machen wir ein bisschen Vollzug des Aktes.“

Schüler J. (schmeißt sich weg; gespielt entsetzt): „Ich hoffe, wir BESPRECHEN den Vollzug nur!!“

Was dann auch getan wurde.

Und schließlich gab es noch eine kleine, feine Puschels-Stunde.

Bei den Sechserpuschels ist ein ganz, ganz kleines Mädchen; dasselbe, das bei den Chaoten auch singen musste. Es ist wirklich ganz, ganz klein. Und wenn man es anschaut, denkt man, genau SO sehen kleine Engel aus. Was es mit besagtem Engel so auf sich hat, brachte dann aber Schülerin H. auf den Punkt:

„Die K. guckt immer so harmlos. Und dann kommt da so’n Monster raus.“

Dem ist nichts hinzuzufügen.

Die Frau Hilde wird heute keinen nur einen kleinen Mittagschlaf halten und dann voll Begeisterung den Unterricht für morgen und Montag vorbereiten, weil sie am Wochenende nicht da ist.

In diesem Sinne: Bo-bo-borowski und all das. Sagt die Frau Hilde und huscht ins Heiabettchen.

Advertisements

Über frauhilde

Chaostrampelndes Lehrerschusselchen
Dieser Beitrag wurde unter Schulkramzeugs veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

10 Antworten zu Von Monstern, Spartanern und nächtlicher Kreativität

  1. Corinna schreibt:

    Heeeeey! Haaaaalloooo! Aufstehen! 😉

  2. meineschreibblockadeundich schreibt:

    „Gestern war ein Tag zum Vergessen.“

    Also ganz ehrlich, Frau Hilde, nicht nur gestern. Auch vorgestern. Und heute. So wie’s aussieht morgen auch. Und wissen Sie was – da kommen nicht nur aus kleinen Engeln „so Monster raus“, sondern auch aus

    Marie!

    Viele Grüße aus Großgrauhausen und Gott-sei-Dank-ist-morgen-Freitag. Decke über den Kopf ziehen und auf den Frühling warten.

  3. diewiderspenstige schreibt:

    scheint, als wäre der Mittwoch auch anderswo recht deprimierend verlaufen 😀

    also den Spartaner find ich echt hübsch! Und mit deiner Sechstklässlerin kann ich mich gut identifizieren, schließlich wurde ich auch schon als „das böse Kind mit dem Unschuldsblick“ bezeichnet… 😉

    Heute mal früher ins Bettchen gehen, Frau Hilde!!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s