Ode an (m)ein kleines grünes Bikel

(Achtung, das hier lief nach dem Prinzip „Reim dich oder ich hau dich!“)

Räder, die warten,

so zwanzig Arten,

im Laden auf nen reichen Käufer

und hast du keine

Euronen-Scheine,

So wirst vom Radler du zum Läufer

 

Mein kleines grünes Bikel,

das steht im Kellerloch,

hollari, hollari, hollaro

Ist es auch manchmal bockig,

so fährt es meistens doch,

hollari, hollari, hollaro.

 

Und wenn die Speiche bricht,

etwas im Sattel sticht,

auch dann verlier die Liebe

zu mei’m Bike ich nicht [aua => ’schulligung!]

 

Mein kleines grünes Bikel,

das steht im Kellerloch,

hollari, hollari, hollaro.

Man find gewöhnlich

die Frauen ähnlich

den Rädern, die sie gerne fahren.

Doch ich sag täglich,

das ist nicht möglich,

ich bin ja doch kein grüner Karren!

 

Mein kleines grünes Bikel…

Und hier noch einmal speziell für die Widerspenstige: Das Rosinante-Bikel. Und wie man sieht, es ist kein Auto. 😉 *duck*

041

Mit der Rosinante ist das nämlich so gewesen:

Die Frau Hilde hat so ein bissl ein gestörtes Verhältnis zu Fahrrädern an sich. Nämlich die werden ihr immer geklaut. Eins im Schwarzwald, wo die Frau Hilde mal gewohnt hat, zwei am Bahnhof in Da-kommt-die-Frau-Hilde-her-Dorf und schließlich zwei in [Hauptstadt der Kurpfalz]. Und als sei das nicht genug, eins noch in Hildehausen, als die Frau Hilde noch täglich mit dem Zug von [Hauptstadt der Kurpfalz] nach Hildehausen pendelte. Irgendwann hatte die Frau Hilde dann die Nase voll. 

Ein Bekannter hatte zu dieser Zeit ein Fahrrad, das er verkaufen wollte, weil es „vielleicht noch ein, zwei Monate fährt und dann ohnehin zusammenbricht“ (O-Ton). Da dachte sich die Frau Hilde, es wäre doch eine primafeine Sache, das Fahrrad für billig zu kaufen. Wenn das dann geklaut würde, wäre das nicht so schlimm.

Gesagt, getan. Und so kam das Rosinante-Bikel in der Frau Hilde ihren Besitz.

Das war vor fünfeinhalb Jahren. Und es fährt immer noch. Meistens.

Es mag kein kaltes Wetter, dann bockt die Schaltung, es mag kein warmes Wetter, dann bocken die Reifen. Es hat manchmal einfach nur schlechte Laune, dann springt die Kette runter. Und irgendwann hat irgendwer das Rücklicht abgerissen. Ach so, und der Sattel hat Löcher. Da sollte man dran denken, wenn es regnet, sonst gucken einem die Leute ganz komisch auf den Popo. ^^

Aber insgesamt ist es ein ganz, ganz tolles Bikel. Und die Frau Hilde hat es ganz, ganz doll lieb. Und hofft sehr, dass es noch eine Weile fährt.

Und es ist inzwischen auch das Maskottchen der Mädchenfußball-AG. Da hat sich das Rosinante-Bikel ganz arg doll gefreut.

Bo-bo-borowski und all das. Sagt die Frau Hilde und wuselt von dannen. Nein, Moment. Hat es bei euch auch so ge-eisregnet heute Nacht?

Die Frau Hilde lag nämlich im Bett und am Dachfenster machte es *brackel* *brackel*. Da dachte die Frau Hilde, na, das ist aber ein komisches Schneegeräusch. Und aber als sie heute Morgen Vormittag die Äuglein öffnete, sah sie ungefähr das hier:

Blick aus dem Schlafzimmerfenster

Blick aus dem Schlafzimmerfenster

Blick aus dem Küchenfenster

Blick aus dem Küchenfenster

Alles vereist. Wui.

 

Edit: Jetzt regnet das auch noch! Na, das wird ein heiteres In-die-Schule-Rutschen morgen. Jetzt sollte man Schüler A.s Traktor haben. 😉

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Über frauhilde

Chaostrampelndes Lehrerschusselchen
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22 Antworten zu Ode an (m)ein kleines grünes Bikel

  1. diewiderspenstige schreibt:

    hihihi, eingesperrt sein wegen dem Eis tut dir wohl nicht so gut 😀
    Und Danke, dass du mich erwähnen musstest – immer schön für die Nachwelt festhalten 😀

  2. tahmineh schreibt:

    Bei dem Gedicht musste ich übrigens gerade an diese Jungs hier denken, die ich während meiner Schulzeit gerne gehört habe:

    Bei uns liegen übrigens auch Eis und schnee, heute Vormittag wurde schon eine Metro evakuiert, die auf der Brücke beim Gare d’Austerlitz liegengeblieben war.

    • frauhilde schreibt:

      Nun ja, 120 kann die Rosinante nicht (es sei denn, wir werden von einem Porsche geschoben…). 😉

      Das klingt auch nicht gerade beschaulich. Hoffentlich ist der Eisregenspuk bald vorbei!

  3. Kaa schreibt:

    Es geht nicht. Nein, es geht einfach nicht. Immer wenn ich das Gedicht lese, habe ich nach spätestens vier Worten die Melodie von „Kleiner grüner Kaktus“ im Kopf. Wie soll man sich denn dabei auf Reimformen, Metaphern und Hopsala konzentrieren? Ich brauche Ruhe! Verdammt, dann eben nicht.
    Ich kann nur noch sagen, dass ich Ihr Bikel sehr sympatisch finde. Dennoch würde ich niemals meinen treuen Steppenwolf gegen Rosinante eintauschen.

    • frauhilde schreibt:

      *g* Ich las gerade „Mein kleiner grüner Kaaktus“. 😀

      Und auf DIE Interpretation bin ich mal sehr gespannt! (Was will die Autorin damit sagen?)
      Hat dein Steppenwolf vier Räder und einen Motor? Dann kann ich das nämlich verstehen. Aber ansonsten – geht doch nix über ein kleines grünes Bikel. 🙂

  4. Corinna schreibt:

    Letztens in den Nachrichten: „Arktische Kälte hält Italien umklammert“. Gestern 10 Grad, heute 14. Ich friere wirklich sehr. 😉

  5. meineschreibblockadeundich schreibt:

    Das mit dem Eis hat’s auch in der Stadt, wo die Schreibblockade haust 😦 . Und das mit den Fahrrädern, die einem am Bahnhof geklaut werden, kenn ich ebenfalls. Und die, die man loswerden möchte, die bleiben einem dann ewig.

    Einen eisfreien Start in die neue Woche wünscht
    Marie

    • frauhilde schreibt:

      Danke, den wünsch ich dir auch!
      Und rutsch nicht aus.
      Hoffentlich wird das morgen mal entweder richtiges Winterwetter oder Frühlingswetter. Aber so ein komisches Eisregenirgendwaszwischending macht keinen Spaß. 😦

  6. teacheridoo schreibt:

    Ich muss ja gestehen, dass mich ganz besonders die erste Zeile ergreift. *in Taschentuch schneuz* Ich meine…Räder, die warten. Sie warten! Ganz eindeutig ein Symbol für die Einsamkeit, in welcher wir Menschen heutzutage verharren, darauf wartend, dass sich der richtige Fisch zu uns Fahrrad (Stichwort Singleparty) zu uns verirrt. *schnief* – Aber nein, nicht auf des Herzens wahre Liebe warten wir, nein! Dem schnöden Mammon haben wir uns verschrieben, und so lassen wir uns kaufen, wie es einst schon die toten Hosen sangen („Kauf mich!“) und ja…hach. Haben aber selbst auch kein Geld, und so werden wir nie der Liebe Fahrradtour genießen, sondern auf ewig laufen müssen, taumelnd durch die weite Öde der Einsamkeit. *Tränchen wegwisch*

    Frau Hilde, an Ihnen ist ein wahrer „Pöt“ verloren gegangen. Ich huldige Ihnen.

    • frauhilde schreibt:

      Teacheridoo, ich sagte Ihnen doch, Sie sollen montags nicht die kleinen gelben Pillen nehmen. Die sind doch für freitags, Mönsch! *patpat*

      Übrigens, wenn ich auf das Wetter heute schaue, dann haben wir die weite Öde der Einsamkeit heute Morgen alle bewältigen müssen, oder? Wobei, es war mehr die weiße Öde der Nichtgestreutseikeit, glaube ich.

      Aber danke, dass Sie diese tief emotionalen Momente mit mir teilen. Ich bin ganz geschüttelt und gerührt und wenn ich nicht zu wenig getrunken hätte heute, verlöre ich jetzt ein Tränchen mit Ihnen. 😉

      • teacheridoo schreibt:

        Ach herrje, stimmt ja. Dabei hatte Pfleger Rüdiger mich extra noch dran erinnert. „Teacheridoo, montags die grünen, freitags die gelben Pillen.“
        Tja, so kann es gehen.

        Hier gab es übrigens keine weißen Streusel, nicht mal den Hauch. Und zum Glück auch keinen Regen oder dergleichen. *drei Mal auf Holz klopf* Möge es so bleiben.

        Aber Ihnen wünsche ich heiles Ankommen auf allen Wegen. Schon gelesen, dass das Wetter teilweise wohl recht heftig ausfällt.

        • frauhilde schreibt:

          Keinen Schnee/ Regen/ Schneeregen? Du wohnst in einer beneidenswerten Gegend! (Wobei Schnee an sich schon was Tolles ist. Nur halt in Kombination mit Regen und Eis eher mäßig schön.)

          Vielen Dank, mal schauen, wie das morgen wird. Viel besser sieht’s nicht aus. Rein objektiv betrachtet ist es eigentlich gar nicht so schlimm; jeder alpinnah wohnende Bayer würde das bisschen Schnee verlachen. Aber man ist hier ja in einer der Toscanas (Toscanen? Toscanae? Toscanata?) Deutschlands, da ist das weiße Zeug eine Art Weltwunder, mit dem keiner klarkommt und das man mit Tonnen von hübsch umweltfreundlichem (*hust*) Streusalz bekämpft.

          • teacheridoo schreibt:

            Das klingt schon wieder schwer nach der Toskana, in der ich wohne. Wobei, hier ist ja weniger Toskana, als vielmehr deutsches London. -.- Wenig Schnee (aber wenn mal ein Zentimeterchen liegt, kann keiner mehr Auto fahren), aber dafür auch wenig Sonne, dafür wiederum umso mehr Regen, grauer Himmel, Regen, und grauer Himmel ab und an auch noch, nur um das Ganze abzurunden. Also so beneidenswert ist das dann spätestens im Sommer auch nicht mehr, wenn sich gefühlt alle Welt in den güldenen Strahlen aalt, nur wir rennen mit Regenschirmen durch schwüles Regenwaldklima.

            • frauhilde schreibt:

              Bäh, dassaba auch nich schön. Klingt wie eine Mischung aus Amazonien und Toscana. Sozusagen Amazocana. Sonne haben wir hier wirklich satt im Sommer. Ich schicke bei Bedarf dann gerne welche zu! 🙂

              • teacheridoo schreibt:

                Frau Hilde, da ist irgendwas schief gelaufen. Sie wollten doch Sonne schicken. Stattdessen kam Schnee hier an. Ich würde gern reklamieren.

                • frauhilde schreibt:

                  Ups …
                  Einen Moment.
                  „Petrus, vortreten! Nein, jetzt! Nein, jetzt wird nicht mehr auf Klo gegangen, es hat gerade geklingelt! So, her jetzt. Der Arbeitsauftrag lautete ganz klar „SONNE schicken“. Wie konnte da jetzt Schnee draus werden? In GANZEN Sätzen, bitte. Nein, das ist NICHT die Schuld vom Kevin, der war gar nicht dabei, das hab ich genau gesehen. Aha. Also die Hausaufgaben nicht gemacht. Petrus, das ist in diesem Jahr bereits das zweiundzwanzigste Mal! Wie soll das noch enden? Bis morgen schreibst du hundert Mal „Ich soll nicht Schnee schicken, wenn Sonne gewünscht wird!“ Und morgen bitte Schnee in den Norden, ja? Hinsetzen.“

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