Yo Määään

Heute wurde gehiphopt. Hipgehopt?

Auf jeden Fall wurde Krach gemacht. *g* Danach war der Frau Hilde, da sie gestern schnüpfleinbedingt nicht die Schule mit ihrer Anwesenheit beehren konnte und deshalb total unausgelastet war.

Die Idee ist nicht von der Frau Hilde, sondern vom Deutschbuch, die Frau Hilde fand das aber lustig und deshalb mussten durften es ihre Deutsch-Achter nachmachen. Nämlich im Deutschbuch ist ein Tucholsky-Gedicht (dieses da) und das sollten die Schüler zu einem Rap umtexten.

Erst war das Gejammer groß („Können wir nicht einen One-Direction-Song draus machen?“ => Die Mädchen; „Ey, da mach isch gleisch Kollega-Song draus!“ => Die Jungs), dann ließen sich die Achters aber nolens volens auf die Sache ein und dichteten, bastelten, kämpften mit Rhythmen und waren wirklich, wirklich kreativ. Heute durften sie die Ergebnisse dann vortragen. In der ersten Stundenhälfte wurde noch an der musikalischen Untermalung gefeilt („Frau Hilde, dürfen wir ein bisschen lauter machen?“ – „Och, Leudeeee, ich krieg jetzt schon nen Hörsturz von den Bässen!“), dann ging es los.

Und – von der Tatsache mal abgesehen, dass einige mit Rhythmus und so Zeug wirklich auf Kriegsfuß stehen, aber das ist wiederum ein Problem, mit dem sich die Musiklehrer rumschlagen müssen – das Ganze klang ganz toll!

Die Frau Hilde hat es gefilmt und morgen besprechen und reflektieren wir’s.

Und um auf den kleinen Gangsta zurückzukommen: Für den war das gefundenes Fressen. Und die Frau Hilde ist wirklich stolz auf ihn; er hat seine Gruppe souverän durch Text und Rhythmus navigiert!

Danach entspann sich noch ein kleiner Streit ein kleines Gespräch über „gute Musik“. Die Schüler wollten dann auch von der Frau Hilde wissen, was die so privat hört (Schüler V.: „Garantiert so Boygroups und so!“). Die Frau Hilde sagte ihnen dann, was sie gerne mag, anschließend war kurzes Schweigen. Die Frau Hilde ist sich nicht so sicher, ob es beeindrucktes, fassungsloses oder resigniertes Schweigen war. Zumindest bei einem der Schüler (nicht beim kleinen Gangsta *g*) konnte sie punkten. Immerhin. 😉

So, und da die Frau Hilde von der Rap-Idee jetzt ein bisschen oder auch ein bisschen mehr angefixt ist, überlegt sie, ob sie das in die Satzglieder-Reihe der Puschels einbringt. Mal schauen. Ist in der Vorbereitung eine Mordsarbeit, aber wenn das Ergebnis so ist wie bei den Achtern, dann könnte sich das Ganze wirklich lohnen. Netterweise hat ihr Schüler L. die mitgebrachten Dingensrhythmenbasslaufdinger auf Stick überlassen, so dass die Frau Hilde sie auch für die Puschels verwenden könnte. Und ja, keine Angst, alles legal!

Bo-bo-borowski und all das. Oder auch: Yo Määäään. Sagt die Hilde und tappert von dannen. Ein bisschen GUTE Musik hören! 🙂

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Über frauhilde

Chaostrampelndes Lehrerschusselchen
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30 Antworten zu Yo Määään

  1. meineschreibblockadeundich schreibt:

    Ha! Gut, dass Sie einen Text vorgegeben haben, liebe Frau Hilde. (Einen tollen, übrigens! Danke für den Link!) Sonst wäre es bestimmt den Müttern wieder mal schlecht ergangen. Ich erinnere mich mit Schaudern an die kurze HipHop-Phase der Frau Tochter. Obwohl ich dem Rhythmus durchaus etwas abgewinnen kann, habe ich mir die Texte lieber nie zu genau angehört …

    Viel Spaß beim Besprechen und Reflektieren und gute Besserung fürs Schnüpflein wünscht
    Marie

    • frauhilde schreibt:

      Danke, liebe Marie!

      Ja, das kann ich nachvollziehen. Es gibt wohl Phasen, die man als Elternteil nur bedingt durchmachen möchte. (Aber wir waren seinerzeit wohl auch nicht besser, auch wenn wir es heute gerne mal verleugnen … *g*)

      • meineschreibblockadeundich schreibt:

        Ich würde nie behaupten, dass wir früher besser waren ;). Aber die Texte unserer Musik waren doch weniger … *räusper* … explizit. Ich erinnere mich, dass Gilla mit „Tu es!“ (ich weiß, du machst es gut) schon fast für einen Skandal sorgte.

  2. Robin Urban schreibt:

    Jetzt muss ich aber fragen: Was hörst du denn so? 😉

  3. fraubutterbrot schreibt:

    Yo Man!
    Was übrigens auch gut ankommt (hab ich mal in einer Hauptschule ausprobiert): Als Einstieg echte (!) Graffitti-Bilder mit Rechtschreibfehlern austeilen und den Kids somit demonstrieren, wie uncool es ist, wenn man der deutschen Sprache nicht mächtig ist.

    Beispiel: Fikt euch, ihr grigt uns nie!
    … und du nie den Hauptschulabschluss!

    • frauhilde schreibt:

      Das ist mal ne großartige Idee!
      Gibt es die betreffenden Graffiti-Bilder frei im Internet?

      • fraubutterbrot schreibt:

        Da bin ich leider überfragt (Aber google doch mal, sowas müsste doch im Netz tausendfach verfügbar sein?)
        Ich habe damals 2 Bilder gehabt, die ich in meiner damaligen Studentenstadt geschossen hab. Mir fällt jetzt leider auch nicht mehr der Spruch vom ersten Bild ein (ich werde alt!!!!). Ich kann ja bei Gelegenheit mal meine externe Festplatte durchsuchen. Sind ja bald Ferien 🙂

  4. fraukrokodil schreibt:

    Muss mich der Frage von Robin Urban anschließen: Welche Musik verursacht beeindrucktes, fassungsloses oder resigniertes Schweigen???

  5. Corinna schreibt:

    Das war bestimmt eine Unterrichtstunde, an die sich alle noch lange erinnern werden.

    Ich kann dem Old-School-Rap und auch manchem Hip-Hop-Song durchaus etwas abgewinnen, aber zum Schluss komme ich doch wieder auf die „Musik für alte Leute wie mich. Mit Gitarren und so…“ von der FrauKrokodil zurück. 😉

    • frauhilde schreibt:

      Das Gute ist, dass die Kleinen ja noch Zeit haben, zu so etwas wie Musikgeschmack zu finden.
      Bei uns gab’s damals ja auch die eine oder andere „Jugendsünde“. 😉

  6. M. schreibt:

    Also wenn ich mal mehr Zeit habe, muss ich mich hier unbedingt einlesen. Habe dich über Snoppy gefunden. Liebe Grüße!

  7. Indie ist schön, auch mancher HipHop.. für mich kommt es auf das Gefühl dabei an 🙂 Und ich finds toll was du machst Frau Hilde 🙂

  8. handvolldackel schreibt:

    Das hätte ich auch gern gehört – ich finde immer, dass Tucholsky maßlos unterschätzt wird 🙂 Wir hätten beinahe den Hund „Kurt“ genannt, oder „Theobald Tiger“, haben wir dann aber gelassen.
    Und „Suicide Commando“ auch noch?! Ah, Erinnerungen, Erinnerungen …

    • frauhilde schreibt:

      In Satire-Reihen arbeite ich schon länger mit Tucholsky. Ob ihm die Raps gefallen hätten, sei dahingestellt …

      Ich finde Johannes Dendemann aber auch ganz großartig! 😉

      • handvolldackel schreibt:

        … und da wären wir wieder beim Hiphop 🙂
        Nämlich: http://de.wikipedia.org/wiki/Dendemann
        oder: http://www.youtube.com/watch?v=WBsStIdb2a8
        Wir dachten, Dendemann, den kennt man in Hamburg, da muss man nicht so viel erklären, denn eigentlich hatten wir noch „Schmendrick“ auf der Namensliste. Allerdings hat der echte Dende seitdem seine Karriere irgendwie so ein bisschen an den Nagel gehängt und ich kann jedes Mal wieder buchstabieren, wie der Dackel heißt.

        • frauhilde schreibt:

          Aber kennt Schmendrick außer uns Golf-Generationierenden denn noch jemand? (Außer vielleicht, wenn „Das letzte Einhorn“ mal wieder wiederholt wird.)

          Könnt ihr den zweibeinigen Dende nicht darauf hinweisen, dass es für das Seelenheil des vierbeinigen Dende besser wäre, wenn er wieder ein bisschen an seiner Karriere bastelt?

  9. A. P. Glonn schreibt:

    Mensch, Frau Hilde. Kann man nicht mal ein paar Wochen in die Steinzeit … ähm, Urlaub fliegen, ohne dass du mehr schreibst als in die Bibel passt? 😀 Nee, Spaß. Hat mir gefallen, dein Hip-Hop-Ausflug. Schade, dass meine Deutschlehrerin nicht auf die Idee kam. Andererseits war sie ansonsten sehr kompetent, also verzeihe ich ihr das mal im nachhinein. 😉 Stell doch mal deine Gangstas ins Youtube. Frau Hilde und die Gangstas (vorgeschlagener Bandtitel) würden bestimmt den Dingens … *grübelt* … Justin irgendwas mit einem Tiernamen in den Schatten stellen.

    • frauhilde schreibt:

      Oh, die A-Peh ist zurück, wie schön!
      Gibt es denn einen Reisebericht? *liebfrag* *Wimperklimper* *dummes Zeug in Sternchen schreib*

      Meine Gangstas haben übrigens vorgeschlagen, das Ganze auf youtube zu packen. Name des Kanals: Die Dummen. Hm.
      Justin Stirnlappenbasilisk? Kenn ich nich. 😉

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