Faust auf Faust

Hart, ganz hart.

Und nein, das ist nicht der (versprochene; die Frau Hilde hat’s nicht vergessen!) Beitrag zum Thema Tschweiger.

Es ist viel schlimmer.

Die Chaoten krabbeln grad ein wenig in der Klassik herum; ein Referat wurde gehalten, man hat sich Auszüge typischer Vertreter angeschaut und besprochen – und damit wollte die Frau Hilde das Ganze auch gut sein lassen.

Sie hat da bloß die Rechnung ohne die Chaoten gemacht.

Nämlich, die haben heute spontan und unerwartet ihre heiße, innigliche Liebe zu (kurze Einblendung dramatischer Gleich-kommt-was-ganz-Schlimmes-Musik, z.B. das hier) FAUST entdeckt.

Goethes Faust.

Das wollen die lesen.

Die Frau Hilde wiederholt: Das WOLLEN die lesen.

Statt der „Physiker“ (hätte die Frau Hilde bevorzugt, weil es so im Vergleich deutlich spannender, amüsanter und vor allem einfacher ist).

Manchmal ist sich die Frau Hilde nicht so ganz sicher, ob das nun Sternstunden ihres Deutschlehrerdaseins sind oder schlicht die maßlose Selbstüberschätzung ihrer Chaoten …

Sie hofft, dass es ersteres ist, fürchtet aber, dass es in Wirklichkeit letzteres sein muss.

Nun gut.

Nach den Osterferien werden die Chaoten also nun ach! Philosophie, Juristerei und Medizin, und leider auch Theologie … ähm … nicht studiert haben. Aber sie werden mit heißem Bemüh’n … ähm … den Tag verfluchen, an dem sie sich für Faust entschieden haben.

Und die Frau Hilde wird leise lächeln, denken, ich habe es euch doch gesagt, und ihnen dann eine GretchenHildefrage stellen. Oder so.

Bo-bo-borowski und all das. Sagt die Frau Hilde und geht noch ein bisschen atmen, bevor sie morgen das Luftnot-Diktat diktaten wird.

 

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Über frauhilde

Chaostrampelndes Lehrerschusselchen
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26 Antworten zu Faust auf Faust

  1. Anne schreibt:

    Hey, ich versteh die Chaoten absolut, Fauscht ist super!
    Und passt bestimmt gut zu ihnen: Keine Ahnung von nix, aber nach ’ner spendierten Runde ‚rumreisen, Spaß haben und zum Schluss sogar trotz gebautem Riesen-Mist belohnt werden, weil man sich ja soo bemüht hat 😉 (ok, Herr Goethe, Sie können jetzt aufhören zu rotieren)

    • frauhilde schreibt:

      In Ansätzen haben sie sich auch so ausgedrückt („Da geht’s doch um des Weib, oder? Die … Dingens …“ – „Gretchen!“ – „Ja, genau. Hässlicher alter Mann will g*** Schnecke. Des muss ja super sein!“).
      Der Wolle darf ruhig rotieren; ich mag den ja nich so. 😉

      • Anne schreibt:

        Also wenn’s ihnen nur um ‚alter Hecht mit jungem Reh‘ geht, sind sie mit Agnes besser bedient oder mit Homo Faber, wobei der auch schon ziemlich Staub angesetzt hat.
        (und je-des Mal: „Homo?!“ *kicherprustgiggel*)

        • frauhilde schreibt:

          Uaah, Anne, ich lese mit DENEN bestimmt kein Buch, in dessen Titel bereits das Wort „Homo“ vorkommt!! 😀 (In Wirklichkeit sind sie nämlich noch viel schlimmer, was das Sexualisieren von Texten und Äußerungen angeht; ich kann das nur nicht hier bloggen, weil wegen da lesen Minderjährige mit und so.)
          Die müssen da jetzt durch, ich bin gnadenlos. 😉 (Und wer weiß, vielleicht gefällt es ihnen ja ein bisschen; je nach Tagesform sind sie durchaus mal bereit, ins Literarisch-Philosophische abzudriften, ohne dass man das Gefühl bekommt, den Kopf gegen die Wand schlagen zu müssen!)

  2. Anne schreibt:

    Kennst Du die Comic-Version von Flix? Schon die Aufmachung als gebrauchtes gelbes Heft ist toll. Spielt in Berlin, Gretchen ist die Tochter des türkischen Gemüsehändlers und die Gretchen-Frage stellt ihre Kopftuch-Mutter…

  3. nadar schreibt:

    Zu dem Luftlos-Diktat:
    Wohl in der 5. Klasse hatte ich meine Lehrerin unwissentlich verärgert, als sie das erste Mal in einem Diktat „vergaß“, die Satzzeichen anzusagen:
    „Frau K., muss da nicht ein Komma hin?“
    Sie, leise: „Hm, ja“
    Dann, für die ganze Klasse:
    „Es kommen noch mehrere Kommata, die aber nicht angesagt werden!“
    😉

  4. michael schreibt:

    Gehen Sie doch statt Faust/Physiker lieber mit den Schülern ‚Mephisto‘ gucken. Das ist a) nach 150 Minuten vorbei und b) nicht ganz so langeweilig.

  5. Corinna schreibt:

    Ich fand „Faust“ damals nicht so toll. Das „Ich muss sie haben!“ eines alten Kerls fand ich als junges Mädchen beängstigend. Aber dafür war ich sehr begeistert von der Version mit Gründgens auf Videokassette (Gott, bin ich alt!). Da wurde mir der Teufel richtig sympathisch. 😉

    • frauhilde schreibt:

      Das ist ja auch eine grandiose Version!

      Na ja, alter Kerl, junges Mädchen – man könnte auch die Biografie von Loddamaddäus mit ihnen lesen, wenn ich so drüber nachdenke … 😉

  6. A. P. Glonn schreibt:

    Ihhhhhhhhhhh, Dürrenmatt! Ich mag schon den ollen Goethe nicht (aber ich bin Schillerfritzefan! :D), aber Dürrenmatt geht gaaaaaaaaar nicht. Da bin ich ja gespannt, wie deine Chaoten mit dem warm werden – und freue mich auf viele lustige Beiträge darüber. 😉

    • frauhilde schreibt:

      Wir lesen ja auch nicht Dürrenmatt (obwohl ich mit dem eigentlich keine Probleme habe, im Gegensatz zu einem gewissen Johann Wolfang G.). 😉
      Ich bin mal sehr gespannt, wie sie sich schlagen. Und wie du schon gesagt hast, immerhin werden sie mir hoffentlich Stoff für den einen oder anderen Beitrag liefern …

      • A. P. Glonn schreibt:

        Ich sehe gerade, ich habe ein klassisches Beispiel von Fehlinformation da oben betrieben. Eigentlich sollte nach „mit dem“ das unnette Wort Goethelangweiler stehen, aber offensichtlich hat mein Unterbewusstsein beschlossen, einfach mal die Bedeutung des Satzes zu ändern. Egal – ich freue mich so oder so. 😀

  7. meineschreibblockadeundich schreibt:

    Liebe Frau Hilde, ATMEST DU NOCH? Hoffe du und die Puschels, ihr habt das Luftlos-Diktat überstanden!

    Und übrigens, meine Neffe fand den Faust toll. So toll, dass er meinte, ich sollte den auch unbedingt mal lesen (und damit eine seit Jahrzehnten ruhig vor sich hinklaffende Bildungslücke schließen).

    • frauhilde schreibt:

      Ich atme noch! 🙂
      Etwas luftknapp wurde es zwischendrin, als ich an einer Stelle unbedingt vermeiden wollte, dass sie da ein Komma setzen (die meisten haben’s dennoch getan *hmpf*), aber ich hab’s überstanden.
      Ist leider nicht so doll ausgefallen, nur ein Puschelmädchen hat 0 Fehler. Aber ich werde es großzügig werten.

  8. ullli23 schreibt:

    Faust lesen zu wollen kann ich schon nachvollziehen. Man trifft ja ständig und überall auf Zitate daraus. Selbst Boris Becker nannte seine Autobiografie „Augenblick, verweile doch…“. Wenn das nicht für Faust spricht! 😉

  9. sunshinemuffin schreibt:

    Mir ist gerade zum ersten Mal klar geworden, dass ich von dem Verfasser von „Die Physiker“ in der Schule ja schonmal was gelesen hab’… („Das Versprechen“) O.o Hat mein Gehirn wohl nicht die Verknüpfung hergestellt 😀
    Meine Deutschlehrerin erzählt immer, ihr DeutschLK daaaaamals hätte sich freiwillig noch nach dem Abitur bei der Deutschlehrerin getroffen, um den Faust zu lesen…
    Aber was hast du denn für ein Problem mit Johnny W. G.? 😀

    • frauhilde schreibt:

      Die beiden Werke sind ja auch recht unterschiedlich. 😉

      Haha, das muss ich meinem GK erzählen, die lachen sich weg! Freiwillig was lesen! Muhaha!
      Ich hab seinerzeit meine Wissenschaftliche Arbeit über den Johnny geschrieben. Und ich stellte fest, der Johnny und ich, wir mögen uns nicht so arg.

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