Von Isengard [mit Fotos]

In Guck- und Spuckweite der Frau-Hilde’schen Wohnung steht ein … Ding.

Hildehausen verkauft das Ding fleißig als katholische Kirche, aber die Frau Hilde weiß es besser. In Wirklichkeit ist das Ding eine Zweigstelle des hinreichend bekannten Wo-der-böse-Saruman-wohnt-Freizeitparks Isengard. Nur dass es dort nicht von wuselnden Orks und putzigen Uruk-hai wimmelt, sondern … na ja … alienartigen Wesen.

Wirklich.

Wenn man sich das Ding anschaut, dann weiß man, schlimmer kann es seinerzeit in Roswell auch nicht ausgesehen haben. Oder anders gesagt: Was da in New Mexico gefunden worden ist, hat vorher seinen Flugkörper ein paar tausend Kilometer östlich in Hildehausen gelandet.

Man stelle sich das ungefähr so vor: Ein schiffsähnlicher betonartiger Bau (die Frau Hilde kennt sich mit Alienarchitektur nicht so aus und weiß deshalb nicht, was die so für Materialien verwenden, da aufm Mars oder hinter dem Andromedanebel links), unverputzt, oben trölfzig kleine Fenster (anscheinend nicht so gut zum Rausgucken, sonst hätten sich die Aliens damals ja nicht so gnadenlos verflogen), okay, vielleicht nicht trölfzig, aber die Frau Hilde hat sie gezählt und es dürften auf jeder Kirchenseite an die 190 sein!

Nebendran hat jemand eine Art Alien-Fahnenstange (andere nennen so etwas Kirchturm, aber die Frau Hilde findet, dass das eine Beleidigung jedes anständig erbauten und brav da rumstehenden Kirchturms ist) geklatscht, die genau so verloren und unpassend rumsteht. Oben auf der Fahnenstange hat die katholische Kirche in vertuschender Absicht (jaja, ihr seid durchschaut!) ein goldenes Kreuz befestigt.

Auf dem goldenen Kreuz tummeln sich hauptsächlich Krähen, was die Atmosphäre noch hinreichend untermalt.

In der Dämmerung, besonders zu Herbstzeiten, wartet man eigentlich nur darauf, den alten Zausel Gandalf vom Turm flattern zu sehen.

Und bei Tageslicht, besonders zu Frühlings- und Sommerzeiten, fragt man sich, wieso eigentlich immer genug Geld da ist, um Kardinäle in diese schicken roten Kleidchen zu stecken, aber anscheinend nie, um Raumschiffe auch äußerlich in katholische Kirchen zu verwandeln.

Übrigens hat das Geld auch nicht mehr für Glocken gereicht. Das Ding hat noch nie, seit die Frau Hilde in Hildehausen wohnt, geläutet, nicht mal, als der weiße Rauch den Franziskus angekündigt hat.

Seit gestern aber tut sich etwas. Die trölfzig hundertnirgendwasundneunzigmalzwei Fenster werden geputzt.

Vermutlich hat der olle Saruman ein Machtwort gesprochen; ist ja auch blöd, durch so kleine dreckige Fenster kannste nicht mal mit einem Superduper-Alienfernglas bis Mordor gucken. Das wiederum ist eigentlich gar nicht so weit weg, zehn Fahrradminuten etwa, und nennt sich Frau-Hilde-Schule, aber das ist eine andere Geschichte.

Nun gut, Isengard erhält also eine fenstereske Grundreinigung. Die Arbeiter, die auf dem Gerüst stehen und jetzt also handtellergroße Gucklöcher von Andromedanebelstaub und sonstigem extraterrestrischen Dreck befreien müssen, können einem leidtun (Leid tun? Na, auf jeden Fall kriegt man Mitleid!). Und wenn man dran vorbei geht, hört man sie auch.

Sie fluchen sehr unchristlich, aber durchaus terrestrisch, wenn auch in terrestrischer Extremform (Pfälzisch).

Die Frau Hilde wird bei Gelegenheit mal ein Foto machen.

Bo-bo-borowski und all das. Sagt die Frau Hilde und geht mal aliennotwendige Dinge kaufen.

PS: Liegt wohl an den Ferien, dass die Frau Hilde gerade so komische Blogeinträge verfasst. Man möge es ihr verzeihen, aber Schülergeschichten ergeben sich im Moment leider nicht.

 

Edit (23.3.): So, die Frau Hilde hat das mal fotoknipst. Sie bittet die Qualität zu entschuldigen, aber die Frau Hilde war nervös, weil sie wusste ja nicht, ob da nun plötzlich Aliens aus dem Raumschiff springen und so was alles.

Mutterschiff mit Gucklöchern

Mutterschiff mit Gucklöchern

Fahnenstange. Heute mit ohne Krähen.

Fahnenstange. Heute mit ohne Krähen.

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Über frauhilde

Chaostrampelndes Lehrerschusselchen
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35 Antworten zu Von Isengard [mit Fotos]

  1. A. P. Glonn schreibt:

    Ehrlich mal! Anstatt dankbar zu sein, dass in deiner Seh- und Hörweite ein Aliending steht, das dich eben NICHT jeden verd… unnützen Feiertag mit Glockengeläut weckt/nervt, maulst du herum. Uuuuuuund: Würde bei mir ein Suchtrupp der Area 51 rumstehen, ich würde das Teil erkunden. Ist doch spannend! Stell dir vor, du drückst von innen gegen ein Paneel und BUMM! Das Ding wird zum Leben erweckt, stottert und hustet und hui … hebt ab, direkt zum Andromedanebel hinter dem Mars einmal links, dann rechts, dann noch mal rechts und dann wieder links abbiegen. (Vorausgesetzt das Androme-Navi funzt noch.)

    • frauhilde schreibt:

      Ja, aber was mach ich dann beim Andromedanebel? Ich weiß doch gar nicht, ob da viel Verkehr ist. Und ich kann doch kein Raumschiff rückwärts einparken. Ja, das sind schon schlagkräftige Argumente. *find*
      Ich hab übrigens soweit nichts gegen Kirchenglocken; in [Hauptstadt der Kurpfalz] hab ich direkt neben einer katholischen Kirche gewohnt.
      Aber ich kann mich ja mal mit nem Handtuch neben das Ding stellen. Wer weiß, wer weiß …

      • A. P. Glonn schreibt:

        Ach, so, und egal, was man dich fragt, du antwortest dann grundsätzlich mit „42“? 😀

        Also, ich finde Kirchenglocken schrecklich. Hab auch mal direkt neben/unter einer gewohnt – also Kirche, nicht Glocke. Damals wäre ich für ein Raumschiff dankbar gewesen, das mich wegbringt. Und das Parken kann man sicherlich auf dem Weg üben.

        • frauhilde schreibt:

          42.

          Na gut, ich werd’s mal probieren. Ich hoffe nur, dass die Alienanz dann zahlt, wenn ich ein paar Planetchen plattfahre …

          • A. P. Glonn schreibt:

            Das kommt wahrscheinlich ganz darauf an, ob die Alienanz dafür zuständig ist oder nicht. So was kann ganz fix in einen Star Wars ausarten, fürchte ich. *seufzt* Okay, du hast mich überzeugt. Steig lieber nicht in das Raumschiff und tu einfach so, als würdest du glauben, dass es eine Kirche ist. (Ein Handtuch sicherheitshalber mit sich rumzuschleppen, ist wahrscheinlich trotzdem nicht verkehrt.)

            • frauhilde schreibt:

              Ja, toll. Und dann steht Darth Vader vor mir und sagt: „Ich bin dein Versicherungsvertreter, Hilde!“
              Dann schau ich ganz schön alt aus. Nicht einparken können und dann noch einen asthmatischen Versicherungsfuzzi anner Backe.
              (Handtuch ist aber auf jeden Fall eingepackt!)

  2. giftigeblonde schreibt:

    Geh mal rein und guck ob du Alienmässiges findest oder ganz schnöde ein Altar.
    Deine Beschreibung erinnert mich an ein Fußballstadion dass ich mal in Portugal gesehen habe, da haben sie aufgerüstet zur Fußball EM oder WM oder so..da musste ich auch an Aliens denken!
    Schöne Ferien!

  3. Corinna schreibt:

    Immerhin haben die Aliens mindestens eins mit der katholischen Kirche gemeinam: Sie sind genauso weltfremd. *lol* Ja, aber ich bin nun sehr neugierig geworden. Ein Foto wäre tatsächlich nicht schlecht. 🙂

  4. Corinna schreibt:

    Auf dem Bild sieht es ja direkt noch scheußlicher aus, als ich es mir vorgestellt habe. . . . irgendwie wie ein „Insektenhotel“.

  5. Corinna schreibt:

    Ach, zum Thema Glocken: Hier höre ich die Glocken von 4 (in Worten VIER) Kirchen. Das Gute ist, dass man sie irgendwann ausblendet und nicht mehr oder nur noch am Rande wahrnimmt. Ja, aber dann wecken sie einen am Sonntagmorgen um 8 oder am Namenstag ihres Heiligen plötzlich mit Feuerwerk. Das ist erstmal nett! Und man sieht nicht mal viel davon am Tage. 😦

    • frauhilde schreibt:

      Huch?!
      Vier Kirchen, ist das nicht ein bissl viel? Oder läuten sie wenigstens harmonisch?
      Hehe, am besten lernst du jetzt alle Heiligentage der Kirchen auswendig, dann erschrickst du sonntags nicht mehr. 😉

  6. giftigeblonde schreibt:

    Huch das würde ja wirklich kein normaler Mensch als Kirche identifizieren können..da würde ich auch an Aliens Flugobjekt denken hihi
    Das mit dem 42, das stimmt natürlich!

  7. dave schreibt:

    Super Beschreibung *Fett grins und Lach*
    Am besten mal in ein Wäldchen vor Ort gehen und nach einem netten Ent Ausschau halten. Vielleicht schickt der ja seine Bäume vorbei…

    • frauhilde schreibt:

      *schlurchz* Ich hatte ja einen, also einen Ent. Und aber den haben sie letzte Woche abgesägt. Und jetzt?

      • davesstation schreibt:

        Arrrrgh! Das waren bestimmt die alienartigen Wesen so als Prophülaxe falls jemand die Ents zu Hilfe rufen will! Also ich hab nach langem Suchen in der Umgebung von BigCity (da wo ich wohnen tu, liegt im Ruhrpott) endlich einen Ent ausfindig gemacht und was sagt der mir? Sorry kleiner Mensch, bin zu beschäftigt hier die Kohlewüste aufzuforsten, such dir ´nen hilfsbereiten Zauberer!
        Also Zauberer kenne ich nur aus dem Fernseher, die zaubern da so Kaninchen ausm Hut, aber was würde so einer aus der Isengardzweigstelle zaubern? Aliens mit Kuschelohren?
        Vielleicht taucht ja doch mal Gandalf auf, der ist ja bekanntlich im Ruhestand, hat also viel Zeit über.

        • frauhilde schreibt:

          Och Mensch, armer Dave. Kannst du den netten Ent nicht irgendwie bestechen?

          Gandalf? Der redet immer so geschwollen daher, ich weiß ja nicht. Andererseits kann er die Aliens vielleicht totquatschen. Hm …
          Aliens mit Kuschelohren sind bestimmt ganz arg niedlich. Das wäre ein neuer Absatzmarkt für Spielwaren- und Kuscheltierhersteller: „Hier, diesen süßen kleinen Andromedarianer mit den Häschenohren bekommen Sie gratis bei Abnahme mindestens dreier Saturnianer mit ohne Ohren!“

  8. cidrin schreibt:

    Bilder: Sieht aus wie der Todesstern. Also ein Ausschnitt desselben. Sollten Sie auf einem Planeten wohnen, würde ich über geordneten Rückzug nachdenken.

    • frauhilde schreibt:

      Nichts da, Han, es wird nicht gekniffen!
      Jeder Todesstern hat eine verwundbare Stelle und mein X-Flügler und ich werden sie finden! Möge das Raumschiff mit uns sein!

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