Von obszönen Flüssen. Oder: Frankreich 1 (Vorgeschichte)

Die Frau Hilde warnt gleich vor: Dies hier ist verwirrt, ein bisschen unlustig und sehr … öhm … ach so, verwirrt hat sie ja schon geschrieben. Ja. Also.

Ja. Nämlich, die Vorgeschichte war so:

Als die Kollegen nebst der Frau Hilde in den Niederlanden waren, da vereinbarte man Termin und Ort für das Nachtreffen. Die ausrichtenden französischen Kollegen waren dermaßen begeistert davon, dass das Ganze in ihrem Dörflein (6.700 Einwohner) stattfinden sollte, dass sie umgehend begannen, davon zu schwärmen. Nämlich, und jetzt wird es ein bisschen vulgär, sei das Dorf umgeben von einer Möse.

Ja.

Das haben die gesagt, haben die.

Die deutsche Kollegenschaft starrte ungläubig bzw. bemühte sich nach Kräften, nicht rauszuplatzen.

„Pardon?“, wagte Kollege M. schließlich zu sagen.

Ja, erzählte die französische Kollegin, wunderschön sei das da an der Möse. Im Sommer könne man an der Möse liegen.

Spätestens ab diesem Moment konnten sich die deutschen Kollegen nicht mehr in die Augen schauen, weil sie befürchteten, auch das letzte Restchen Fassung zu verlieren.

Geografisch bewanderte Menschen haben die Sache vermutlich längst durchschaut. Nein, mitnichten liegt man … also, da liegt man nicht rum. Die Möse ist nämlich hauptberuflich ein Fluss, den man außerdem Meuse schreibt und hier als Maas kennt.

Leute, die jetzt hierher gefunden haben, weil sie die erste Strophe des Deutschlandliedes gesuchmaschint haben, mögen diesen Blog an dieser Stelle bittedanke verlassen.

Ja. Nun, also, eigentlich ist die Sache mit der Möse mit einem kleinen Lacher abgehakt. Nun handelt es sich bei der Frau Hilde nebst Kollegen ja aber um Lehrer. Und zwar Lehrer, fünf Stück (1) aus oder aus der Nähe von Hildehausen, die absolut KEINE Lust hatten, nach Frankreich zu fahren, Unterricht verschieben zu müssen, sich zwei Tage mit den mäßig beliebten Kollegen aus den Niederlanden rumschlagen zu müssen, wieder im Hotel pennen zu müssen, tagsüber arbeiten zu müssen und irgendwann nachts in ein fremdes Bett fallen zu müssen, kurz: NULL BOCK hatten, sich das anzutun. Und deshalb entwickelte sich in Sachen Möse eine gewisse, sagen wir Eigendynamik.

Und man kann der Frau Hilde glauben, dass es unendlich viele dumme, vulgäre, peinliche Sprüche gibt, in die man den Fluss da einbauen kann.

Der Gipfel war, als man – nach dem Genuss der einen oder anderen Flasche Rotweins – zu mitternächtlicher Stunde dieses Schild im Hotel entdeckte (die Frau Hilde bittet die Qualität zu entschuldigen, aber der fotoknipsende Kollege M. war definitiv nicht mehr Herr seiner horizontalen Sinne)

 035

 So.

Und aber eigentlich wollte die Frau Hilde ja von den Stunden erzählen, die nicht mit dummen Sprüchen verbracht wurden. Viele waren es nicht, muss sie zugeben.

Und aber jedenfalls muss sie zuerst Wäsche aufhängen und dann Unterricht vorbereiten, nämlich der „nette“ (wenn sie DEN erwischt!!) Herr Vertretungsplanmacher hat ihr alle ausgefallenen Stunden schön in die Freistunden der Restwoche gelegt. Danke. Und da sie morgen drei davon hätte, also Freistunden, muss sie jetzt ganz rascheben (sie ist nämlich erst seit zwei Stunden wieder in Hildehausen) das noch machen.

Und morgen kommt dann ein Bericht, der erstens chrono-, zweitens logisch und drittens etwas stubenreiner ist.

Oder so.

 

Bo-bo-borowski und all das. Sagt die Frau Hilde.

 

(1) Es sind dies:

Kollegin C. und Frau Hilde (Frau-Hilde-Schule)

Kollege W. und Kollegin B. (andere Schule)

Kollege M. (wieder andere Schule)

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Über frauhilde

Chaostrampelndes Lehrerschusselchen
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23 Antworten zu Von obszönen Flüssen. Oder: Frankreich 1 (Vorgeschichte)

  1. fraukrokodil schreibt:

    War gar nicht mal so unlustig. Ich- als geographisch extrem unbewanderter Mensch- habe allerdings zuerst an die Mosel gedacht… ja gut, ich geh` ja schon in die Schäm-Ecke!

  2. diewiderspenstige schreibt:

    oh oh, die Frau Hilde auf Abwegen 😀
    Aber Danke für´s nette und überhaupt nicht verwirrende Kopfkino (5 Lehrer + Rotwein + seltsame Plakate… o.O )

    🙂

  3. michael schreibt:

    Bah, woanders kommt das als Nachnahme vor und es gibt Ortslagen, die so heißen. Man sollte Ihre Kollegen dahin verbannen.

  4. handvolldackel schreibt:

    Ich hatte mal im Blog über eine Anomalie an des Dackels Wedeldings berichtet und bekomme seitdem Suchtreffer der eher … erstaunlichen … Natur.
    Gelegentlich in Verbindung mit Gummistiefeln, und da denkt man, in meinem Alter hätte man schon alles gesehen.
    Ich freue mich schon auf deinen nächsten Suchbegriffe-Artikel 🙂

    • frauhilde schreibt:

      Ich hab gerade mein „Es“ angestrengt, aber auf die Gummistiefel-Sache komme ich nicht. Vielleicht magst du das ja verraten?

      Uh, eine ganz schicke Suchsache hatte ich schon. Die würde eher zu „Shades of grey“ passen, nehme ich an. 😉

      • handvolldackel schreibt:

        Die Sache mit diesen Dingen ist ja die: Einerseits macht es einen neugierig – andererseits kann man das Erschreckende dann nicht mehr ungesehen/ungedacht machen.
        Ich wäre ehrlich gesagt ganz froh, wenn ich das wieder verdrängen könnte, weil *hirrrrgh*.

  5. ClauDia schreibt:

    OMG! wenn ich das richtig lese, konnte man sich nicht drücken? Na, ich bin gespannt auf die Fortsetzung! 🙂
    UND… ICH dachte SOFORT an einen Fluß *kopfnick* 😀
    Grüßle
    Claudia

  6. Corinna schreibt:

    Habe auch sofort an einen Fluss gedacht und bin für die Franzosen froh, dass er sich wenigstens unverfänglicher schreibt als er ausgesprochen wird. 😉

  7. Manu schreibt:

    Gnihihihihi… ;O)

  8. giftigeblonde schreibt:

    Sehr lustig..ähm ich meine lehrreich 🙂

  9. Eponine schreibt:

    Hehe, jaja, die Tücken der französischen Sprache *gg*
    *mal weiterlesen geht*

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