Von fremden Sprachen

Heute beim Friseur.

Der Friseur im Da-kommt-die-Frau-Hilde-her-Dorf ist ein ganz Lieber. Er nimmt sich viel Zeit und erklärt bei jeder Haarsträhne, die er bearbeitet, was er da macht, wie er es macht und warum er es macht.

Aber manchmal, also manchmal, da versteht die Frau Hilde ihn irgendwie nicht.

Übrigens redet er sehr lustig, nämlich er spricht einen nicht direkt an, sondern bildet Sätze mit „man“. Die Frau Hilde kennt aus der Kur- und der Pfalz zwar, dass die Leute 3. Person Plural oder Singular statt 2. Person Plural benutzen (statt „Haben Sie Durst?“ sagt man da „Habt ihr Durst“ oder manchmal auch „Hat sie Durst?“), aber das mit dem „man“, das war ihr auch neu.

Friseur: Also, man tut gegen die Naturwellen ja bestimmt einen straightening balm nehmen, gell?

Die Frau Hilde: Ähm, bitte was?

F: Ja, zum Glätten.

DFH: Nein, ich tu da eigentlich nix rein.

F (ungläubig): Ja, aber ohne den balm, also da … (erklärt irgendwas, das die Frau Hilde auch nicht recht versteht; die Quintessenz ist wohl, dass wenn man das Zeug nicht nimmt, quasi sozusagen ALLES verloren ist, so haartechnisch)

DFH: Öh. O-kaaaaay.

F: Wenn man dann aber fönft, dann doch mit relaunch balm, nicht?

DFH: *nix versteh* *lieb lächel*

F (resignierend): Oh je.  Ja, aber … wie fönt man denn dann?

DFH: Ja, ähm … Fön an und ab dafür??

F: (diesen Blick hätte man fotografieren müssen, weil unbeschreiblich; eine Mischung aus Unglaube, Fassungslosigkeit und Resignation)

DFH (verteidigend): Ja, ich hab halt morgens nich so viel Zeit und ich bin auch nich so gut da drin.

F: Aber das geht doch ganz schnell, wirklich. Das dauert HÖCHSTENS fünfundzwanzig Minuten, bis das fertig ist.

DFH: *schluck* (denkt: In fünfundzwanzig Minuten bin ich geduscht, gefönt, ge-anmalt und angezogen. Irgendwas mach ich falsch!)

Also, echt jetzt mal. Fünfundzwanzig Minuten?? Macht ihr auch fünfundzwanzig Minuten rum, bis ihr morgens eure Haare ungefähr da habt, wo ihr sie gern hättet?

Bo-bo-borowski und all das. Sagt die Frau Hilde und stellt sich ihren Wecker morgen fünfundzwanzig Minuten früher …

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Über frauhilde

Chaostrampelndes Lehrerschusselchen
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50 Antworten zu Von fremden Sprachen

  1. giftigeblonde schreibt:

    Kicher, dieser Friseur wäre für mich nicht der richtige.
    Ich bin wie du, 25 Minuten und ich bin ausgehfertig.
    hab allerdings im Moment ziemlich kurze Haare und eine Naturwelle, die braucht nix, nichtmal einen Kamm oder Fön.

  2. fraukrokodil schreibt:

    25 Minuten wertvollen Schlaf vergeuden- niemals!

  3. twilight schreibt:

    Friseurgespräche liebe ich auch. Habe vor ein paar Tagen mal aus der Sicht „des Mannes“ darüber geschrieben (Überschrift: Radarmarathon“).
    Wenn ich meine Haare 25 Min. Föne, dann sind alle weggeflogen.

    • frauhilde schreibt:

      Ich hab’s grad gelesen und mich sehr amüsiert! 🙂

      Ich bin übrigens auch kein Small-Talker; es ist ja lieb, wenn die Friseure mit einem reden, aber nach einem Schultag bin ich meist doch recht maulfaul und würde am liebsten mit geschlossenen Augen vor mich hinduseln, bis alles vorbei ist …

      • chris schreibt:

        Deswegen gehe ich immer unausgeschlafen nach dem Nachtdienst zum Friseur, und versinke da in einen Halbschlaf. Wobei ich auch wach kein Wort Türkisch verstehen würde…
        25 Minuten brauche ich von der Bettkante bis zur Haustür, aber ich habe auch eine Kurzhaarfrisur.

  4. dancingangel94 schreibt:

    25 Minuten?? Und dann unausgeschlafen aber perfekt geföhnt sein? Nee, nicht mit mir. Die Haare werden nach dem Duschen durchgekämmt, der Scheitel gezogen und gut is. Trocknen können die von allein. Ist inklusive Duschen ne Sache von 15 Minuten. Und wenn sie wirklich mal trocken sein müssen, tuts auch Fön an und los. 25 Minuten Haare föhnen….wo kommen wir denn da hin?! 😉

  5. stellinchen schreibt:

    „DFH: *nix versteh* *lieb lächel*“

    ❤ ❤ ❤ 😉

  6. Corinna schreibt:

    Also … *tieflufthol* … ich mag Friseure nicht, weil sie immer so tun, als würden sie mich schon hundertmillionen Jahre kennen und dann reden sie in einer Tour solche Dinge wie Dein Friseur… und dann muss ich ihnen immer erklären, dass ich nichts außer zweimal die Woche eine Portion Shampoo für die Haarpflege benutze und trotzdem wollen sie mir dann immer noch ein Antifizz, irgendwas für die Feuchtigkeit und am besten noch Shampoo und Spülung für lange Haare andrehen. Das war alles viel entspannter, als ich noch eine kurze Igelfrisur hatte, aber das ist nun auch schon 13 Jahre her.

    Außerdem gibt es immer die „ja, bitte, wirklich einfach nur ein paar Zentimeter gerade abschneiden und föhnen“-Diskussion, denn schließlich könnte man auch noch Farbe und Strähnen oder vorn etwas kürzer, hinten länger oder abstufen… Und wenn wir endlich damit fertig sind, d.h. der Haarabschneidende endlich begriffen hat, dass man an mir nicht mehr verdienen kann, als ca. 30 Euro (was ich auch nicht gerade wenig, aber für einmal im Jahr okay finde), dann beginnt endlich der angenehme Teil, in dem ich einfach vor mich hinstarren und das Ende abwarten kann. Ohne Brille sehe ich nämlich ohnehin nicht richtig im Spiegel. *lol*

    Bloß gut, dass ich da nur noch einmal im Jahr hin muss.

    Ach, ja… die Zeit: Ich wasche meine Haare immer nachmittags/abends, weil ich nicht gern föhne, und lasse sie so lange wie möglich an der Luft trocknen. Bei mehr als 20 Grad trage ich meistens einen Dutt, weil mir die Haare im Nacken dann lästig sind. Dazu müssen sie nicht mal trocken sein. Offen lasse ich sie eigentlich nur zum Angeben, was hier in Italien mit blonden Haaren bis zum Hosenbund natürlich ungleich leichter sein dürfte als zum Beispiel in Schweden. 😉

    Daher brauche ich früh im Bad höchstens 15 min. Bei mir fällt nämlich das Anmalen auch noch weg. 🙂

    • frauhilde schreibt:

      Dem ist – eigentlich leider, weil du hast dir so viel Mühe gemacht und so viel geschrieben! – nichts hinzuzufügen.
      Ich hab mich einmal breitschlagen lassen und ein superteures Gibt’s-nur-beim-Friseur-Shampoo gekauft. Ergebnis: Meine Haare fühlten sich eklig an.
      Seitdem gibt’s wieder das billige vom dm …

      Sei froh, dass du blond bist, das erspart dir wenigstens noch eine Weile die „Nein, „WIR“ möchten die grauen Haare NICHT färben!“-Diskussion. Was bin ich die leid! Menno, nur weil ich dunkle Haare hab und man die grauen halt sieht. Ich renn doch auch nicht wegen jeder Falte zum Botox-Doc. Pffff.

      • Corinna schreibt:

        Ja, ich glaube, ich habe einfach Glück mit meinen Haaren. Die wachsen wie Unkraut und Weiße habe ich noch nicht gefunden, sondern nur Schwarze. Die könntest Du gern haben, wenn das ginge. 😉

  7. handvolldackel schreibt:

    Wenn ich morgens allein für mein gülden Haar 25 Minuten brauchen würde, wäre mein Hund vermutlich schon lange geplatzt 😉
    Abgesehen davon werde ich immer nervös, wenn ein Friseur so lange an mir herum föhnt, normalerweise heißt das nämlich, dass 1.) irgendwas stimmt mit dem Haarschnitt nicht und 2.) Ich werde nie in der Lage sein, das genauso hinzubekommen, falls 3.) ich das überhaupt wollen sollte, was ich nie will, weil 1.)
    Warum sollte man (hehe) die Locken überhaupt relaxen, straighten und relaunchen wollen? Haare sehen immer so am besten aus, wie sie eben sind 🙂

    • frauhilde schreibt:

      Zu 2.: Also, das geht ja irgendwie sowieso immer nicht. Am nächsten Tag, und wenn man noch so aufgepasst hat, welche Strähne der Friseur wie fönt und hinlegt und weißnichwas, da sieht das einfach nicht mehr genau so aus. Ich nehme an, das ist ein fieser Trick der Friseurlobby, jaja. 😉

      Eigentlich hab ich ja noch nicht mal Locken, sondern sehe eher aus wie dein Dackel. *g* Also, meine Haare sind nicht ganz glatt, sondern ich hab mal hier, mal da einen Wuschel, wenn ich sie mal einen Tag nicht wasche. Mit der Rundbürste ist denen auch gut beizukommen, da brauch ich kein straightening-whatever.

      Hm. Du könntest deinem Friseur ja mal Hundeshampoo empfehlen.

  8. Manu/FrauWeibsvolk schreibt:

    Pff… genau aus diesem Grund mache ich gar nix am Haar. Also nach dem Waschen. Ich gehe sogar mit feuchtem Haar zur Arbeit. Bis ich dort bin ist das Deckhaar wenigstens trocken. Meine Haare sind so dick, da müsste ich mir einen Wolf föhnen um die komplett trocken zu bekommen.

    LG

  9. A. P. Glonn schreibt:

    *weglach* Dann würde dein freundlicher Frisör mich sicherlich für einen Barbaren halten. Die paar Male, die ich jemals einen Fön benutzt habe in meinen bald 4 Jahrzehnten, kann ich an meinen Fingern abzählen. Und wenn ich genau nachrechne, reicht da sogar eine Hand. 😉
    Lass dir nix erzählen, du siehst toll aus, wie du bist – schlaf lieber die 25 Minuten länger, dann haben auch deine Schüler mehr von dir. (Ich jedenfalls hätte nicht gern mit einer unausgeschlafenen Lehrerin zu tun gehabt. :D)

    • frauhilde schreibt:

      Och, aber verschlafene Lehrer merken doch bestimmt nicht, wenn gebabbelt/ gezettelschrieben/ gesonstwas wird. Das ist für Schüler bestimmt ein Vorteil. 😉

      Ich grins mir grad einen bei dem Gedanken an das Gesicht meines Friseurs, wenn du ihm das so sagen würdest. Ich nehme an, eine Ohnmacht wäre noch die harmloseste Reaktion … 😀

  10. Frau Streng schreibt:

    Ich muss leider föhnen, weil die Naturkrause fast schulterlang ist und sonst (außer natürlich derzeit) eeeewig nicht trocknet.
    Weil ich so dicke und eigenwillige Haare habe, dauert das so ungefähr 7-9 Minuten.
    Ich lese übrigens dabei;) Dein Friseur würde wahrscheinlich ohnmächtig werden, wenn er das hört.
    Zum Glück hat meiner noch nie gefragt!

  11. Nelja schreibt:

    Och, der tut nix, der will doch nur spielen – sprich dir all die schönen balms und gels und schaums verkaufen. Das klappt natürlich am besten, wenn er dir ein so ein schönes schlechtes Gewissen macht, aber so ein richtiges. Selbst ich mit meinen 25 mm Haaren soll ja laut Henning, das ist mein da wohnt die Frau Nelja jetzt Dorffriseur, eine Ansatzspray und ein Spitzenspray und ein Formwachs nehmen. Da sich Ansatz, Spitze und Form auf die kurze Distanz aber nicht so gut unterscheiden lassen, nehme ich mal das eine und mal das andere, bin in 25 MInuten fix und fertig (also mit dem Rest des Körpers auch) und die mitgegebenen Proben reichen locker bis zum nächsten Friseurbesuch – und da gibts dann bestimmt schon wieder was ganz brandneues zum Ausprobieren.

    Grüße! Und immer schön in den Spiegel lächeln! N.

    • frauhilde schreibt:

      Also, das stelle ich mir bei deiner Haarlänge oder eher -kürze irgendwie … schwierig vor. „Mist, Ansatzspray in die Spitzen gesprayt … Gaggö, Spitzenspray pappt am Ansatz …“ 😀

  12. Bluhnah schreibt:

    Alles was haartechnisch über 5 MInuten geht würd mich nerven 😉

  13. Stefan K. schreibt:

    Meine Auswahlkriterien für Friseure:
    – ich werde nicht zugetextet
    – ich kann Termine vereinbaren und muss dann nicht länger als eine Viertelstunde warten
    – Sensibilität für Ratschläge: z.B. müsste man sehen, dass ich kein Gel in den Haaren haben will
    – auf Nachfrage aber gern Beratung

    Die, die das erfüllen, können dafür auf meine jahrelange Treue setzen 😉

    • michael schreibt:

      > z.B. müsste man sehen, dass ich kein Gel in den Haaren haben will

      Sowas soll der Friseur sehen können ? Ist das nicht etwas zuviel verlangt ?

    • frauhilde schreibt:

      Den ersten Punkt stelle ich mir recht schwer erfüllbar vor. Zumindest am Anfang gibt es ja immer irgendwelche Smalltalk-Versuche (bei mir übrigens auch, wenn ich demonstrativ die Augen schließe …).

  14. Seemädel schreibt:

    Hehe… alles, was morgens länger als 1 Minute dauert, ist zuviel. Da müsste ich ja sonst früher aufstehen :lol:.
    Ich wasche meine Haare allerdings abends (nicht täglich), und die können dann über Nacht trocknen – aktuell im Zopf, weil sie sonst am nächsten Morgen in alle Richtungen abstehen^^

    Aber Smalltalk beim Friseur und der Versuch, mir lauter Zeugs zu verkaufen, ist auch nicht mein Ding. An meinen Haaren darf mittlerweile meine beste Freundin rumschnippeln, das ist sehr praktisch – ihr macht’s Spaß, ich spar Geld und mit _ihr_ ist Smalltalk völlig ok^^

    • frauhilde schreibt:

      Das mit der besten Freundin ist eine prima Idee.
      Ich hab allerdings Zeugin sein dürfen bei dem, was die meine vor 26 Jahren mit den Haaren meiner Lieblingsbarbie angerichtet hat. Insofern verzichte ich dankend. 😀

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