Vom „Zackbumm“

Ja. Zackbumm.

Zackbumm hat es gemacht, und die (Schul-)Realität hat die Frau Hilde wieder gehabt.

Nämlich so langsam wird es ja Zeit, sich gründlich auf das nächste Schuljahr vorzubereiten, auch wenn das dadurch erschwert wird, dass die Unterrichtsverteilung noch nicht steht. Was bedeutet, dass die Frau Hilde noch gar nicht weiß, welche Klassen sie in welchen Fächern bekommen wird. Da bereitet es sich nicht so optimal vor.

Aber zwei Dinge mussten dringend gemacht werden, nachdem das Arbeitszimmer ja seit einigen Tagen wieder weitestgehend glänzt und vor allem betret- und benutzbar ist:

Erstens wollten noch einige Geschichtsreihen verändert bzw. vervollständigt werden.

Und zweitens, und das ist eine Arbeit, vor der sich die Frau Hilde immer wieder erfolgreich drückt, weil sie furchtbar nervig ist, mussten analoge und digitale Materialien aufeinander abgestimmt werden.

Das Ganze ist folgendermaßen: Die Unterrichtsreihen hat die Frau Hilde digital, also auf dem Laptop. Jede Reihe hat einen Ordner; innerhalb des Ordners sind die Stunden in der korrekten Reihenfolge mit Arbeitsblättern, ggf. Folien undsoweiterundsofort.

Die Folien und Teile der Arbeitsblätter liegen aber natürlich auch in ausgedruckter Form vor und befinden sich auch in Ordnern, allerdings solchen, die man anfassen kann und die im Regal stehen. Oder daneben, wenn man Frau Hilde heißt.

Erschwerend kommt hinzu, dass es Tage gibt, an denen hat’s die Frau Hilde eilig. Und dann wird nicht so abgespeichert, dass man die Dinge sofort wiederfindet, sondern unter Dateinamen, mit denen die Frau Hilde nie wieder etwas anfangen kann, zum Beispiel „Arbeitsblatt x.y.20xx“.

Von diesen Dateien, da hat die Frau Hilde eine ziemliche Menge angehäuft, weil sie, wie bereits geschildert, so Arbeiten gerne mal verdrängt.

Gestern war dann aber der Tag der Tage.

Morgens um halb zehn kam Kollegin M. und man überarbeitete zusammen diverse Reihen. Als M. gegen 16 Uhr ging, machte sich die Frau Hilde ans Werk und ging trölfzigtausend Ordner mit noch einmal so vielen Dateien einzeln durch, archivierte, löschte, benannte um, fluchte, schwitzte – und konnte um viertel nach zwei heute Nacht endlich die Faust ballen und „YES!“ schreien. Okay, das konnte sie schon nicht mehr, weil sie inzwischen das Gefühl hatte, quadratische Augen zu haben. Und sie hatte begonnen, mit ihrem Wasserglas zu reden. Sie denkt, dass das kein gutes Zeichen war.

Heute saß sie mit einer längeren Unterbrechung den ganzen Tag an den neu zu erstellenden Stunden. Und irgendwie wollte das nicht so recht. Weil erst war es kalt, dann war es schwül, dann war es warm, dann war es warm UND schwül – und dann regnete es.

Natürlich just, als sich die Frau Hilde zur erwähnten Unterbrechung in den Zweitwohnsitz begab, weil sie sich dort mit Kollegin A. treffen wollte, nämlich die war schwanger und ist es jetzt aber nicht mehr und hatte ihr Baby dabei und das wollte natürlich bewundert werden. Die Frau Hilde war nass und begeistert.

Danach holte sie das Rosinante-Bikel beim Bikel-Doc ab. Der war auf einmal ganz nett zu ihr. Als die Frau Hilde die Rechnung sah, wusste sie auch, warum …

Aber das Rosinante-Bikel, das hat jetzt ganz viele neue Sachen, Bremsen, Gangschaltung, Beleuchtung, Kette; der Achter aus dem Vorderrad ist raus, das hintere Schutzblech scheppert nicht mehr, kurz: Wenn das Bikel nicht generell etwas ramponiert aussähe, könnte man annehmen, es sei fast neu. Und es fährt ganz doll prima. Nur das mit den neuen Bremsen, das muss die Frau Hilde noch üben. Nämlich die bremsen ganz prima. GANZ prima. Beim ersten Bremsversuch hatte die Hilde das Gefühl … Hm … Kennt ihr das, wenn man bei einem Automatikauto mit dem falschen Fuß auf die Bremse tritt, weil man Schaltwagen gewöhnt ist und kuppeln will? GENAU so hat sich das Bremsen angefühlt. Die Frau Hilde konnte gar nicht so schnell gucken, wie das Rosinante-Bikel gestanden ist!

Jetzt wird sie sich wieder den Wundern der Australopithecinen hingeben.

Und ab morgen ist dann bis Samstag Deutsch dran; ab Sonntag geht es mit Geschichte weiter.

Ach, Menno.

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Über frauhilde

Chaostrampelndes Lehrerschusselchen
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23 Antworten zu Vom „Zackbumm“

  1. Anne schreibt:

    Och, kein „Menno“, das klingt doch nach vielen Häkchen auf der Tuduuliste – möchtest Du ein Fleißkärtchen oder lieber den Dashastdugutgemacht-Stempel?
    Schön, dass es Rosinante so blendend geht, etwas mit Namen wird nicht notgeschlachtet 🙂
    (aber ich sag jetzt lieber nicht, dass wir am Montag abfliegen, gell?)

    • frauhilde schreibt:

      Na ja, es ist eher der „Das hättest du alles schon längst erledigen“- oder der „Selber schuld, weil du deine Dateien nicht ordentlich abspeichern kannst“-Stempel … *seufz*

      Schön, von dir zu lesen. Wie war’s denn beim Klettern? Alle Kindlein und du heil geblieben?

      (Hmpf, ich hab das jetzt mal dezent überlesen. *g* Wo geht’s denn hin?)

      • Anne schreibt:

        Dann also der DasnächsteMalklapptsbesser-Stempel, ok 😀
        Klettern gab’s (zu) wenig, jeder (öhm, ich hab mich gedrückt) nur 2x hoooooch in die Bäume und quer über den Beam, dafür vorher mit den Trainern viele tolle Gemeinschaftsfindungsspiele. Für die beobachtenden Lehrer super Erkenntnisse, für die Kids halt laut Endreflexionsrunde nicht so spannend (26x „joa, hat was gebracht, aber: mehr Klettern!!“), doch Spaß hatten alle trotz Tropenhitze.
        Die ist im Urlaub wohl auch: Fahre Memphis… „The Mississippi Delta was shining like a National guitar, I am following the river down the highway through the cradle of the civil war“

        • frauhilde schreibt:

          Ich mag diese Spiele auch total gern. Nur die Schüler komischerweise nicht so. *g*
          Und wie, du hast dich gedrückt? Also, bitte, schäm dich ein bissle! 😉

          Ui, Memphis. Gehst du Elvis suchen?
          Ich wünsch dir auf jeden Fall ganz viel Spaß und Entspannung dort!!

          Übrigens bin ich heute durch Annehausen mit dem Zug. Wenn man von Hauptstadt der Kurpfalz nach DkdFHh-Dorf will, muss man wegen Streckensperrung um Neckargemünd rum nämlich die abenteuerlichsten Umwege fahren …

          • Anne schreibt:

            Umwege erweitern die Ortskenntnis 😉 Von hinten durch die Brust ins Auge war da wohl das Motto der Bahn… Nächstes Mal sagst Du Bescheid und steigst für’n Kaffee auf dem Marktplatz aus, gell?
            Ja, wir besuchen Elvis, der war immerhin Thema meiner Staatsarbeit (dank der LP-Sammlung meines damals-noch-nicht-Mannes). Und Tochterkind möchte unbedingt die Führung durch die Gibson-Manufaktur machen, Werbespruch: „You’ll never want to smash an electric guitar again!“ 🙂

  2. handvolldackel schreibt:

    Hui, ich erinnere mich, wenn ich mein altes Fahrrad (15 Jahre, mit extra ramponiertem Sattel und wackeligen Extras, damit das keiner klaut) mal wieder vom Fahrradrepariermann hole, dann zieht der auch die Bremsen so straff, dass es mich immer fast über den Lenker haut … da muss man sich erstmal wieder dran gewöhnen.
    Stell dir bei der Arbeit spät nachts lieber ein Glas Whisky auf den Schreibtisch, wenn du anfängst, mit dem Ding zu reden, weißt du wenigstens, warum 🙂

    • frauhilde schreibt:

      Das ist im Prinzip eine ganz prima Idee.
      Nur möchte ich nicht wissen, wohin und unter welchen Namen ich die Dateien nach ein, zwei Gläsen Whisky abspeichere … *g*

      Ah, beruhigend, dass es anderen auch so geht.

  3. Jürgen schreibt:

    Das Archiv geordnet zu haben finde ich wunderbar – ich selbst schaffe es noch nicht mal, meinen Schreibtisch aufzuräumen. Muss aber in der nächsten Woche passieren, denn dann mache ich die Steuer und brauche Platz.
    Gratuliere.

    • frauhilde schreibt:

      Danke. Aber das war überfällig. Ich hab an die zweitausend Dateien gehabt, die überall waren, wo sie nicht hingehörten …

      Ich finde die Absicht, Platz für die Steuer zu schaffen, sehr löblich! (Ich würde unter diesen Umständen wahrscheinlich in die Küche umziehen. Tür vom Arbeitszimmer zu, dann sieht man das Chaos nicht mehr …)

  4. michael schreibt:

    Haben Sie sich auch ein anständiges Fahrradschloß besorgt ?

  5. cidrin schreibt:

    Das Reden mit dem Wasserglas ist an sich noch nicht bedenklich.
    Der Psychiater fragt hier allerdings nach: “ Was hat es geantwortet?“

    • frauhilde schreibt:

      Und der Psychoanalytiker fragt vermutlich noch, wie man sich dabei gefühlt hat?

      Übrigens hat es vor sich hingesprudelt. Ich weiß jetzt nicht so recht, ob ich das als Antwort werten kann.

  6. Tanja schreibt:

    Bo-bo-borowski?

  7. Löblich, löblich das mit der Planung! Davon sollte ich mir eine dicke Scheibe abschneiden …

    • frauhilde schreibt:

      Och, du … Ich würde dir eher raten, nicht so doof wie ich zu sein und deine Dateien unter sinnvollen Namen abzuspeichern. Das erspart einem eine ziemliche Menge Arbeit. *g*

  8. Patty schreibt:

    Die Systemikerin würde außerdem gerne wissen: Angenommen, ich würde das Wasserglas fragen, wie es die Situation beschreiben würde …

  9. Du schaffst das schon Frau Hilde 🙂

  10. Judith schreibt:

    Also wenn Du fertig bist – ich hätte hier auch noch so ein paar Dateien und Analogordner??? 😉 Wann gehts denn wieder so richtig los? Also, mit Schülern?

    • frauhilde schreibt:

      Hm … Was zahlst du denn? *g*

      Am 19. geht’s wieder los. Am Freitag vorher ist Dienstbesprechung, da sehe ich dann erstmal die Kollegen wieder. Und die lieben Kleinen dann am Montag.

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