Vom Beginn vorm Beginn des Beginns

Oder so.

Heute war Dienstversammlung, also quasi das offizielle Ende jeglicher Ferienaktivitäten.

Vorher musste sich die Frau Hilde aber dringend mit dem Kollegen H. treffen; der hat ihr ja die Praktikanten aufs Auge gedrückt und da wollte noch so dies und das besprochen werden. Nun hat H. aber die Praktikanten gar nicht mehr, sondern Kollege G., der aber war nicht da. Hm.

Man einigte sich aber darauf, am Montag nach der Schule noch mal alles durchzusprechen.

Außerdem hat H. der Frau Hilde den Sojamilchkaffee bezahlt, da war es dann nicht mehr so schlimm, dass sie anderthalb Stunden früher als gehofft aufstehen musste.

Ja. Und dann war Dienstbesprechung. Erstmal gab’s ein großes Hallo und Bussi hier und Drückerle da. Hach. Schön war das. Und LAUT war das. Die Frau Hilde wird wieder eine Woche brauchen, um sich an den durchschnittlichen Lehrerzimmer- und Schullautstärkepegel zu gewöhnen.

Danach saß man zweieinhalb Stunden so da und tat das, was man in Konferenzen so macht, außer Kollegin U., die hat heute nicht gestrickt, sondern ist vom Stuhl gefallen. Kann ja mal passieren.

Die Frau Hilde bekam ihren Stundenplan, mit dem sie auch fast zufrieden ist. Nein, eigentlich IST sie mit ihm zufrieden, nämlich bis auf einen Kurs hat sie alle Wunschklassen und -kurse bekommen. Nur den LK Deutsch nicht. Schade. Dafür hat sie einen Grundkurs Deutsch und einen Grundkurs Geschichte, jeweils in der 11, bekommen. Und einige der Kindlein haben dann auch die Arschkarte gezogen das zweifelhafte Vergnügen, die Frau Hilde in beiden Kursen genießen zu dürfen.

Ihre Achter hat sie jetzt auch in der Neun als Klassenlehrerin. Und dann noch eine Achte in Geschichte und noch eine Achte in Deutsch (das gibt wieder Hormonattacken, au weh …). Und eine weitere Neun in Geschichte.

Die Puschels bekommen Geschichte erst im zweiten Halbjahr, deshalb weiß die Frau Hilde noch nicht, ob sie die wieder haben wird.

Und leider ist sie diesmal nicht im Team mit Lieblingskollegin O.; die hat zwar wieder eine Fünfte als Klassenlehrerin, aber da ist die Frau Hilde nicht mit Deutsch drin, weil da ist ein Grundschullehrer drin, der ja nur bis zur Siebten unterrichten darf und deshalb meist die ganz Kleinen bekommt. Das bedauert die Frau Hilde wirklich sehr, weil mit Lieblingskollegin O. und noch dem Fahrradreparierkollegen M. (nicht zu verwechseln mit dem persönlichen best Feind von der Frau Hilde, der auch M. heißt, aber das merkt ihr dann schon, wen die Frau Hilde meint) als Co-Klassenlehrer, das wär ganz primafein gewesen. Aber gut, sollte nicht sein.

Oh, und natürlich die Chaoten. Die hätte die Frau Hilde ja fast vergessen! Die hat sie auch wieder. Diesmal sogar vierzehntägig nachmittags in der letzten Stunde. Die Frau Hilde nimmt an, dass an diesem Tag die Zahl der Spontanerkrankungen in ungeahnte Höhen steigen wird. Wer will schon bis 17 Uhr an der Schule rumhängen? Für die Schüler ist das aber auch wirklich blöd, vor allem im Winter. Die kommen im Dunkeln und gehen im Dunkeln. Und zwischendrin wollen lauter komische Lehrermenschen was von ihnen. Das ist nicht nett, ist das nicht.

Die Geschichts-Monsterachter werden übrigens an den Kollegen M. (diesmal ist der andere M. gemeint) gehen. Die Frau Hilde weiß jetzt nicht, mit wem sie mehr Mitleid haben soll. Sie tendiert zu den Schülern.

Nach Dienstbesprechung und gemeinsamem Mittagessen zog es die Frau Sabi, O., Kollegin G. und die Frau Hilde ganz nötig in den Zweitwohnsitz. Dort saß man dann bei Kaffee und tauschte die neusten Neuigkeiten aus. Zwei der neuen Kolleginnen wurden auch noch mitgeschleppt, eine davon scheint sehr nett zu sein, was fein ist, und ja, dann saß man da.

Anschließend holte die Frau Hilde noch ein Päckchen bei der Post ab (sie hat sich da so eine Plühmschn-Tasche bestellen müssen, weil ohne Plühmschn-Tasche kann das Schuljahr einfach nicht losgehen, ist klar), „durfte“ beim Einkaufen noch den Inhalt ihres Rucksacks rechtfertigen (JA, die Frau Hilde hat Verständnis, dass die Kassierinnen das tun müssen. NEIN, die Frau Hilde hat KEIN Verständnis dafür, dass sie, wenn sie mehr oder weniger von der Arbeit kommt und mit dem Fahrrad ist und ihre Sachen nicht im Auto lassen kann, angekackt wird, weil sie eine halbleere Tube Handcreme im Rucksack hat. Hmpf.), radelte dann nach Hause, wo sie jetzt sitzt und ein bisschen ein schlechtes Gewissen hat, wegen weil sie hat schon wieder nichts vorbereitet. Andererseits ist sie auch ein bisschen müde, ist aber der Meinung, dass man am letzten Ferientag einfach noch nicht um halb zehn ins Bett kann. Was für ein Dilemma!

Sie wird jetzt aber vermutlich doch gehen und vielleicht morgen früh joggen gehen, vielleicht aber auch nicht, weil sie zehrt noch vom letzten Joggen (= Muskelkater). Schaumermal.

Und aber morgen, da wird sie total fleißig sein, jaja. Wirklich. Zumindest wenn es darum geht, ihr Plühmschn-Täschchen für Montag zu packen. Jaja.

So, das war der wahrscheinlich vorletzte Ferienbeitrag.

Ab Montag wird dann wieder über die Schule berichtet. Und ab Dienstag vielleicht sogar schon wieder über die Chaoten. Sofern die da sind. Bestimmt schwänzen „vergessen“ die diese vierzehntägige Sache da nachmittags …

Bo-bo-borowski und all das. Sagt die Frau Hilde und haut sich ins Bett.

Edit (22 Uhr): IIIIIIIIIIIEEEEEEEEEK!!

Gerade hat Isengard zum ersten Mal, seit die Frau Hilde hier wohnt, geläutet. Die Frau Hilde ist vor Schreck fast gegen die Tür gelaufen.

Ob das die Ankündigung ist, dass Aliens landen? Ob Saruman etwas im Schilde führt? Ob ein Ent versehentlich gegen den Glockenturm gedotzt ist? Fragen über Fragen …

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Über frauhilde

Chaostrampelndes Lehrerschusselchen
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17 Antworten zu Vom Beginn vorm Beginn des Beginns

  1. Corinna schreibt:

    Vielleicht war das auch nur das Anläuten zum neuen Schuljahr. 😉

  2. A. P. Glonn schreibt:

    Da fällt mir glatt Dorothy L. Sayers ein. Da lag eine Leiche im Glockenturm. Magst du nicht mal raufschauen? 😀
    Sind die Puschels eigentlich noch Puschels? Ich meine, die sind doch jetzt gar nicht mehr so klein und niedlich, oder? Und wieso bekommen die erst in der zweiten Hälfte Geschichte? Ist Geschichte so unwichtig geworden? Kein Wunder, dass kein Mensch unter 35 mehr weiß, wer Che ist. Oder Lenin. Oder *füge irgendeinen Typen/Typin ein, der/die mindestens vierzig Jahre tot und in irgendeiner Form für irgendwas bekannt war*.
    Ich freue mich jedenfalls auf die nächste Woche, wenn es neue Schulgeschichten von dir gibt.

    • frauhilde schreibt:

      Ich weiß nicht – wer weiß, was mich da oben erwartet? *ängstel*

      In der 7. Klasse wird Geschichte hier epochal unterrichtet, das heißt, ab dem zweiten Halbjahr zweistündig statt wie an anderen Schulen übers ganze Jahr einstündig (einstündige Fächer sind das Letzte; du brauchst ewig, um die Namen zu lernen, und die Kindlein vergessen bei nur einer Wochenstunde natürlich ALLES SOFORT wieder). Halte ich für recht sinnvoll, weil wegen siehe Klammer.
      Che kennen sie gar nimmer, sie schauen nur ein bisschen doof drein, wenn man sie darauf aufmerksam macht, dass der Herr, der sich auf ihren ach-so-coolen T-Shirts befindet, ein gewisser Ernesto Guevara ist.
      Das „mindestens vierzig Jahre tot“ kannst du übrigens streichen; als es so aussah, als würde Nelson Mandela bald sterben, hab ich eine Stunde bei den Zehnern über Apartheid und Mandela gemacht. EINER kannte ihn …

      • handvolldackel schreibt:

        Mit etwas Glück erwarten dich oben auf dem Glockenturm die Adler, wenn du lange genug wartest 😉
        Oder, falls du ganz zufällig auch „Ein Lied von Eis und Feuer“ (bzw. „Game of Thrones“) gelesen haben solltet: Denk an Bran.
        Und geh nicht auf den Glockenturm.

        Die Geschichtsfrage hätte ich auch gestellt, so erklärt klingt das wirklich ganz sinnvoll. Ansonsten bin ich als pädagogisch vollkommen Unbeteiligte auch immer wieder erschreckt, wie wenig die Kinder wissen.
        So wie wahrscheinlich jede Generation vor mir.

        • frauhilde schreibt:

          Ich hab „Game of thrones“ am Bett rumliegen. Eines der Dinge, zu denen ich in den Sommerferien nicht gekommen bin … *schäm*

          Ich bin manchmal auch erschrocken, besonders wenn es kurz vorm Abi ist und ich mir so denke, und DAS soll Hochschulreife sein??
          Na ja, wir tun unser Bestes, dass ab und an mal ein Lichtblick bei rumkommt. 😉

  3. meineschreibblockadeundich schreibt:

    Ui! Schon wieder Ferienende in Sicht? Wie die Zeit rast …:! Hier sind es noch ein paar Wöchelchen. Weiß nicht, ob ich „zum Glück“ schreiben soll ;)!

    Einen schönen Sonntag dir!
    Herzlichst
    Marie

  4. Jürgen schreibt:

    Und ich wünsche einen schönen Anfang. Ich hab gottlob noch 3 Wochen vor mir.

  5. Stefan K. schreibt:

    Alles Gute zum Start in’s neue Schuljahr!!

  6. Frau Streng schreibt:

    Etwas verspätet (weil ich gerade erst in den Ferien-Flow gefunden habe), wünsche ich von Herzen einen guten Anfang! Kann man ein Bildchen von der Plümschentasche erbetteln?

  7. Judith schreibt:

    Mich lässt Isengard ja nicht los. Ich dachte ja, dass es nur EIN so ein häßliches Bauwerk im Umkreis von 100 km von zu Hause (nämlich in zu Hause) gibt… Isengard ist aber nicht in zu Hause und somit muss es doch noch ein zweites so häßliches Ding geben. Brrrrrrrrrrrrr – da bekommt man ja Angst.

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