Vom Merken

Merke 1: Willst du nicht völlig desillusioniert werden, beginne einen Grundkurs 11 in Geschichte niemalsnienicht mit einem Einstiegs-Wiederholungsquiz!

Merke 2a: Wenn du gerade so im Lehrerzimmer rumsitzt, mach niemals ein „Quatscht mich ruhig an“-Gesicht, denn Merke 2b: sonst setzt sich der Stundenplanmacher neben dich, schaut dich mit einem „Selber schuld, du hast das Quatscht-mich-ruhig-an-Gesicht“-Gesicht an – und drückt dir für mittwochs in der ersten Stunde (die du frei hast) eine Präsenz rein.

Merke 3: Wenn du eine Klasse mit fünf Mal demselben Vornamen hast, dann lass die Schüler auch ihre Nachnamen auf die Namensschildchen schreiben. Sonst sitzt du zwischen den Fotos und der Klassenliste zu Hause und guckst ziemlich dumm aus der Wäsche.

Merke 4: Wenn dich ein Kollege mit „gut, dass ich dich sehe!“ anspricht – FLIEH! Es kann sich nur um etwas handeln, das entweder mit Mehrarbeit oder Stress verbunden ist, im ungünstigsten Fall mit beidem. Die Frau Hilde ist jetzt nämlich nicht nur im Besitz von vier Deutschpraktikanten, sondern auch drei Geschichtspraktikanten.

Merke 5: Verlass dich nie auf deinen gedruckten Stundenplan. Irgendwas ist immer anders (heute der Raum, in dem die Frau Hilde ihre Neuner hat).

Merke 6: Gib dich nie der Illusion hin, Papiergeld und dergleichen Orga-Kram wenigstens einmal fristgerecht einsammeln zu können. Einen gibt’s immer, der jeden Tag sein „Oh, hab’s vergessen“-Leierlein anstimmt. (In diesem Fall übrigens der kleine Gangsta, der dafür aber auch ein bisschen zerlegt wurde.)

Puh. Ganz schön viel Denkarbeit, das.

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Über frauhilde

Chaostrampelndes Lehrerschusselchen
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32 Antworten zu Vom Merken

  1. A. P. Glonn schreibt:

    *macht sich fleißig Notizen* Na, hoffentlich kann ich mir das alles merken. 😉

  2. cidrin schreibt:

    Für 2 und 4: Legen Sie sich eine Tarnexistenz zu. Mimikrymäßig. Verschmelzen Sie sodann mit Ihrer Umgebung. Ich kenn mich im Lehrerzimmer nicht so gut aus, was sich da eignet. Stuhl? Tisch? Kaffeemaschine? Nein, lieber nichts was bedient wird.
    Körbe gibts da nicht, oder?

    • frauhilde schreibt:

      Na ja, Papierkörbe halt.

      Um im Lehrerzimmer mimikrymäßig getarnt und unerkannt zu bleiben, legt man sich am besten die Optik des Schwarzen Bretts (Klammer auf die Seite mit den Mitteilungen des Kultusministeriums Klammer zu) zu.
      Kaffeemaschine würde meine sofortige Entdeckung und Enttarnung bedeuten. Ist der am häufigsten frequentierte Ort im LZ …

  3. michael schreibt:

    > mittwochs in der ersten Stunde (die du frei hast) eine Präsenz rein.

    Kann ich leider nicht: Hab Arzt Termin, die Handwerker kommen, … .

  4. twilight schreibt:

    Merke 7: In anderen Jobs ist es auch nicht viel anders. Es müsste mal Jemand einen funktionierenden Tarnmantel erfinden! Gegen Pünktlichkeit habe ich auch keine Einwände.

  5. giftigeblonde schreibt:

    Oha,..da haste aber viel zu denken heute mit den ganzen Merke!
    Aber ich bin sicher, DU hast dir alles gut gemerkt 🙂
    Schönen Abend, liebe frauhilde!

  6. Corinna schreibt:

    Das mit den Namen finde ich echt fies. Es müsste verboten werden, mehr als zwei gleichnamige Personen in eine Klasse zu setzen. 😉

    • frauhilde schreibt:

      Danke, das sehe ich auch so.
      Und sie müssten Namen haben, die man sich leicht merken kann: „Blondes Mädchen hinten links am Fenster“ oder „Kackbratze vorne rechts“ bleiben doch prima im Gedächtnis!

  7. praktikon schreibt:

    Ich muss sagen, 13 Jahre Schule und ein Jahr Praktikum in einer Schule haben mir diese Merke eingebrannt wie noch was – hoffentlich werde ich sie in der Zeit bis zu meinem Referendariat (immerhin noch 5 – 10 Jahre) nicht vergessen. Ansonsten kehre ich zu dir zurück, oh holde fru hilde, und werde sie mir wieder durchlesen!

    P,S.: Als Praktikant fallen Merke 2a, 2b und 4 zusammen. Es endet nämlich in Frühaufsicht. Fünf Mal die Woche.

    • frauhilde schreibt:

      Mist. Hat deine Ich-bin-der-arme-kleine-Praktikant-Tarnung nicht gezogen? 😉
      Aber tröste dich, selbst wenn du in der Lehrerzimmer-Nahrungskette aufsteigst, kriegst du noch so Zeug aufs Auge gedrückt.

      Jetzt bin ich aber ein bisschen verwirrt: Wieso Ref in 5-10 Jahren?

  8. Jürgen schreibt:

    Oh Göttin, das geht ja ganz krass los!

  9. teacheridoo schreibt:

    Notiert und äääh, zwecks beizeitiger Inhalierung irgendwo abgelegt. (Nochbrauchichnich. NochbinichnurPrakti. *rausred*)

    Sagen Se mal, die Praktis, das sind alles Lehramtspraktis?! Wie soll man solcher Mengen denn Herr werden? Da hängt doch in der Regel auch Betreuungsaufwand dran oder ist der in Ihrem Bundesland nicht so enorm (sprich: sind die Anforderungen an die Praktis nicht so enorm)?

    • frauhilde schreibt:

      Die Geschichtspraktikanten betreue ja nicht ich, sondern eine Kollegin. Die kommen nur zum Hospitieren.
      Und bei den Deutschpraktikanten ist es so, dass ich zwar vier von acht betreue, dass aber der Oberboss ein Kollege von mir ist, der auch die langen Unterrichtsentwürfe korrigieren muss.
      Ich wiederum nehme die in die 8. und 9. Klasse mit, gehe mit ihnen ihre Unterrichtsplanung durch, reflektiere die Stunden mit ihnen und so was alles.

  10. Frau Streng schreibt:

    So viele Praktikanten…da bin ich doch nochmal lieber BL 🙂 Dafür hat man den oder die dann halt das ganze Jahr an der Backe, was total toll aber auch total grauenvoll sein kann…
    Wir haben übrigens 5 (in Worten FÜNF!) Praktikumslehrer an der Schule. Zum Mittwochspraktikum findet man im Lehrerzimmer die Kollegen nicht mehr vor lauter Studenten.

  11. ca schreibt:

    Naja, einfach die unmöglichsten Schülerfragen an den Praktikanten weiterleiten: „Der Geheimpolizei in der UdSSR…weiß ich gerade nicht wie der hieß…aber die hatten bestimmt eine…Herr xyz, sowas macht man doch auf der Uni? Sehen Sie, wusste ich doch das Sie das wissen. Und wer war da 1972 der Chef?“ oder „Der Vorgänger von Bismarck als Ministerpräsident in Preußen, Herr xyz, sagen Sie mal schnell“.
    Sollte das nicht reichen um ihn zu vertreiben: Jede Gelegenheit für ein unmögliches Kompliment nutzen „Sie sind ja noch jung, da schafft man das mit dem Kartenständer…und manchem anderen Ständer“ oder „Sie werden bestimmt mal ein guter Lehrer, sehr beliebt … bei den Mädchen, insbesondere“ und dann zur Fünf-Minuten-Pause augenzwinkernderweise auf einen „Kaffee“ ins Lehrerzimmer (oder zu sich nach Hause) einladen.
    (Erfolgreich praktiziert von einer Erdkundelehrerin, der Praktikant war nach einer Doppelstunde nie mehr gesehen).

    Alternativ einfach mit zu den Chaoten nehmen.

    • frauhilde schreibt:

      Das ist im Prinzip möglich, aber das würden meine Mutterinstinkte nicht zulassen. Weil die sind doch so niedlich.
      Wären das doofe, arrogante oder so Praktikanten, wäre das natürlich ein probates Mittel, sie genüsslich auflaufen zu lassen.
      Das würde ich bei diesen Praktikanten aber niemalsnienicht übers Herz bringen.

      Und zu den Chaoten dürfen sie nächste Woche mit.
      Ich weiß allerdings noch nicht, ob das eine gute Idee ist …

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