Von Kroatien und so was alles I

So.

Die Frau Hilde entschuldigt sich jetzt schon mal, dass sie das alles nicht in einen Beitrag packen kann. Sie wird, zumindest hat sie sich das so gedacht, wobei die Pläne der Frau Hilde ja hin und wieder anders enden, als sie das vorhatte, aber mal sehen, also jedenfalls hat sie sich gedacht, dass sie neben den „normalen“ Blogbeiträgen immer wieder mal einen Kroatien-Teil einfügen wird. Ja. Hat sie gedacht. Mal sehen, was daraus wird.

Merkt man, dass sie noch ein wenig übernächtigt ist und das Hilde-Gehirnchen noch nicht so recht arbeiten will?

Also, jedenfalls und überhaupt, am Sonntag ging das ja los. Kollege M. (also, der nette M., der das Rosinante-Bikel repariert hat, nicht der doofige. Judith hat den in einem Kommentar RBRM – Rosinante-Bikel-Reparier-M. – genannt, das wird die Frau Hilde jetzt einfach mal so übernehmen, damit es nicht zu Verwechslungen kommt, und jetzt hat sie vergessen, wie der Satz anfing, und war da nicht auch noch eine Klammer irgendwo, und deshalb fängt die Frau Hilde jetzt einfach noch mal ganz von vorne an.

Also, am Sonntag, da hat RBRM die Frau Hilde mit dem Auto abgeholt, weil diese trölfzigeinhalb Taschen hatte und damit nur ungern zum Bahnhof gelaufen wäre. Man fuhr dann zu RBRM und seiner Freundin, die wiederum die beiden an den Bahnhof brachte.

Dort warteten schon die Kindlein, und es waren auch fast alle pünktlich da.

Man fuhr mit dem Zug in eine größere Stadt und stieg von dort in den Bus ein. Das ist kein gecharterter Bus gewesen, sondern ein ganz „normaler“ Linienbus, der zwischen Deutschland und Kroatien verkehrt. Viele Kroaten nutzen diese Linie, weil sie erheblich billiger ist als Flüge.

Die Frau Hilde ließ ihren Trekkingrucksack im Leib des Busses verstauen und begab sich dann mit ihrem Handgepäck zum Sitz. Der Bus war in Dortmund (?) losgefahren und schon recht voll. Die Frau Hilde setzte sich auf einen freien Sitz und dachte kurz, dass das ja lustig werden konnte, denn so richtig viel Platz nach vorne hatte sie nicht, und sie misst ja nur geschwindelte hundertachtundsechzig Zentimeter. RBRM mit seinen einseinundneunzig sollte da größere Probleme bekommen. Der packte sich dann neben die Frau Hilde, klappte sich zu diesem Zwecke ein wie ein Taschenmesser und litt fortan.

Dann ging es los. Beginn der Fahrt war 15.30 Uhr, ungefähr gedachte Ankunftszeit in Zagreb nachts gegen vier, halb fünf.

RBRM pienzte ein wenig herum wegen der mangelnden Beinfreiheit und wurschtelte sich dann irgendwie halb quer hin. Das erschwerte die Kommunikation ein wenig, aber so nach zwei, drei Stunden war den beiden auch eher nach Dösen als nach Kommunikation.

Nächster Halt war dann Stuttgart, dann Ulm, wo der Bus etwas leerer wurde, was RBRM dazu nutzte, den Zweiersitz nebenan zu okkupieren und sich wenigstens halbwegs auszustrecken.

Kurz nach Stuttgart verfuhren sich die Fahrer dann das erste Mal (es sollte nicht das letzte Mal sein!).

Bei jedem Halt konnte man kurz die Toilette aufsuchen (glaubt der Frau Hilde, Klos auf diesen Umschlagplätzen sind alles, aber nicht lecker!) und – im Fall der Frau Hilde – schnell schauen, ob das Wetter noch da war. War es, aber es war schlecht.

Kurz vor der österreichischen Grenze tat RBRM kund, dass man seiner Meinung nach erheblich früher ankäme, wenn es so staulos weiterginge. Die Frau Hilde glaubte ihm und hibbelte schon ein wenig herum. Sie nahm an, man werde über Villach fahren, durch den Karawankentunnel und durch Slowenien. Kurz nach Ljubljana dann über die Grenze nach Kroatien, und dann wäre es ein Katzensprung nach Zagreb.

Leider dachten die Busfahrer aber anders. Sie verließen kurz nach der österreichischen Grenze die Autobahn, um Maut zu sparen, und fortan ging es in Richtung Graz auf den kleinstmöglichen Landstraßen. Jubel. Nicht.

Inzwischen war es dunkel geworden, so dass von Alpenpanorama keine Rede sein konnte.

Die Frau Hilde hat vergessen, wie lange man in Österreich herumeierte, es war wirklich, wirklich lange. Über die Grenze ging es dann bei Maribor. Und auch in Slowenien ging es auf Landsträßchen weiter.

RBRM war inzwischen eingeschlafen, in einer Haltung, die man nur als ungesund bezeichnen konnte. Die Frau Hilde langweilte sich, hörte ein bisschen Musik, langweilte sich weiter und stierte dann aus dem Fenster. Man sah nicht viel, da dunkel.

Irgendwann fuhr der Bus an einem Flüsschen entlang. Süß, dachte die Frau Hilde, da ist ein Fahrradweg und eine ganz kleine Brücke.

Kaum hatte sie den Gedanken gedacht – bog der Bus auf den Fahrradweg ab.

Der wird doch nicht, dachte die Frau Hilde weiter.

Doch.

Der Bus fuhr bis kurz vor dem Brückchen, stellte dann offensichtlich fest, dass Brücken- und Fahrzeughöhe nicht recht korrespondieren wollten, und musste dann im Dunkel neben einem Fluss auf einem kurvigen Fahrradweg zurücksetzen. Einer der Busfahrer stieg aus und gab Anweisungen.

Das war dann der Moment, in dem die Frau Hilde die Augen schloss und um ein wenig Schlaf flehte.

Ihr Flehen wurde erhört und so wachte sie erst am Grenzübergang wieder auf. Nämlich, das ist keineswegs so, dass man, da EU, einfach so von Slowenien nach Kroatien fahren kann. Nein, erst wird man von slowenischen Grenzern gefilzt, nach zweihundert Metern noch von kroatischen. Es könnte ja sein, dass man auf diesen zweihundert Metern Schmuggel- oder Was-weiß-die-Frau-Hilde-für-Ware aufgenommen hat. Die Frau Hilde entschuldigt sich dafür, dass das jetzt sehr polemisch klang, aber es war schon echt skurril. (Hätte sie gewusst, was ihr auf der Rückfahrt blühen würde, hätte sie ihr Mäulchen nicht so aufgerissen!)

Irgendwann war man dann bei Varaždin über die Grenze gekommen und endlich sah man Licht am Ende der Fahrt des Tunnels.

Gegen halb sechs morgens erreichte man Zagreb. Die Frau Hilde klebte mit der Nase am Fenster, sah aber nicht so richtig was.

Am Busbahnhof angekommen, warteten bereits übernächtigt aussehende Gasteltern mitsamt Gastschülerinnen (es waren nur Mädchen) auf die deutschen Schüler. Man begrüßte sich kurz und ging dann zu den Gastfamilien nach Hause.

RBRM und die Frau Hilde wurden von den beiden kroatischen Kolleginnen herzlich begrüßt und ins Hotel gebracht. Man logierte hier. Die Frau Hilde sagt euch nur gleich, dass die auf der HP zu sehenden Bilder nicht von diesem Hotel sind!

Aber es war sauber und es gab ein Bad. Mehr braucht man ja erstmal auch nicht.

RBRM und die Frau Hilde fielen in die jeweiligen Betten und pennten sich eins, um zwei Stunden später wieder aufzustehen, das Zimmer zu räumen (dFH; da hatte es eine Fehlbuchung gegeben und dFH musste das Zimmer wechseln) und sich dann auf den Weg in die Innenstadt zu machen. Da man noch keine Wochenkarte für die öffentlichen Verkehrsmittel hatte, wurde der Weg zu Fuß gemacht.

RBRM zeigte der Frau Hilde die Innenstadt (er war ja bereits im Vorjahr da gewesen), und dann setzte man sich hin und nuckelte hingebungsvoll an sehr viel Kaffee.

Am Nachmittag traf man sich mit den beiden Kolleginnen, lernte die kroatischen Schulleiter kennen (eine davon war in Deutschland aufgewachsen und sprach ein Deutsch, von dem dFH da in der Pfalz nur träumen kann!), besprach den Ablauf der folgenden Tage und traf dann um 18.30 Uhr wieder auf die Schüler, um diese bezüglich des Tagesablaufs zu instruieren.

Danach gingen RBRM und die Frau Hilde etwas essen und tranken noch ein Bier. Die Frau Hilde, die seit fast einem Jahr keinen Alkohol mehr getrunken hatte, merkte das Bier recht schnell und trappelte entrückt lächelnd und in etwas anderen Sphären neben RBRM zurück ins Hotel. Dort wurde noch schnell nach dem Wetter geschaut (es war noch da, aber nass) und dann die Direttissima ins Bett genommen.

Das war der erste Tag.

Da die Frau Hilde schlaftechnisch immer noch schwer angeschlagen ist von dieser Woche, bricht sie jetzt ab, bereitet schnell ihren Unterricht vor, isst was und geht dann wieder schlafen.

Bo-bo-borowski und all das!

Advertisements

Über frauhilde

Chaostrampelndes Lehrerschusselchen
Dieser Beitrag wurde unter Der Leben an sisch, Schulkramzeugs veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

21 Antworten zu Von Kroatien und so was alles I

  1. giftigeblonde schreibt:

    Ich freu mich auf die nächsten Berichte.
    Den Weg den ihr nach Zagreb genommen habt, über Varazdin, haben wir Ostern auch genommen.
    Das war da wo wir auch das Wetter gesucht haben so wie du und Ende März nur Regen und Schnee fanden gggg.

  2. diewiderspenstige schreibt:

    uiii, da ist ja allein das Hinkommen ein Abenteuer für sich – waren wenigstens die Schülers schön brav und ruhig? (Bei uns war da ja permanent Bus-Party… o.O)

    Was? Lehrer und seit knapp einem Jahr keinen Tropfen Alkohol angerührt?! Vielleicht solltest du deinen Konsum mal ein bisschen steigern, macht manche Dinge wesentlich erträglicher 😀

  3. Stefan K. schreibt:

    Wow, Busfahrer eines Linienbusses, die mit der Maut geizen und sich verfahren?? … und das im Zeitalter der Navis… Was ist denn das für ein Unternehmen?!? :-O

    Ich vermisse im ersten Teil Deines Berichtes auch die Eskapaden Deiner Schülerchen… waren die etwa auf der ganzen Busfahrt brav? Keine verbotenen Zigaretten, Alkohol oder sogar Cannabis etc.? Kein Stress mit anderen Busreisenden durch zu laute Musik etc??

    • frauhilde schreibt:

      Das ist so ein internationales Unternehmen, das Busse anmietet, so habe ich es verstanden.
      Es war schon sehr, sehr skurril. Noch nicht mal das Erlebnis nachts, aber dass sie sich auf dem Weg von Untertürkheim auf die Autobahn (stand großmächtig angeschrieben) verfahren haben, das war schon schräg.

      Du, die waren heldenhaft brav, die Kindlein. Ich konnt’s selbst kaum glauben. 😉
      Und sie sind ja noch jung (10. Klasse), die brauchen noch ihren Schlaf.

  4. A. P. Glonn schreibt:

    Hurra, du bist wieder da! Na, wie gut, dass die Busfahrer zu zweit waren und nicht einer von euch aussteigen und vom Radweg/Flüsschen wegleiten musste … Das sind ja mal Abenteuer – gab es da eigentlich keinen Stress mit den gelangweilten Kindlein? Ich hoffe mal, dass die restliche Zeit in Kroatien nicht gar so ermüdend war und warte jetzt einfach mal auf weitere Zwischenberichte.

    • frauhilde schreibt:

      Stress gab es überraschenderweise nicht. Nur am Ende ein bisschen. Aber davon berichte ich noch. 😉
      Und die restliche Zeit war toll, einfach toll. Ich mag wieder hin!! *schlurchz*

  5. Judith schreibt:

    Na das klingt doch schon mal nach einer ereignisreichen Woche 😀

  6. Judith schreibt:

    Mönsch Frau Hilde – nur weil Ihr nicht die beiden einzigen renovierten Zimmer bekommen habt. Oder vielleicht hat der Hoteleigentümer auch seine eigenen Gemächer fotografiert – das darf man nicht so eng sehen ;). Hast Du auch wahre Fotos? Fänd ich ja interessant. Und was bitte ist „tägliche Ruhezeit“ für 27 €???

    • frauhilde schreibt:

      Ich hab auch wahre Fotos. Und ein paar werde ich auch posten. 😉
      Tägliche Ruhezeit? Vielleicht gepflegtes Chillen? Keine Ahnung, wir haben keine tägliche Ruhezeit gemacht. *g*

  7. Corinna schreibt:

    Mensch, da bin ich aber froh, dass Du heil wieder zurück gekommen und nicht in einem Flüsschen zwischen Deutschland und Kroatien verschollen bist!!!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s