Von Kroatien und so was alles II

Ein kroatisches Schnellchen.

Zagreb.

Montag.

Nach dem arbeitsreichen Vormittag gehen Schüler und Lehrkräfte am Nachmittag bowlen. Die Frau Hilde freut sich drauf wie auf Zahnschmerzen, weil Bowling ist nicht ihre Baustelle. Sie startet einen – erfolglosen – Überredungsversuch, indem sie mit Welpenblick auf die Dartscheiben im Spielecenter deutet, aber der Blick zieht irgendwie nicht, und so fügt sich die Frau Hilde in ihr Schicksal.

Natürlich wird sie Letzte, zusammen mit der kroatischen Kollegin.

Diese meint anschließend (die Kindlein sind bereits gegangen), sie brauche jetzt einen Schnaps, um die Niederlage zu verdauen.

Man setzt sich ins Café, die Kollegin bestellt für sich und RBRM einen Medica (Honigschnapszeug); die Frau Hilde lehnt dankend ab.

Der Kellner bringt das Gewünschte – und stellt die Gläschen vor die Kollegin und die Frau Hilde. Er sagt was zu der Kollegin, woraufhin die in Gelächter ausbricht und erzählt, er habe gesagt, er sei sich nicht sicher, ob RBRM denn schon 18 sei.

Schnute bei RBRM (der übrigens 30 ist, aber recht jungenhaft aussieht), Grinsen bei der Frau Hilde.

Zagreb.

Samstag.

RBRM und die Frau Hilde gehen rascheben in den Konzum, um für die Fahrt am Sonntag Getränke (Wasser!! Anm.d.FrH) zu kaufen. Man steht an der Kasse, radebrecht mit der Kassiererin, die ein wenig Deutsch kann und sich total freut, dass da jemand aus Deutschland nach Zagreb kommt.

RBRM zahlt. Die Frau Hilde kramt noch in ihrem Geldbeutel.

Die Kassiererin nimmt das Rausgeld aus der Kasse, guckt RBRM an, guckt die Frau Hilde an, überlegt einen Moment, drückt es dann der Frau Hilde in die Hand und sagt: „Ich geben besser Mama!“

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Über frauhilde

Chaostrampelndes Lehrerschusselchen
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29 Antworten zu Von Kroatien und so was alles II

  1. giftigeblonde schreibt:

    Laaaaaaaaaaaaaaaaaach!
    Die freuen sich alle einen Haxen aus, wenn sie mit ihren Deutschkenntnissen uns deutschsprechende überraschen können.
    Uns hat in Zagreb auch einer überrascht, aber mit Englischkenntnissen:

    Wir stehen mitten in der Stadt um nicht zu sagen mitten in der Straße mitten in Zagreb, und gucken in eine Karte.
    Bleibt ein schwarzer BMW oder Mercedes stehen, Riesen Auto, sah nach Geld aus ggg, und fragt ob er uns irgendwie helfen kann.

    Ich glaube daher dass die alle ziemlich fremdsprachenkundig sind und auch bereit sind ihre Kenntnisse an anderen auszuprobieren.

    Geschichte Ende 😉

    • frauhilde schreibt:

      *rofl*
      Ja, aber solche Ereignisse machen das Ganze ja wert, oder?
      Ich hab auch die Erfahrung gemacht. Und dass sie sich riesig freuen, wenn man ein „dobro jutro“ oder so rausbringt (meins klang nicht wirklich kroatisch, aber ich hab mich wirklich bemüht!). 😉

  2. Muhahaha der arme Kollege 🙂

  3. diewiderspenstige schreibt:

    hihihih Oh.mein.Gott. arme Frau Hilde. 😀

  4. cidrin schreibt:

    Sie hätten den Medica nicht ausschlagen sollen. Ist echt gut.

  5. Jürgen schreibt:

    Balkan kann auch süss sein, Mama.

  6. Eponine schreibt:

    LOL! Dein armer Kollege. Wobei, irgendwann wird er sich vllt mal drüber freuen (du fandest das wahrsch. weniger witzig). Kann aber ein Lied davon singen, denn ich werd immer und überall für jünger gehalten…

  7. Judith schreibt:

    Erinnert mich so an meine Abschlussfeier in der Berufsschule. Mitschülerin und ich, sehr gut befreundet, sehen uns wirklich relatib ähnlich und hatten zufällig auch noch was ähnliches an. Kommt der Vertrauenslehrer (den wir nicht im Unterricht hatten, meine Kollegin war aber Klassensprecherin und deshalb kannten die beiden sich) und er sagt zu meiner Mitschülerin: „Och Frau XY, dass ist aber schön, haben Sie Ihre Mutter mitgebracht?“ :O Ich fand das nur mäßig lustig – der Lehrer aber sicher auch, der musste nämlich die ganze Feierlichkeit über neben mir sitzen und es war ihm unglaublich peinlich… Und das, obwohl ich auch oft eher für jünger gehalten werde.

  8. Corinna schreibt:

    *lol* Ich glaube, die Frau Hilde Lehrerinnenkleidung ist vielleicht zu … erwachsen. Daran kann’s doch nur gelegen haben.

    • frauhilde schreibt:

      Lehrerinnenkleidung? Öhm … Was is DAS denn??
      Ich geh immer ganz normal. Also, in dem Fall Jeans, T-Shirt, Converse. Hm. *grübel*
      (Ürgs, jetzt hab ich so ein Dutt-Bluse-Rock-Kopfkino. Iek!!)

  9. A. P. Glonn schreibt:

    Das ist – zugegeben – immer eine unangenehme Sache. So richtig peinlich wurde es aber mal für meine bessere Hälfte. Sagte der zu einer Arzthelferin. „Oh, du bist schwanger – in welchem Monat denn?“ (Total begeistert, weil sie mal erzählt hat, dass sie gerne und so.) Ich weiß nicht, wer von beiden mehr geschluckt hat, als sich herausgestellt hat, dass sie nicht schwanger ist …

    • frauhilde schreibt:

      Autsch, das sind dann die Wo-ist-das-Loch-im-Boden-Momente.
      Hätter er ihr nicht weismachen können, dass „schwanger“ auf argentinisch (?) dasselbe bedeutet wie „Sie sehen heute aber wieder mal ausnehmend gut aus!“?

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