Vom „Owned“

Ja. Owned.

Das hat sich die Frau Hilde heute grad mal selber.

Man (= lehrer) plant ja immer ganz fein; in den Hauptfächern am Ende der Unterrichtsreihe eine Klassenarbeit, in den Nebenfächern eine SÜ (30-Minuten-Test über die letzten zehn Schulstunden) und zwischendrin hin und wieder eine HÜ (Hausaufgabenüberprüfung). Dann schaut man auf dem Klassenarbeitsplan, ob man am Wunschtag auch schreiben kann, flucht, verschiebt hin und her (besonders erbaulich bei Mischklassen) und steht am Ende da und denkt, dass das jetzt aber ein ganz schön doofes Timing war wegen weil nämlich dann hat man ein paar Wochen gar keine Korrekturen und dann aber auf einmal viel zu viele.

Und dann schaut man noch auf den Kursarbeitsplan der Oberstufe – und weint dann ein bisschen, weil die Kursarbeiten auf wundersam Murphy’sche Weise irgendwie AUCH noch in diesen Viel-zu-viele-Phasen liegen.

Und so tapperte die Frau Hilde heute zur ersten Stunde die Treppen hoch, beladen mit Arbeiten und Tests, und tapperte nach der sechsten Stunde die Treppen wieder runter und dachte sich, eine Kursarbeit, eine SÜ, zwei HÜs – okaaaay. Aber daheim liegen schon zwei Kursarbeiten, eine Klassenarbeit und eine Stationenarbeit. Oh, und ein Test.

Und dann fiel ihr ein, dass sie morgen Abend eingeladen ist und am Sonntag mit den Chaoten ins Theater geht. Und da dachte sie nochmal was, aber das klang dann nicht mehr stubenrein.

Doof, wenn man sich in Sachen Korridingsen selbst reinreitet. Wirklich, wirklich doof.

Hier sollte es dringend einen Facepalm-Smilie geben. Den hätte die Frau Hilde heute mal für sich selbst gebraucht …

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Über frauhilde

Chaostrampelndes Lehrerschusselchen
Dieser Beitrag wurde unter Der Leben an sisch, Schulkramzeugs veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

23 Antworten zu Vom „Owned“

  1. giftigeblonde schreibt:

    Oha das klingt nach einem anstrengendem Rest der Woche.
    Gibt’s bei euch eine Frist, innert der korrigiert und zurückgegeben werden muss?
    Liebe Sonnige Grüße!

    • frauhilde schreibt:

      Die gibt es, glaub ich. Ich kenn nur die Stelle im Schulrecht nicht. Meist geb ich die auch recht schnell wieder raus, aber diesmal staut sich’s wirklich im Arbeitszimmer …

      • giftigeblonde schreibt:

        Kann ich mir lebhaft vorstellen.

      • Tina schreibt:

        Beschwören kann ich’s nicht, aber bei uns hieß es zur Schulzeit immer, dass die Kurs-/Klassenarbeiten spätestens zwei Wochen vor der nächsten Arbeit zurückgegeben werden müssen. 😉 Bei HÜs kann ich mich an keine Frist erinnern. Allerdings hat sich ohnehin nie groß jemand um diese Fristen geschert…

        • frauhilde schreibt:

          So ist das auch immer noch. Schulrechtlich müssen die Kindlein die Möglichkeit bekommen, sich zu verbessern. Ob da jetzt zwei Wochen ausreichen, sei mal dahingestellt.

          Bei HÜs gibt es keine Frist, aber die sind ja meist ohnehin viel schneller korrigiert als eine Kursarbeit, besonders eine in Sprachen.

  2. daslandei schreibt:

    Schick mir ein Paket und einen Rotstift, ich nehm Dir gerne eine paar Korridingse ab. Dabei kann ich wenigstens in der warmen und trockenen Stube sitzen 😉

  3. twilight schreibt:

    Ja, ich übernehme auch eine Arbeit. In Mathe war ich ganz gut. Physik geht auch. Also her damit! 😉

    • frauhilde schreibt:

      Das passt ja perfekt, denn ich unterrichte Deutsch und Geschichte. 😀

      • twilight schreibt:

        Aber der gute Wille zählt?
        Wenn noch ein unkorrigierter Aufsatz bei Dir herum flattert, nehme ich den auch, quasi als Wochenendlektüre. Korrekturen mache ich aber in grün. Das sieht wesentlich positiver, vorwärtsgewandter und optimistischer aus, als das rote Einerlei. Einverstanden?

  4. Marie schreibt:

    Ach, liebe Frau Hilde, das wird schon. Irgendwie. Irgendwann. Man muss auch mal loslassen können ;). Hab ich inzwischen gelernt …

    Ein schönes Wochenende trotz allem!
    Herzlichst
    Marie

  5. „wegen weil nämlich dann hat man“
    „Und da dachte sie nochmal was, aber das klang dann nicht mehr stubenrein.“

    Was für grandiose Formulierungen! *gg

    Schön, dass bei all der Terminierungsverbesserungskorrekturdingens der Humor nicht auf der sprichwörtlichen Strecke geblieben ist! ;o))

  6. frllehrerin schreibt:

    Das hört sich ja wirklich gaaanz schön viel an! Meiner Mentorin geht es auch gerade so. Ich würde ihr gerne ein wenig Arbeit abnehmen, aber darf ja leider nicht. Dafür bewerten wir die Vorträge vom LK gemeinsam – darf ich zwar auch nicht, aber da wir uns eh immer einig sind was Bewertungen angeht…
    Also ich nehme ruhig auch noch ein paar Tests zum Korrigieren entgegen. Ich habe sogar einen eigenen Rotstift. 🙂

    LG,
    Miss B

  7. nadar schreibt:

    /me reicht FrauHilde zwei ASCII-Facepalmin – rechts- und linksdrehend, je nach Bedarf:
    )m
    m(

    Danke, dass du uns trotz deiner mehrfachen Überlastung auch noch an der Bitternis deines Lebens teilhaben lässt.
    Wenn das Sprichwort stimmt, dürftest du jetzt immerhin nur noch einen Bruchteil deiner Sorgen . haben. 😉

    • frauhilde schreibt:

      Dankeschön; da kann ich mir das ja sogar noch aussuchen! Fein! 🙂

      „Danke, dass du uns trotz deiner mehrfachen Überlastung auch noch an der Bitternis deines Lebens teilhaben lässt.“
      Es mag an meiner Müdigkeit liegen, aber diesen Satz kann man durchaus auch falsch verstehen.

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