Vom Schäfchenzählen

Eigentlich waren das mal ganz schön viele.

Nämlich, also im letzten Jahr, als die Frau Hilde Klassenlehrerin einer achten Klasse wurde, da waren dreißig Kindlein in selbiger. Das war schon viel. Und vor allem war das ganz schön laut. So kleine Kinder, die können nämlich enormen Lärm machen!

Im Laufe des Schuljahres ging man zweier verlustig (Wechsel auf die Realschule).

Am Ende des Schuljahres mussten fünf zur Nachprüfung antanzen, von denen drei gescheitert sind.

In dieses Schuljahr startete man mit fünfundzwanzig Schäflein. Das ist auf jeden Fall eine überschaubarere Menge als dreißig, dachte sich die Frau Hilde.

Aus den fünfundzwanzig wurden dann mal eben vierundzwanzig (ein Kindlein verzog gen anderes Bundesland), und hastenichtgesehen waren es nur noch dreiundzwanzig, weil ein weiteres Schäflein dauerhaft krank wurde und zu Hause beschult wird.

Letzte Woche dann entschieden die Eltern von Schäflein L., nachdem die Lehrerschaft zum trölfzigtausendsten Mal gesagt hat, der Bub soll auf die Realschule, weil er’s einfach nicht packt und total unglücklich ist, dass besagtes Schäflein zurück in die Acht gehen soll. Die Klassenkonferenz stimmte dem Antrag natürlich einstimmig zu.

Da waren’s nur noch zweiundzwanzig. So langsam bekommt der Unterricht Grundkursatmosphäre, weil wegen in den Grundkursen sind auch immer rund achtzehn bis vierundzwanzig Kindlein.

Eins der Schäflein steckt zudem in einer Ich-weiß-nicht-ob-ich-wirklich-auf-dem-Gymnasium-bleiben-soll-Krise. Es wird also nicht langweilig. Die Frau Hilde zumindest ist gespannt, mit wie vielen der Kindlein sie das Ende der neunten Klasse erreicht …

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Über frauhilde

Chaostrampelndes Lehrerschusselchen
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13 Antworten zu Vom Schäfchenzählen

  1. OP-Tisch-Pilotin schreibt:

    gut, dass das schäflein einen hauslehrer bekam. meine mutter hatte ein ganzes jahr lang sich dafür eingesetzt und was kam? ein anruf einer grundschullehrerin, die deutsch bis zur 3. klasse unterrichtet. AHRG. >.<

  2. Corinna schreibt:

    Das hört sich eher nach „10 kleinen Negerlein“ (Darf man das noch sagen/ schreiben?) als nach Schäfchenzählen an. Hoffen wir, dass am Ende nicht alle weg sind. 😉

    • tonari schreibt:

      Kannst Dich ja alternativ auch auf „10 kleine Jägermeister“ beziehen. 😉

    • anna schreibt:

      Natürlich darfst du das sagen und schreiben!
      Entscheidend ist allerdings die Frage: Möchtest du rassistisches Vokabular verwenden? Und hältst du es aus, wenn man dich deswegen kritisiert?

      • Corinna schreibt:

        Man kann mich gern kritisieren, denn natürlich ist jeder einmal geäußerter Gedanke Freiwild. Ich habe den Titel des besagten Abzählreims zur Bezeichnung eines Motivs verwendet, das ist Texten immer wieder vorkommt. Trotzdem stolpere ich doch über das Wort.

        Danke für die durchdacht formulierte Antwort von Dir; gefällt mir sehr.

  3. Jürgen schreibt:

    Klassen sollen nicht über 20 Schüler sein dürfen!
    Das müssen wir immer und überall verlangen.
    Frohe Weihnacht, Frau Hilde.

  4. handvolldackel schreibt:

    Oder, wie es Agatha Christie gesagt hätte: „Und dann gabs keines mehr“ …

  5. anna schreibt:

    Aus der Schweiz betrachtet sind diese Klassengrössen erschreckend: 22 Schülerinnen gelten hier als viel, mehr als 25 erfordern eine explizite Ausnahmegenehmigung.

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