Von Anspruchsdenken

Die Frau Hilde hat ja diverse Chaoten-Prüflinge in Deutsch. Um ihnen ein wenig Hilfestellung zu leisten, bot sie an, dass man sich, freiwillig natürlich, treffen und wiederholen und vertiefen und Fragen stellen bzw. beantworten könne.

Letzte Woche kamen dann auch fast alle; Herr A. schwänzte, aber gut, es war ja auch freiwillig. Die Frau Hilde war dennoch milde überrascht, denn Herr A. ist der einzige Prüfling, der eine bestimmte Punktezahl erreichen MUSS, wegen weil sonst nix Abi.

Aber gut. Sein Problem.

Heute dann war das zweite Treffen.

Gestern Abend erreichte die Frau Hilde eine Mail von J., der letzte Woche sofort wieder gegangen war, weil man da nur Emilia Galotti zum Thema hatte, das hat aber wiederum er nicht als eines der Themen.

Die Mail lautete wie folgt:

„Tag,

kommt morgen wieder nur Emilia dran, oder werden auch mal andere Themen besprochen?

Mit Grüßen, J.“

Die Frau Hilde war ob des Tons erst sprach-, dann fassungslos und schließlich ziemlich, ziemlich sauer. Entsprechend war dann auch die Antwort an J.

Heute tauchte dann Herr A. überraschend doch auf, lümmelte gelangweilt auf seinem Stuhl herum, ging zwischendurch eine rauchen und fraß aß vier der von der Frau Hilde für die Chaoten mitgebrachten Schokoladen-Osterhäschen weg (angedacht war eins pro Chaot; den Rest wollte die Frau Hilde eigentlich anderweitig verteilen). Kommentar Herr A.: „Ajo, wann’s was ummesonsch gibt!“

Da sank die Laune der Frau Hilde gleich noch ein wenig mehr.

Man besprach einige der Themen, bemitleidete B. (der jetzt weiß, warum er immer so dünn und zappelphilippig ist, nämlich wegen weil er hat eine Schilddrüsenüberfunktion (danke für die Aufklärung, Seemädel! ;)), ballert sich aus diesem Grund laut eigener Aussage seit einigen Tagen viereinhalbtausend Kalorien am Tag rein und muss entsprechend alle paar Minuten essen. Immerhin war es dadurch ruhiger im Kurs; B. hatte ja dauernd den Mund voll) und arbeitete so vor sich hin.

Außer Herr A., nämlich der hatte keinen Bock. Er klaute lieber weiter Osterhäschen.

Irgendwann platzte der Frau Hilde dann der Kragen und sie tat Herrn A. eisig kund, dass er gerne gehen könne, wenn er wolle. Sie sitze immerhin in ihrer Freizeit hier.

Ja, sagte Herr A., er auch.

Da der Frau Hilde gerade die Kinnlade auf den Tisch fiel, sprang netterweise B. ein, der Herrn A. mitteilte, dass er ein ziemlich blödes [insert hässliches Wort aus dem Fäkalbereich] sei.

Das hätte die Frau Hilde auch nicht treffender formulieren können.

Ehrlich mal.

Da bietet man so was auf freiwilliger Basis an, kopiert sich ’nen Wolf und sucht noch Materialien zusammen, und dann motzt gerade der, der die Punkte dringend nötig hat, rum.

Die Frau Hilde ist mal sehr gespannt, ob er bei der Prüfung selbst dann auch noch so ein Anspruchsdenken hat.

So. Das musste sich die Frau Hilde jetzt eben mal von der Seele schreiben.

Um mit etwas Positivem abzuschließen: L. fragte die Frau Hilde, ob sie denn inzwischen Nachfolger für die Chaoten gefunden hat, und diese konnte ihm antworten, dass die Elfer auf dem besten Wege seien.

Heute Morgen, da haben die’s nämlich geschafft, innerhalb weniger Augenblicke von Emilias Todesszene hin zu den Schönheitsoperationen des Kim Jong-un zu kommen.

Fragt die Frau Hilde bitte nicht, wie sie das hinbekommen haben. Die rätselt nämlich selbst noch …

Bo-bo-borowski und all das. Sagt die Frau Hilde und geht mal ins Arbeitszimmer. Neuner-Geschichtstest korridingsen.

Im Übrigen fügt sie an, dass solche Probleme ganz, ganz klein werden angesichts dessen, was manchen Kollegen so passiert!

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Über frauhilde

Chaostrampelndes Lehrerschusselchen
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39 Antworten zu Von Anspruchsdenken

  1. diewiderspenstige schreibt:

    Nicht nett von J. und Herr A., geht gaaaar nicht! Wenigstens hat dich B. verteidigt.

    Die wissen einfach nicht zu schätzen, wie viel Glück sie mit der Hildi haben! ♥

  2. KC schreibt:

    Na immerhin hat J. noch halbwegs sowas wie Grußformeln…unsere Dozenten beschwerten sich unjüngst, dass zum einen der Ton in Emails sehr zu wünschen übrig ließ, gerade bei denen, die auch sonst nix reißen ( die altgedienten und bewährten Hasen dürfen auch etwas von der steifen Höflichkeit abweichen), und sie sich zum anderen freuen würden, wenn zumindest eine freundliche Anrede und eine wie auch immer geartete Grußformel am Ende stünde…ich hab mich dann auch gefragt, wer eigentlich auf solche Ideen kommt, aber gut.
    Aber Herr A. ist ja auch super, ich glaub, ich hätte ihn rausgeschmissen und ihn erst wieder bei einer ausgiebigen Entschuldigung wieder teilnehmen lassen, ich glaub, es hakt aus.

    • teacheridoo schreibt:

      …wobei mich es ja ganz oft arg ins Schleudern bringt, wenn ich eine Mail brav mit „Sehr geehrte/r Prof. Dr.“ etc. pp. und zurück kommt dann eine Mail mit der Anrede „Liebe Frau teacheridoo“.
      Ich muss gestehen, dass ich ab da dann auch auf ein simples „Hallo, Prof. Dr.“ etc. pp. umschwenke. „Liebe/r Prof. Dr.“ erscheint mir zu aufdringlich, aber ein „Sehr geehrte/r..“ wirkt ebenfalls zu gestelzt, wenn man selbst mit „Liebe …“ angesprochen wurde.

      Oder geht es bei der Beschwerde um noch viel schnödere „Entgleisungen“?

      • frauhilde schreibt:

        Ich hab mit dem Kurs das Verfassen von Mails geübt! Und die Chaoten wissen auch, dass ich nicht „sehr geehrte“ bin, sondern dass man mich „an-hallo-en“ darf. Dennoch bin ich der Meinung, dass Grußformel (und zwar nicht in Form eines lapidaren „Tag“) und Verabschiedung dazu gehören.
        Mich hat in diesem Fall mehr der Inhalt als die Form geärgert.

        Dass es verwirrend ist, wenn man selbst an „Höhergestellte“ schreibt und höflich anredet und dann ein „Liebe“ als Antwort erhält und dann verlegen ist, weil man nicht weiß, wie man beim nächsten Mal schreiben soll, kenne ich auch. Ich behelfe mir dann manchmal mit einem neutralen „Guten Tag/ Morgen/ Abend, Herr/ Frau …“. 😉

        • teacheridoo schreibt:

          Nee nee, das versteh ich schon @Inhalt. ^^

          Das mit meinem „Hallo“ bezog sich jetzt echt nur auf die von KC erwähnten erbosten Dozenten.

          „Guten Tag“ finde ich in einer Mail seltsam, weil das für mich eine Grußformel ist, die man spricht, aber nicht schreibt. *kopfkratz*

    • frauhilde schreibt:

      @KC: Das sind dann wahrscheinlich auch diejenigen, die die Anrede komplett unterschlagen und schlimmstenfalls ein „LG“ ans Ende setzen. Was ich im Dozenten-Studenten-Mail-Fall schon sehr grenzwertig finde.

      Ich war kurz davor, aber fand das dann doch übertrieben. Die anderen haben ja gemerkt, dass ich am Kochen war. Und B. war so freundlich, das Reden für mich zu übernehmen. 😉

      • KC schreibt:

        Meine Vorstellung ging dabei eher so in Richtung „Ey Alter, hier haste deinen Scheiß. Geh Sterben!“
        Wir haben halt nur so einen Zwergenfachbereich, wo man dann eben auch nicht in der Masse verschwindet, wenn man sowas macht.
        @ teacheridoo *lach* Ich hab, nachdem ich jetzt gut 4 Jahre immer Emails mit „Liebe Frau KC“ zurückbekomme und die Grade an Grüßen unter den Emails immer herzlicher werden, beschlossen, dass ich jetzt auch immer mit „Liebe Frau/Herr Sowieso“ zurückschreibe und herzlich grüße, wobei unsere Dozenten ohnehin nicht so eitel sind, dass sie sich sowohl mit Titel anreden als auch -schreiben ließen, von daher geht das.

        Bisher wurde es auch nicht beanstandet. Aber ich hab auch Dozenten, die mich neuerdings immer aus Versehen duzen, ohne es zu merken. Da nehm ich es aber eher als Kompliment bzw. amüsiere mich drüber, als mich darüber zu ärgern wie bei diesen bisweilen sehr distanzlosen Pädagogikdozenten, die, weil wegen wir sind ja Sozialwissenschaft, überhaupt jeden duzen, der des Wegs kommt. Weil die und ich, wir haben zusammen noch keine Schweine gehütet, dass das gerechtfertigt wäre.

        • frauhilde schreibt:

          Wobei – wenn dich die Dozenten duzen, das ist ja was Nettes. Wenn dich dann aber die Erstis zu siezen beginnen, dann weißt du, so langsam wird’s Zeit fürs Hauptstudium … 😀

          • KC schreibt:

            *grins* Alles schon passiert. Aber schon im 5. Semester 😀 Dabei seh ich gar nicht so alt aus…eher im Gegenteil…

            • Tina schreibt:

              Eieiei, wieso kommt mir diese ganze Diskussion so bekannt vor?! 😀

              Bzgl. der Chaoten-Mail: Sowohl Inhalt (jedenfalls der Tonfall… weil wegen man hätte vielleicht auch ganz doll höflich fragen können) als auch die Form waren äußerst dürftig. Mhpf. Ärgerlich, vor allem, wenn man das ja in seiner Freizeit anbietet…

              Bzgl. der Dozenten-Mails: Wenn ich zum ersten Mal eine Mail an einen Dozenten schreibe, und vor allem, wenn ich auch was WILL 😀 (z.B. Kurs wechseln, weil wegen ich muss doch mittwochs arbeiten und wieso haut das blöde Computer-Programm der Uni mich dann immer trotz letzter Präferenz in die Mittwochskurse, hä? Will mich das mobben?… oder *hust* letztens mal dezent und höchst freundlich, mit optimaler Begründung (Auslandsbewerbung) nach 10 Wochen dann doch mal die Note der Klausur, die wo wir nur zu dritt geschrieben hatten, erfahren wollte…), alsooo, DANN schreibe ich auch erst mal „Sehr geehrte Frau/Herr Prof. Dr. hoffentlich-hab‘-ich-alle-Titel-richtig-beisammen-weil-extra-nochmal-nachgegooglet Dings … bliblabubb, höflicher und formal korrekter ließe sich diese Mail nun wirklich nicht verfassen, mit freundlichen Grüßen die Tina Burumbumbum + Matrikelnummer“. 😀 (Frau Hilde, ihr Schreibstil färbt übrigens ab. Da muss ich direkt meine Kommentare stilistisch angleichen, weil wegen ich find‘ das ganz toll 😀 )
              Zurück kommt dann aber auch every single time: „Liebe Frau Burumbumbum! … Herzliche Grüße/Freundliche Grüße, [insert Vorname] Dings (Betonung liegt auf – kein Titel erwähnt. Irgendwie sympathisch.) Und dann weiß ich auch nie, wie ich antworten soll. Wenn’s dann aber immer mehr Mails werden, bleibe ich irgendwann auch bei „Hallo“, und bisher hat sich noch niemand beschwert (puhhh). Aber ich find’s schön, dass ich nicht die einzige bin, die sich über sowas Gedanken macht 😀
              Uuuund, und das ist das ganz doll Schreckliche: Wir wurden vor’m 1. Semester in so einer Sammeleinführungsdings auch darauf hingewiesen, dass wir bitte auf eine gewisse Form und Höflichkeitsgedöns achten sollten beim E-Mail-Schreiben. Und dass es ganz förderlich wäre, wenn man seinen Namen druntersetzt. Hundert Punkte gibt’s dann noch für die Matrikelnummer, weil wegen ohne die weiß eh keiner, wer man eigentlich ist. Und als äußerst schockierende Beispiele wurden uns dozentenverärgernde E-Mails zitiert, die ungefähr so aussahen: „Hey/Servus Herr Dings, blabla hätte ich gern.“ Oder, eine Steigerung, ohne jegliche Gruß- oder Abschlussformel oder sonstiges drumrum, weil wegen wer braucht das schon?: „Können Sie Folie xy online stellen?“ Und das von Studenten. Die also nachweislich das Abitur, oder auch „Reifezeugnis“ (!), ausgestellt bekommen haben. In dem Moment traf mein Kopf mehrmals die Tischplatte, also so imaginär zumindest, weil sonst aua.

              Und oh weh, da kommt’s wieder raus, ich kann mich nicht kurzfassen (teacheridoo kann’s bestätigen 😉 , weil wegen ich bin eine „Sabbeltasche“). Und ich hoffe, dass die Kommentarfunktion diesen Kommentar jetzt nicht wieder auf eine Breite von 7cm beschränkt und er somit diese Seite in Richtung Unendlichkeit verlängert… 😀

              • Tina schreibt:

                Oh Gott. Das Kommentardingsi hasst mich. Der Roman ist in der Breite wieder so dolle eingeschränkt. Ich bitte tausendfach um Entschuldigung! *sich schnell wegduck und schämend in die Ecke verzieh*

              • frauhilde schreibt:

                Der Begriff „Reifezeugnis“ ist bei so manchem wirklich nur Makulatur, fürchte ich. Also, wenn ich daran denke, was wir so Jahr für Jahr auf die Welt loslassen. Okay, und auch wenn ich daran denke, wie ich damals auf die Welt losgelassen wurde … *g*

                Als ich damals (vor trölfzig Jahren) mit dem Studium angefangen hab, hat mal ein Germanistikdozent sinngemäß gesagt, er würde sich die Titelei verbitten; er sei uns um genau zwei große Arbeiten voraus, mehr nicht. Das fand ich sympathisch. Es hat auch nie einer auf seine(n) Titel bestanden. Noch nicht mal der große Werner Hoffmann.
                Ich denke, das ist eher unter den Medizinern verbreitet.

                • Tina schreibt:

                  Das dachte ich auch, dass das unter den Medizinern verbreiteter wäre… die meisten bestehen auch nicht so auf die Titel (erwähnte ich ja, ist sympathisch, dass die immer nur mit Vorname Nachname unterschreiben 😉 ), aber der Sicherheit halber, man weiß ja nie, wie die Person so drauf ist… Ich habe tatsächlich einen Dozenten in der Anglistik, der besteht sehr auf sein Prof. Dr. … ungefähr mit dem Wortlaut „Ich habe schließlich ziemlich viel Aufwand und Arbeit in diese Titel gesteckt, dann können Sie diese auch benutzen.“ Joaaar. 😀 Ansonsten klingt der Germanistik-Prof, der das mit den 2 großen Arbeiten gesagt hat, sehr sympathisch. 😉 Daumen hoch!

            • frauhilde schreibt:

              Oh, okay. 😀 Im 5. ist natürlich ein bisschen krass. Ich hätte jetzt so an 16., 17. Semester gedacht …

  3. teacheridoo schreibt:

    Pffff, dieser ähm äh B-hat’s-wohl-auf-den-Kopf-getroffen. Mann Mann Mann. Was sich einige (A., J.) rausnehmen. Leider lernen’s solche dann auch beim Stupidieren nicht mehr. Kriege ich regelmäßig mit.

  4. Manu/FrauWeibsvolk schreibt:

    Tse, dieses undankbare Schülerpack 😉 Aber wenigstens muss Du Dir später nicht vorwerfen, Du hättest nicht alles versucht, die lieben Kleinen ordentlich aufs Abi vorzubereiten.

    LG

  5. Corinna schreibt:

    Ach, Mann! Das tut mir echt leid. Vielleicht hilft es, wenn Du daran denkst, dass ein paar zwar ziemlich doof sind, der Rest Deine Hilfe aber zu schätzen weiß. Und der Rest sind doch mehr als zwei oder drei. 🙂

  6. Seemädel schreibt:

    Entzückend, diese Dankbarkeit… aber schön, dass offenbar nicht alle Chaoten so sind 😀
    Ich bin gespannt, wie der werte Herr A. sich im Abi dann schlägt… und vermute im Übrigen, dass B. eine SchilddrüsenÜBERfunktion hat, bei einer Unterfunktion sind die Symptome nämlich genau umgekehrt wie deine geschilderten^^

    • frauhilde schreibt:

      Danke, ich hab’s direkt geändert! 🙂

      Auf Herrn A.s Abiprüfung bin ich ja auch sehr gespannt!

      • Seemädel schreibt:

        Bitte 😉
        Was das Essen und so angeht, wäre mir die Überfunktion ja beinahe lieber *g*. Allerdings lässt sich meine Unterfunktion wohl leichter behandeln…

        • frauhilde schreibt:

          Mit Tabletten?

          • Seemädel schreibt:

            Ja, die fehlenden Hormone nimmt man dann halt als Tabletten. Ist natürlich ein klein bisschen nervig und nicht so perfekt steuerbar wie vom Körper selbst (der die Menge dem u. U. wechselnden Bedarf anpasst), aber immer noch einfacher und besser steuerbar, als die Schilddrüse an der Überproduktion zu hindern.

            • frauhilde schreibt:

              Was wäre denn überhaupt die Alternative zu den Tabletten?

              • Seemädel schreibt:

                Wie meinst du das jetzt? Bei Unterfunktion gibt es meines Wissens keine Alternative dazu (außer mit den Symptomen leben), bei Überfunktion kann ich dir auch nicht mehr sagen als das, was bei Tante wikipedia steht. Klingt aber alles nicht so nett…

                • frauhilde schreibt:

                  Nee, sorry, war vll missverständlich formuliert. Weil er jetzt sagt, er versucht die Tabletten durch hochkalorisches Essen zu ersetzen. Und ich wollte wissen, ob es andersherum auch eine Möglichkeit gibt. Mehr nicht.
                  Aber du sagst ja, es gäbe keine.

  7. Stefan K. schreibt:

    Arme Frau Hilde!

    Weiß Herr A., dass ihm noch Punkte zum Abi fehlen? Oder kennt er die schriftlichen Abi-Noten noch nicht und wird in Kürze aus allen Wolken fallen?

    Wenn er es auch weiß, halte ihm mal knallhart vor:
    „Wollen Sie das Abitur erreichen? Dann tun Sie etwas dafür. Ansonsten halten Sie nicht die anderen hier, die es erreichen wollen, davon ab und gehen wohin, wo Sie niemanden stören.“

    Lass Dir bitte von einem solchen Kotzbrocken nicht die Laune verderben – die anderen 14 (?) Prüflinge werden Dir Dein Engagement hoffentlich danken bzw. tun es ja auch schon.

    Ich kenn das, dass man aus lauter Ärger über einen Menschen dazu neigt zu übersehen, welch positives Feedback man von mehreren, oft auch wichtigeren anderen Menschen bekommt…!

    Insofern ist Dein Blog hoffentlich für Dein „inneres Gleichgewicht“ ein gutes „Ventil“ 🙂

    • frauhilde schreibt:

      Lieber Stefan,

      keine Sorge, ich lass das sowieso nicht mehr so ganz an mich ran wie noch zu Beginn meiner „Lehrerlaufbahn“. Man ärgert sich halt für den Moment.
      Und die guten Augenblicke heute, das waren die Elfer mit der lustigen Doppelstunde zu Emilia, Kim Jong-un – und dann ging es nebenher noch um Eheschließungen Minderjähriger und Tyrannenmord. Wir kommen weit herum, so thematisch! 😀

      Herr A. weiß übrigens, wie viele Punkte er noch braucht (er muss in zwei Fächern ins Mündliche; RBRM, bei dem er im anderen Fach ist, ist bzgl. der dort erreicht werden müssenden Punkte sehr skeptisch. Also, schaumermal!).

  8. Kaethchen schreibt:

    Oh, wie ärgerlich! Das Dumme ist ja auch noch: Was passiert, wenn man dem Herrn A. die überzählig verspeisten Osterhäschen von den Punkten abzieht? Bleibt er dann noch ein Jahr? Unverschämtheit so was. Ist das so was wie vorgezogener Fatalismus?
    (Zum Trost: Meine Biolehrerin war bei einer ähnlichen Aktion zehn Tage vor der Prüfung etwas sprachlos, als ich mich als einigermaßen ahnungslos outete… Eine Woche Hardcore-Lernen, und es hat für ziemlich ordentlich Punkte gereicht. Da war sie auch sprachlos…)

    • frauhilde schreibt:

      Wenn ich ihm die Osterhäschen abziehe, kommt er punktemäßig in den Minusbereich, glaub ich … 😉

      Da er eine Blockprüfung macht (bis zu drei Prüflinge direkt hintereinander können dieselbe Prüfung machen; die sehen sich dann zwischendrin nicht. Und mir mit vielen Prüflingen erleichtert das natürlich die Arbeit), hoffe ich, dass er sich mit den beiden anderen Schäflein kurzschließt. Bei den Kursarbeiten hat er das bisher gemacht und es hat auch was gebracht.

  9. Pi mal R Quadrat schreibt:

    Was für ein Dappschädel!

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