Von Abi-lebnissen

Für Schüler ist so ein mündliches Abi irgendwie doof. Und stressig. Und gruselig (zwanzig Minuten um sein Leben reden – und dann stellen die Prüfer auch noch seltsame Fragen!).

Wie aber ist es für die Prüfer selbst?

Vorher ist es vor allem eins: Fürchterbar stressig. Man erstellt Prüfungen für seine Schäflein, die einerseits anspruchsvoll sein müssen, viel Stoff abdecken, andererseits aber den Kindlein die Möglichkeit geben sollen, so viel wie möglich frei zu reden (Prüfungsvortrag), so dass man möglichst wenig eingreifen muss (Prüfungsgespräch).

Zu den Prüfungen erstellt man einen Erwartungshorizont, bei dessen Verfassen man sich ständig fragt:

– Können die das?

– Kapieren die das?

– Können die das?

– Ist das zu schwer/ zu leicht?

– Können die das?

– Ist das zu umfangreich/ zu wenig?

– Können die das?

Undsoweiterundsofort.

Und da die doofen Chaoten bis auf wenige Ausnahmen ALLE den Faust als Hauptschwerpunkt hatten, kam noch die Panik dazu, nicht genug Faust-Prüfungen hinzubekommen (man darf die ja nicht alle dasselbe fragen, auch wenn’s weniger Arbeit wäre). Dank Anne hat die Frau Hilde das dann irgendwie noch geschafft (leider miss-einordnete ein Schäflein die Dom-Szene).

Am Tag der Prüfung selbst hibbelt man ziemlich rum und nervöselt vor sich hin, versucht aber, das die Prüflinge nicht merken zu lassen (Lebenstipp der Frau Hilde: Nicht am Vorabend des zweiten Prüfungstages mit RBRM auf ein Bierchen (nur er) gehen und versehentlich Kaffee MIT Koffein bestellen. Ganz, ganz dumme Idee, das!).

Ja.

Und dann sitzt man da.

Und hört zu.

Und fragt sich ungefähr trölfunddreißig Mal während der zwanzig Minuten, was man eigentlich drei Jahre an die Kindlein hingeschwätzt hat. Die sagen da nämlich Sachen, für die man sich vor den protokollierenden und beisitzenden Kollegen ganz, ganz soll schämt. Und es geht einem so im Kopf herum: Was denken die denn jetzt von mir??

Beispiele gefällig? (Anm. d. Fr.H.: Wenn man sie liest, sind sie irgendwie gar nicht mal so lustig, fällt der Frau Hilde grad auf. Man muss sich vielleicht die Situation dazu denken: Hochschulreifeprüfung, Anspannung, Prüferin/ Protokollant/ Vorsitzender sitzen dem Delinquenten Prüfling gegenüber, des Weiteren sind viele Beisitzer, also Kollegen, anwesend)

„Faust war ja dann mit Gretchen … äh … involviert.“ (DFH denkt sich: Er war bitte WAS??) „Und dann wurde sie schwanger.“ (Ach, SO nennt man das jetzt. Involviert. Bei als die Frau Hilde noch jung war, hieß das mal was in Richtung „… schlief mit Gretchen“ oder von der Frau Hilde aus „… hatte Sex mit Gretchen“!)

 

Chaot Sch. erzählt was über das Gedicht, das er vor sich hat.

DFH: „Sch., magst du vielleicht noch ein paar Sätze übers Metrum verlieren?“

Sch. (hat den WTF-Blick): „Metrum??“ (Er denkt nach.) „Ach, meinen Sie das Trochäus-Gedöns und so?“

(Die Frau Hilde spürte förmlich, wie der Prüfungsvorsitzende neben ihr zusammenzuckte.)

 

Chaot J. kommt rein. Es folgt das übliche „Geht’s dir gut? Trittst du die Prüfung an?“ und „Du darfst dir selbst aussuchen, mit welchem Themenschwerpunkt du beginnen möchtest.“

J.: „Mit welchem hat’n Sch. angefangen?“ (Sch. war vor ihm dran, das war eine Blockprüfung, d.h. beide hatten dieselbe Prüfung)

DFH: „Wieso?“

J.: „Dann fang ich mit dem andren an. Sonst wird’s Ihnen ja langweilig!“

 

Chaot E.: „In dem Gedicht, da hat’s noch so Dinger. Also, die Frau Hilde weiß, was ich mein. Diese … also, das, wo so um die Zeile rum geht. Aber wenn ich das jetzt ausspreche, lachen Sie mich eh alle aus.“

(Gemeint waren Enjambements, Anm. d. Fr.H.)

 

Und nochmal J. (zur Erklärung: Als man Lyrik machte, da musste Chaot B. immer das Metrum mit der Faust auf den Tisch hauen, sonst konnte er es nicht benennen):

J: „Also, wegen des Metrums. Ich würd Ihnen ja jetzt den B. machen, aber ich glaub irgendwie, das kommt nicht so gut.“

DFH: „Wenn’s dir hilft, mach ruhig.“

J.: „Nee. Ich rate lieber. Ein dreihebiger Jambus.“

(Hui, das stimmte sogar!)

 

Chaot L.: „Ja, also, da gibt’s so ’ne Bildergeschichte. ’ne indische. Also, da ist so ’ne Muschel. Und da steht so ’ne Frau drin. Indisch halt.“

DFH (fassungslos): „Du meinst jetzt aber nicht Boticellis Geburt der Venus?!“

(Doch.)

 

Allerliebst war auch L.s Versuch, die Formulierung „weibliches Geschlechtsorgan“ zu umgehen. Er wand sich und wand sich und wand sich und wurde rot und röter.

 

Insgesamt waren die Ergebnisse sehr durchwachsen. Leider. Aber einige der Chaoten hatten sehr offensichtlich keine Lust mehr gehabt, sich auch nur ansatzweise auf die Prüfung vorzubereiten.

Bo-bo-borowski und all das. Sagt die Frau Hilde und geht mal trölfundneunzig Kilo Abi-Papier entsorgen.

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Über frauhilde

Chaostrampelndes Lehrerschusselchen
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73 Antworten zu Von Abi-lebnissen

  1. Jürgen schreibt:

    Puh!
    Das war jetzt ein ziemlich spannender Blog, Frau Hilde.
    Fallen da vielleicht jetzt schon einige durch?
    Oder können ein paar mit Wiederholen involviert sein?

  2. KC schreibt:

    Hachja, das Enjumpment 😀 😀 😀 Das war auch eins unserer Lieblinge 😀

  3. Corinna schreibt:

    Mein Gott, was sollte denn daran nicht lustig sein?! Bin fast gestorben, so hab ich gelacht.

  4. Pi mal R Quadrat schreibt:

    Die Chaoten sind eben bis zum bitteren Ende einmalig. 😀
    Schön, noch eimal etwas von ihnen zu hören. Ich hoffe doch, dass du auch vom Abiball berichten wirst, oder? 🙂
    Mündliches Abi, das war ja noch schön, so richtig entspannt, erst recht, als mein Thema „Tod in Venedig“ war. Herrlich, vor allem, weil wir die Szene im Unterricht sehr ausführlich behandelt hatten. Obwohl mein Deutschlehrer damals ordentlich geflucht hat, nachdem so viele (ich glaub, 14) zu ihm (Deutsch bzw. Geschichte) wollten.
    Aber dann, im Studium, Mathe war ausschließlich mündlich. Panik hoch drei, erst recht, nachdem der Prüfuling vor mir durchgefallen war… und 2 meiner Prüfer hatte.

    PS: Enjambement fand ich nie schlimm, aber ich bin ja auch Muttersprachler. :p

    • frauhilde schreibt:

      Zum Abiball kann ich leider nicht gehen, da anderweitig ver-terminplant.

      14 hatte ich auch. Das ist SEHR viel. 😉

      Du kannst das Wort dann halt vermutlich auch so aussprechen, dass dir weder ein Knoten in der Zunge entsteht noch deine Lehrer leise aufjaulen!

      • Pi mal R Quadrat schreibt:

        Naja, als Schüler denkt man sich nichts dabei, außer: ach, der Herr XYZ ist ganz gut, netter Mensch und fair. Wir haben uns aber auch ordentlich bei ihm bedankt für seine Arbeit als Tutor. 🙂

        Ja, ich kann’s problemlos aussprechen, auch wenn meine Familie mich ordentlich aufzieht mit meinem deutschen Akzent. *hrmpf*
        Mein Franzlehrer in 12/13 war aber eh sehr locker drauf, wir waren sein letzter Kurs. Ich werd nie vergessen, wie er wenige Minuten vor Beginn der schriftlichen Prüfung zu uns kommt und uns die Textstelle mitteilt, die drankommt, noch den ein oder anderen Tipp mitgibt, und all das während der Direktor keine drei Meter weg steht… 😀

        Schaaaade, dass du nicht zum Abiball kannst. 😦

        • frauhilde schreibt:

          Haha, das ist super! 😀 Aber klar, der hat sich wohl auch gedacht, nach mir die Sintflut.

          Ja, das ist schade. Aber bei der Verabschiedung/ Zeugnisübergabe war ich, wurde von S. umarmt (WÄÄÄÄÄH!) und von den „Stammchaoten“ herzlich verabschiedet (und bin mit Zweien jetzt per du, und ich hatte keinen Alkohol getrunken. Hm …).

  5. Tinalise schreibt:

    😀 herrlich, Frau Hilde! Zu den Enjambements: Ich weiß noch, als die Tinalise in der 9. Klasse (oder so… was Mittelstufliges) war und das Wort kennengelernt hat, hat die Deutschlehrerin, die auch Französisch unterrichtete, gleich hinterhergeschossen: „Wenn ihr das nicht vernünftig ausgesprochen kriegt, dann sagt gefälligst ‚Zeilensprung‘, aber vergewaltigt mir das Wort nicht!“ 😀 (Sie hätte einigen allerdings auch mal dazu sagen sollen, dass das auch für die Schreibweise gilt *grins*)

  6. Bibliotheks-Wesen schreibt:

    Wie soll ich jemals wieder „involviert“ sagen, ohne leicht irre zu kirchern …? 😉
    Liebe Frau Hilde, denk dran – die lieben Chaoten sind pathologische Unterhaltungskünster: sie taten das nur zu Deiner Unterhaltung! /*duckundweg*/

    • frauhilde schreibt:

      Na, dann haben die Chaoten ja was Bleibendes hinterlassen. Das ist doch auch mal schön! 🙂

      *grummel* Zu meiner Unterhaltung hätten sie alle 14, 15 Punkte machen können. DA hätt ich mich mal gefreut!

  7. Anne schreibt:

    *gacker* und: Hurra! Ich bin nicht allein – ich lese gerade immer mal was zum Fremdschämen und stelle mir besser nicht das Gesicht des Zweitkorrektors vor 😳
    Im Nachhinein muss man einfach lachen, wie goldig offen sie sind (und wir werden sie vermissen). Aber in der Prüfungssituation sucht man das Mauseloch…
    Hey, Glückwunsch, Du hast es geschafft, Deine Schäflein hoffentlich auch! 🎉

    • frauhilde schreibt:

      Es haben übrigens alle Kollegen gekichert.
      Nur eine nicht. Die sah aus, als hätte sie in Zitronen gebissen. Ich glaube, bei DER passiert so was niemalsnienicht im Unterricht.

  8. giftigeblonde schreibt:

    Für uns lustig, aber die armen, armen Prüflinge…seufz
    Frauhilde ist das in D auch so, dass für die Maturaprüfungen Profs aus anderen Schulen kommen um die Prüfungen abzunehmen?
    Ich hab noch immer kein Schulerlebnis „gefunden“ 😦

    • Anne schreibt:

      „Ist das in D auch so?“ ist bei Schulthemen gar nicht so einfach – 16 Bundesländer, 16 Schulsysteme. Nennt sich „Kulturhoheit der Länder“ und genauso fühlt sich das an: Neue „Hoheit“ (Landesregierung) = neue Experimente im Schulsystem. Das ist vermutlich der am einfachsten zu verändernde Politikbereich, in dem man sich von der Vorgängerregierung absetzen und profilieren kann… Wie „die Wirtschaft“ wohl aufschreien würde, wenn ihre Spielregeln so oft und grundlegend geändert würden?
      Entschuldige, etwas ’stammtischiges‘ Gemotze, zurück zu Deiner Kernfrage: In ‚meinem‘ Baden-Württemberg gibt es zwei Termine für’s mündliche Abitur. An einem prüft die eine Hälfte der Schulen, die andere schickt jeweils eine Abordnung von Fremd-Prüfern, am anderen Termin ist’s halt umgekehrt (wobei man nicht an der Schule Fremdprüfer sein darf, von der vorher bei einem selbst Prüfer waren, um ‚Retourkutschen‘ oder ‚Deals‘ zu vermeiden). Frau Hilde erklärt Dir sicher gern ihr System 🙂

    • frauhilde schreibt:

      @Sina: Ich hab in Baden-Württemberg Abi gemacht. Da war immer einer vom Oberschulamt dabei.
      Hier ist das nicht so. Die Prüfungen sind meines Wissens „öffentlich“, aber bei der Notenbesprechung müssen alle raus, die nicht an der Schule sind (auch Praktikanten).

      • giftigeblonde schreibt:

        Verstehe! danke dir auch fürs erzählen!

      • Seemädel schreibt:

        Echt, war im Ländle früher jemand vom OSA dabei? Bei meinem Abi 2005 waren „nur“ der Direktor (als Prüfungsvorsitzender) und ein Teil des Kollegiums einer anderen Schule. Vermutlich im OSA-Auftrag oder so… genau wie beim Staatsexamen Lehrer von Schulen den Prüfungsvorsitz mach(t?)en und dabei das LLPA vertreten.

        • frauhilde schreibt:

          Ich weiß nicht, ob ich das „früher“ in diesem Satz mag. Es macht mich spontan recht alt.
          Und ja, die waren dabei. Bei uns einer vom OSA KA. Und unsere größte Panik war, dass „Es“ eine Frage stellen könnte. Und siehe – „Es“ STELLTE eine Frage bei mir.

          Im Staatsexamen sitzt übrigens auch einer dabei. Da kamen dunkle Erinnerungen auf!

          • Seemädel schreibt:

            Och, ich komm mir auch manchmal ganz alt vor, wenn ich die Kinderlein in meinem Tutorium so sehe^^
            Und ich hatte auch immerhin noch ein ganz „normales“ Staatsexamen und nicht das neue modularisierte.
            Die armen OSA-Menschen, die hatten da ja viel zu tun…

      • teacheridoo schreibt:

        Also hier (kleiner ? Stadtstaat im hohen Norden bei die Fischköppe ;-)) KANN jemand vom Schulaufsichts- oder Schulverwaltungsdienst mit drin sitzen, muss aber nicht. (Stattdessen kann nämlich auch jemand von der Schulleitung oder vom „normalen“ Lehrpersonal mit drin sitzen.)

        Wir Praktis hatten hier übrigens explizit das Recht, mit dabei zu sein, sogar bei der Notenbesprechung. (Gerichtet haben wir uns natürlich nach den Befindlichkeiten der jeweiligen Prüfer. ;))

  9. Kann ich da nicht mal beisitzen??
    So als Presse, oder so??
    Mann, ich liege! 😀

  10. daslandei schreibt:

    Ich habe auch herzlich gelacht! 🙂

  11. teacheridoo schreibt:

    „Trochäus-Gedöns“, herrlich. 😀

  12. handvolldackel schreibt:

    Ich hoffe, du hast einen extra Punkt für „Gedöns“ gegeben. Ich kann die Nervosität der Chaoten bei dem Text fast riechen 😉 Eine Freundin von mir war beim Mündlichen vor mir dran, die haben sie länger gegrillt, und nach vierzig Minuten (oder vierzig Jahren. Kann auch sein.) war ich vom Warten so zermürbt, dass ich mich überhaupt nicht erinnern kann, was ich gesagt habe.

    • KC schreibt:

      Oh, das hatte ich auch, der vor mir in der Prüfung muss es mega-vermasselt gehabt haben und ich saß im Vorbereitungsraum und alle anderen, die auf derselben Zeitleiste wie ich Prüfung hatten, waren von ihren Prüfern schon abgeholt worden. Nur ich armes Schicksal saß da noch mit der Aufsicht ne geschlagene halbe Stunde.
      Aber es holte und holte mich keiner ab, weil die noch am Diskutieren waren, was sie meinem Mitschüler nun für eine Note geben sollten.

      • frauhilde schreibt:

        Hast du da nicht irgendwann mal Panik bekommen, dass man dich vergessen hat? o_O

        • KC schreibt:

          Ja, klar. Und die Aufsicht konnt ja auch nicht weg da und fragen, weil ich da ja mit meinen Unterlagen saß. Und im Aufenthaltsraum die Aufsicht war auch begeistert, die musste länger dableiben, weil da ja noch meine ganzen Sachen lagen.
          Ich war dann ja auch die letzte an dem Tag.
          Die anderen mussten dann alle auf mich warten, weil wir am Ende des Tages alle, die an dem Tag die zweite Mündliche hatte, unsere Noten gemeinsam bekamen zusammen mit dem endgültigen Abischnitt. Immer in Fünfergruppen feierlich im Direktoriat mit allen Mitgliedern der Schulleitung Oo (heute kriegt man die ja immer direkt nach der Prüfung). Da standen wir dann da wie die Lämmer vor der Schlachtbank und haben uns an den Patschehändchen gehalten, um uns dann mit einem Kreischen um die jeweiligen Hälse zu fallen. Das war auch der Grund, warum ich bis zum Aushändigen des Zeugnisses zwei Wochen später meinen Schnitt nicht kannte. Ich hatte mich nämlich beim eigenen Ausrechnen auf Basis zu erwartender Ergebnisse glorreich um 4 oder 5 Stellen hinterm Komma verrechnet und konnte es gar nicht glauben, als ich die Zahl genannt bekam.

          • Stefan K. schreibt:

            Kein Wunder, dass Du Dich verrechnet hast, wenn Du ein um 0,4-0,5 abweichende Durchschnittsnote als „um 4 oder 5 Stellen hinterm Komma“ bezeichnest 😀
            … die vierte und fünfte Nachkommastelle dürften im Abi doch arg irrelevant sein 😉

    • frauhilde schreibt:

      @Cora: Der Vorsitzende hätte mich zerrupft, wenn ich da einen Punkt gegeben hätte. Der achtet sehr auf fachsprachliche Korrektheit (weshalb zwei Chaoten auch jeweils einen Punkt weniger bekamen, als ich ihnen gerne gegeben hätte *knurr*).

      Ua, das ist gemein, wenn man da dann draußen wartet und gefühlte trölfzig Tode stirbt.

  13. diewiderspenstige schreibt:

    Göttlich 😀 Auch wenn ich schon zittere, wenn ich dann in einem Jahr da vorne steh… Zum Glück muss ich nicht in Deutsch oder Mathe – suche ich mir mal ein harmloseres Fach aus 😉

    Was hatten deine Chaoten eigentlich so an? Weil bei uns heißt´s immer „Kommt bloß nicht im Anzug, die Prüfer lachen euch aus!“ – mit der Folge, dass schon welche in kurzer Hose und Flipflops kamen…

    • Anne schreibt:

      Flipflops. Uh. Eine Kollegin wäre geplatzt… Sie hat sich schon über Jogginghosen in den schriftlichen Prüfungen aufgeregt. Das wiederum kann ich nicht verstehen. Man soll 5,5 Std. stillsitzen, da muss man sich doch nicht noch mit Krawatte oder Pumps körperlich quälen 😉
      Weil aber im mdl. Abi unbewusst „das Auge mitprüft“ rät unser Chef in seiner Abschlussansprache dringend zu „gepflegtem Äußeren“, in dem man sich aber selber wohl fühlt.

      • frauhilde schreibt:

        @Anne: Seh ich auch so. Es sollte auf jeden Fall schicker sein als die 08/15-Alltagskleidung. Aber man sollte sich noch so fühlen, dass man sich auf die Prüfung konzentrieren kann und nicht dauernd an die zu eng sitzende Krawatte usw. denken muss.

        • KC schreibt:

          Bei uns haben sich sogar die Lehrer, die sich sonst in räuberigstem Räuberzivil präsentierten schick in Schale geworfen. Bei mir hatte das in einer Prüfung allerdings zu Folge, weil ich dem Prüfer direkt gegenübersaß, so dass ich in seiner ganzen Pracht bewundern konnte, dass ich während ich fieberhaft überlegte, was mir zum Nachkriegsdeutschland einfiel, dauernd dachte: Die Schuhe passen irgendwie nicht zum Anzug 😀 😀 😀
          Augen auf bei der Kleiderwahl, liebe Prüfer!

      • teacheridoo schreibt:

        Jogginghosen finde ich jetzt aber auch grenzwertig. o_o FlipFlops allerdings auch. …sonst bin ich ja nicht so, aber bei Prüfungen…

    • frauhilde schreibt:

      @Widi: Was ist denn an Deutsch so schlimm? *Heiligenschein polier* 😉

      Die Chaoten waren teils sehr schick in Anzug und so, teils eher … lässig. Chaot E. kam in weißen (!) Crocs (!). Der Prüfungsvorsitzende ist fast explodiert vor Wut. Das würde ich dir also nicht raten.
      Und ich lache niemanden im Anzug aus. Das ist schließlich keine Allerweltsprüfung. Komm einfach ein bisschen schicker, aber so, dass du dich noch wohlfühlst. Dann passt es, find ich.

      • Tinalise schreibt:

        Mit den Klamotten schließe ich mich an, wir wurden auch schon Jaaahre im Voraus geimpft, nicht in Alltagsklamotten oder gar Jogginghosen zu kommen, aber Abiball-ig muss es auch nicht sein 😉 Bei uns sind auch immer alle ausgerastet, wenn jemand im Jogginganzug kam *grins*, beim schriftlichen Abi war das egal. Und ich wäre 19427484618681 mal lieber in Deutsch gegangen, oder in iiiiirgendeinem anderen Fach, aber ich musste in Mathe, und ich habe immer noch ein ganz doll schlimmes Trauma davon *seufz* …. im Übrigen hatte ich da einfach ’ne vernünftig aussehende Hose, eine Bluse und meinen schwarzen Blazer an. 😀 (Hat nix geholfen, die waren trotzdem fies zu mir. Aber das lag bestimmt daran, dass das Mathemaaaatiker waren, und keine Menschen mit nettem Fach 😀 … also keine Panik :D)

        • Rolly schreibt:

          Moment! Mathematiker sind die liebsten Wesen auf der Welt! Die haben bloß ein kleines Problem: Sie können einfach nicht verstehen, dass sich andere Menschen nicht für Mathematik begeistern können oder gar dass andere Menschen Mathe einfach nicht verstehen. Aber sonst sind wir ganz brav, grosses Indianer-Ehrenwort… Frau Hilde und ich haben schon die Abmachung, dass wir uns im nächsten Leben durch Mathe und Deutsch gegenseitig helfen.

          • Tinalise schreibt:

            😀 das klingt nach einer sehr sinnvollen Abmachung, ja. 😉
            Na, die Mathematiker in meiner Prüfung waren wahrlich nicht so nett. Jedenfalls empfand ich es nicht als sonderlich nett, hinterher gesagt zu bekommen: „Ja, wir haben Ihnen da für ’nen Vorzeichenfehler 2 Punkte abgezogen… Also joooaa, Sie haben den zwar bemerkt, aber hm, also gezögert haben Sie ja schon.“ Pfff, da lob ich mir die schriftlichen Prüfungen, bei denen das zählt, was zuletzt da steht :/ Aber naja, wie gesagt: Trauma! 😀

      • teacheridoo schreibt:

        …was war denn der Prüfsvorsitzende für ein extrem..äh…sensibler (?)…Mensch? Man muss ja Croqs nicht mögen, aber fast explodieren vor Wut? Öchz.

        • frauhilde schreibt:

          Es handelte sich um den stellvertretenden Schulleiter. 😉
          Ich kann das insofern nachvollziehen, als das keine Kursarbeit war, sondern die mündliche Hochschulreifeprüfung. Das ist dann halt wirklich nicht irgendwas.
          Und dann kam E. mit einem „Ich hab NULL Bock“-Gesicht auf seinen Crocs da reingeschlurft.
          Sogar ich Jeans-T-Shirt-Tante hab das als sehr befremdlich empfunden!

  14. Eponine schreibt:

    Hihihi, göttlich 😀 Und von wegen nicht lustig… aber Matura ist auch nervenaufreibend – kann mir gut vorstellen, dass das auf für die Lehrer gilt! Kann mich gut dran erinnern, wie ne Freundin von mir da geflucht hat, wenn sie Maturaaufgaben vorbereiten musste (sie hatte Englisch).
    Bei meiner Matura musste ich mind. 15 Min. vor der Tür warten. Meine Lehrerin, die mir die 1. Prüfung abnahm, kam zu spät und ich durfte nicht hinein. Da stand ich also und wurde immer nervöser, bis sie dann endlich angejappelt kam mit den Worten „Tut mir sooooo leid, ich hab’s total vergessen, dass ich heute Matura hab!“ Ähm… ja…

    • frauhilde schreibt:

      Uah, ist das gruselig!! Wie kann man das vergessen??

      Also, bei uns gibt es feste Zeiten, die eingehalten werden müssen, da die Prüflinge während der Vorbereitungszeit alle in einem Raum sind. Und sie dürfen sich bei Blockprüfungen ja nicht sehen zwischendurch.

      • Eponine schreibt:

        Hm, also bei uns damals (ha, das klingt, als wär ich uralt^^) waren die Tische für die Vorbereitung im selben Raum, wo dann auch die Prüfung stattgefunden hat. Und da durfte man erst rein, wenn der Lehrer da war, der die erste Prüfung abgenommen hat.
        Und besagte Dame ist ein bisschen sehr arg verpeilt. Verlor beim reden oft das Ziel WEIT aus den Augen und wusste hinterher nimmer, wie sie dahin kam. Nunja.
        Aber vielleicht hat sich das inzwischen alles geändert?! Mit teilweise Zentralmatura und so…?

        • frauhilde schreibt:

          Als Nicht-Zentralabi-Bundesländerin kann ich das nicht beurteilen.
          Bei uns ist das logistisch nicht machbar mit der Vorbereitung in den Prüfungsräumen. Denn dort finden ja währenddessen schon Prüfungen statt. Deshalb werden die Kindlein in einem zentralen Raum gefangen gehalten und beaufsichtigt.

  15. Englischlehrerin schreibt:

    Ach, Frau Hilde, ich kann’s nachempfinden. Gut, wenn dann pro Gruppenprüfung wenigstens ein Schäflein beweist, dass man was lernen konnte im GK, und das auch noch in halbwegs angemessener Sprache hinbekommt. Bei uns hat übrigens ein Prüfer in der Prüfung „den B. gegeben“, allerdings mit Händeklatschen. Hat leider nichts genützt…..
    Zwei Fragen von einer, die auch D unterrichtet: Zu welchem Thema hast du denn die Venus eingesetzt? Und bei welcher Aufgabe war das weibliche Geschlechtsorgan zu benennen?

    • frauhilde schreibt:

      Wenn’s wenigstens geholfen hätte! So hatte es aber bestimmt Unterhaltungswert für euch, oder?

      Das war Vanderbekes „Muschelessen“. Es ging um das Symbol der Muschel.

  16. Seemädel schreibt:

    Danke für den Lacher am Abend 🙂

  17. frllehrerin schreibt:

    Ich musste herzlich lachen beim Lesen. Vor allem, weil ich vor ein paar Jahren selbst Abi hatte und vermutlich nicht minder intelligente Dinge von mir gegeben habe. 🙂

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