Von Technik und Kriegsfüßen

Montag, 5. Stunde.

T -2

Motiviert trappelt die Frau Hilde gen Zehner-Geschichtsraum. Nämlich wegen weil sie hat einen ganz primatollen Einstieg mit Smartboard und allem Drum und Dran geplant.

T +/-0

Die Frau Hilde schließt die Tür auf.

T+2

Alle Schüler sind da, sitzen an ihren Plätzen und harren gespannt der Dinge, die da kommen werden.

T+5

Der Laptop will nicht so recht. Genauer, er erzählt der Frau Hilde, dass er, bevor er zu arbeiten gedenkt, erst einmal trölfundachtzig Updates dingsen muss.

T+8

Der Laptop ist willig.

T+9

Der Laptop hat sich aufgehängt. Die Frau Hilde knirscht mit den Zähnen und wartet.

T+11

Die Frau Hilde wartet. Dreiundzwanzig ungeduldige Schüler auch. Aber es wird lauter.

T+13

Er geht!!

Die Frau Hilde klickt an, was anzuklicken ist.

T+14

Der Laptop hat sich aufgehängt.

T+17

Da, sagt Schüler N., hilft jetzt nur ein Neustart.

T+19

Laptop neu gestartet. Jetzt will er.

T+20

Laptop weigert sich, den USB-Stick zu erkennen.

T+21

Die Frau Hilde gibt es auf, den Laptop zum Stickerkennen zu überreden, und sucht Teile des Einstiegs im Internet.

T+22

Internet tut nicht.

T+24

Die Frau Hilde sagt einige sehr hässliche Dinge über Technik, verbittet sich Bemerkungen über Frau Hilde + Technik, weil sie diesmal wirklich, wirklich nichts dafür kann, und legt eine Folie auf den Overheadprojektor.

Fazit: 25 Minuten im Eimer; natürlich nicht fertig geworden mit dem Stoff.

Menno.

Bo-bo-borowski und all das. Sagt die Frau Hilde und bereitet jetzt eine langweilig-konventionelle Stunde vor.

 

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Über frauhilde

Chaostrampelndes Lehrerschusselchen
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28 Antworten zu Von Technik und Kriegsfüßen

  1. ullli23 schreibt:

    Folie geht immer, wenn nicht der Tageslichtprojektor… 😉

  2. Frau L schreibt:

    Ach, Frau Hilde, genau so isses.
    Diese Woche: 20 Minuten mit insgesamt 5 Personen (davon 4 im technikaffinen Alter unter 20) an Laptop, DVD-Player und Beamer gepfriemelt (während der Rest sich mit Arbeitsblättern beschäftigt). Ein Kabel baumelt lose zwischen den diversen Geräten, kann aber zugeordnet werden; trotz eines entsprechenden Schalters wird das Bild vom DVD-Player nicht über den Beamer angezeigt; Laptop fährt laaangsam hoch; DVD wird nicht erkannt, dann doch, aber Menü erscheint nicht, dann endlich Bild, aber noch kein Ton….. Schließlich können die knapp 7 Minuten von der Lehrbuch-DVD gezeigt werden; die Bearbeitung der Aufgaben dazu geht dann nur noch im Schnelldurchlauf. *seufz*

    • frauhilde schreibt:

      GE-NAU so isses!!
      Irgendwas is immer. Und wenn es das Boxenkabel ist, das irgendwo nicht richtig drinsteckt, wo man aber nicht drankommt, ohne sich Rücken, Bandscheibe, Oberschenkelhals und noch ein paar unschöne Kleinigkeiten zu holen …

  3. pimalrquadrat schreibt:

    Und genau deswegen hab ich mich bei allen(!) vieren(!) meiner GFS vor PCs und dergleichen gedrückt, das höchste der Gefühle war das TV-Gerät zur Deutsch- und Franz-GFS.
    Und genau deswegen hab ich mich im Praxissemester vor allem Technischen gedrückt, mit Ausnahme des TVs in Deutsch.
    Und genau deswegen hab ich mich im Studium um powerpoint gedrückt, bis auf das eine Mal zu Videospielen, wo es sich anbot, ne ppt samt Videos zu machen. 😀

    • tinatainmentia schreibt:

      Im Studium gedrückt? In Ba-Wü? :mrgreen: Glückwunsch, dann sind wir nicht an der gleichen Uni. Bei uns will jeder Hinz und Kunz eine PPP sehen, und mich nervt es unheimlich. Weil wegen bei mir läuft’s auch immer wie bei DFH und allgemein bin ich nicht der größte PPP-Fän.

      Letztens kam ich mit meinem apfeligen Gerät in die Uni für eine der zahlreichen PPPs, und ich war so stolz auf mich, denn ich brachte sogar meinen HDMI Adapter mit (!). Wat war los? Alle Beamer der Uni haben einen HDMI Anschluss. Aber nicht. der. in. meinem. Seminarraum. Kaboom. Immerhin war ich klug genug, auch noch die PPP auf einem Stick mitzubringen, konnte dann den Laptop eines Kommilitonen benutzen… der allerdings eine andere Version von PP hatte und obwohl ich meine PPP extra in zwei (!) Versionen abgespeichert hatte (merkt man, wie erfahren ich schon bin in diesen Kriegsfußgeschichten?!), war am Ende das ganze Format verschoben. Und die Headings, die bei mir alle in Großbuchstaben erscheinen und auf deren Eintippen ich dann keine Acht gegeben habe, sahen dann in etwa so aus: „DeaTh PeNaltY iN the uSa“. Aber immerhin tat es. Applaus, bitte.

      • frauhilde schreibt:

        *Applaus* 😉

        Unitechnik, die erfreut …

      • pimalrquadrat schreibt:

        Doch, doch, in BaWü. 😉
        Ist halt so, in Mathe läuft vieles noch richtig schön oldschool mit Tafel und Kreide. außer in den dezidiert (und deswegen maßlos überfüllten) Lehramtsseminaren, dort kommt powerpoint durchaus zum Einsatz. Wenn man es schafft, sich dort einen Platz zu sichern. Und außerhalb der Lehramtsseminare interessiert sich keiner dafür, ob du ppp benutzt oder nicht, wichtig ist allein das Fachliche. 😀

        In Deutsch sieht es da etwas anders anders aus. Aber ich habe es geschafft, mich dieser idiotie zu verweigern, einen 45-minütigen Vortrag zu halten, dessen Inhalt sich 1:1 auf dem Handout UND auf den PP-Folien wiederfindet. Was vor allem dann toll kommt, wenn das Seminar für 20 +/- 5 angelegt ist, aber 40+ drinsitzen und alle einen Vortrag halten wollen (müssen). Rein rechnerisch ist da kein Vortrag von 45 Minuten drin, aber daran stören sich manche Referenten oft nicht.
        Gut, ich würd nicht so weit gehen und behaupten, dass meine Vorträge erste Sahne waren, aber aus manchen ergaben sich doch interessante Diskussionen mit/unter den Teilnehmern, was ich ein Stück weit als Erfolg verbuche. 🙂

        Technikprobleme gab es auch bei uns, gerade auch dann, wenn Dozenten ihre VL mit ppp untermalten und die Technik nicht wollte.

        • tinatainmentia schreibt:

          😀 FAST hättest du mich gekriegt und ich hätte gesagt, ich beneide dich bzgl. Mathe… aber dann dachte ich: Näää, Mathe… Da is‘ nix mit Neid! 😆

          (@Deutsch-Schilderung: Welcome to my Uni life. 😉 Aber Englisch ist da fast noch mal ein Stückchen schlimmer. Frag mich nicht, wieso. PPPs kriegen die Dozenten meist alleine auf die Reihe, aber für Filmchen und sowas werden schön erst mal die Hiwis angerufen… Vielleicht wäre DAS die Lösung!? Ein Hiwi für DFH! :mrgreen: )

          • pimalrquadrat schreibt:

            Ach, Mathe macht schon Spaß. Man sitzt erst einmal in der Vorlesung und schreibt fleißig mit. Fragt sich aber gleichzeitig erst einmal nur: häh?!
            Ich hab nur 3-4 Vorlesungen erlebt, in denen ich geistig immer (gut) folgen konnte, das war ein Glücksgefühl, kann ich dir sagen. 😉

            Ach, weißt, die Dozenten in Deutsch lassen das von vornherein alles von Hiwis machen, und sind z.T. völlig verloren, wenn das Mikro mal nicht tut (Batterien, hust).

            Ein Hiwi für Frau Hilde? Da lässt sich doch sicherlich einer der Chaoten dafür begeistern! Und bittedankeschön der M, der dann immer dasteht und sein „Dappschädel“ brummelt, wenn die Technik mal wieder nicht will. :mrgreen:

            • frauhilde schreibt:

              NEEEEIIIIN!
              Ich würde doch M. nicht für solch niedere Dienste verbraten!
              Und einen sich aufgehängt habenden Laptop bringt der auch nicht zum Laufen.
              Ich könnte aber Chaot alias Nervensäge S. fragen. Der übrigens in einer größeren Stadt Mathe studiert. 😀 Hab ihn neulich getroffen.

  4. Corinna schreibt:

    Ach, Mann! Das tut mir echt leid. Top Vorbereitung und dann scheitert’s an der Technik! 😦
    Da fällt es mir echt schwer, „gefällt mir“ zu drücken, denn es gefällt mir natürlich nicht.

  5. Dubleee schreibt:

    Und so entstehen diese Schülereinschätzungen 😉 :
    http://halbtagsblog.de/2014/10/14/wie-gut-ich-mich-mit-computern-auskenne/
    Oh ja. Ich hab ja so ’ne smarte Tafel quasi für mich allein im Musikraum – fast. Irgendwie schafft es da aber auch dauernd jemand, die Tonausgabe zu verstellen, so dass ich suchen muss, ob und mit welchen Knöpfchen sie nun der Tafel oder der Verstärkeranlage zu entlocken ist. Und Musikvideos ohne Musik sind eher… mäh. Der Best-Checker-Kollege hat schon alles dolle beschriftet, laminierte Anleitung für Dummies ausgelegt und trotzdem. Wer lesen kann ist besser dran 🙂
    Liebe Grüße
    Anne

  6. Alex M. schreibt:

    Merke. lass den Sachaufwandsträger ordentliche Technik kaufen, stelle eine ordentliche Supportfirma ein, die die Technik wartet und Updatet und bilde dich an den Medien immer wieder fort, die du verwendest..und schwupps: kann man JEDEN Tag mit Whiteboard und PC unterrichten und verliert keine wertvolle Unterrichtszeit, sondern im Gegenteil: man gewinnt modernen Unterricht 🙂

    • frauhilde schreibt:

      Mit Whiteboard unterrichte ich sowieso jeden Tag. Wir haben nur noch in sehr wenigen Räumen Kreidetafeln.
      Star-/ Smartboards setze ich da ein, wo ich es als sinnvoll erachte und wenn es sich zeitlich lohnt.

  7. Herrlich! Also deine Schreibe! Und natürlich auch dass alles schiefgeht was kann … 😉

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