Von Dingen, die die Frau Hilde einfach mal loswerden musste

Dies hier geistert schon eine geraume Weile durch der Frau Hilde ihr wirres Hildehirnchen. Und eigentlich und aber, also jedenfalls, heute musste es dann mal raus. Wegen weil aus Gründen.

Und ja, also wegen weil eigentlich wollte die Frau Hilde nicht mehr bloggen. Ihr wisst, warum. Und deshalb hat sie das mit der Twitterei angefangen. Da hat sie in der Regel als die Frau hinter der Frau Hilde gepostet. Das war insofern von Vorteil, als der Frau Hilde ihr Blog ja recht unpolitisch war, dFhdFH aber nicht. Und da konnte – und kann – dFhdFH ihre Meinung zu aktuellen politischen Geschehnissen kundtun.

Die Frau Hilde hielt sich diesbezüglich auf diesem Blog immer zurück. Der Blog war für Schulerlebnisse oder Chaotenhilde-Erlebnisse gedacht. Das heißt nicht, dass dFH keine politische Meinung hat.

Wenn man so bei Twitter rumtwittert oder was immer man da halt macht, dann klickt man gerne mal hier und mal da und auch dort und auf jeden Fall also man landet oft auf Seiten, wo sich einem die ergrauenden Haare sträuben, wenn man sie liest.

Übersetzt und in Langversion, weil kurz und übersichtlich und klar ausgedrückt kriegt es die Frau Hilde ja nie hin:

Die Frau Hilde lebt in einem nicht so dollig großen Dorf. Es ist nicht eins, in dem die Welt noch in Ordnung ist, aber es ist eins, in dem Menschen leben, die überwiegend mit dem gesegnet sind, was man gemeinhin als „gesunder Menschenverstand“ bezeichnet.

Und dann liest die Frau Hilde bei Twitter rum, und dann liest sie Sachen, die sie einfach nur fassungslos ob so viel Hass zurücklassen.

Die Frau Hilde versteht einfach nicht, wie man Menschen, die man nicht kennt, deren Schicksale man nicht kennt, so derart verachten und hassen kann.

Die Frau Hilde versteht nicht, wie man Menschen, die einfach nur normal sind und Dinge hinterfragen und nicht einfach nur hinnehmen, als „Gutmenschen“ beschimpfen kann.

Die Frau Hilde versteht, wo wir gerade dabei sind, nicht, wieso „Gutmensch“ ein negativ belegter Begriff sein soll. Sollten wir nicht alle Gutmenschen sein?

Die Frau Hilde versteht nicht, wie krank man sein muss, um Begriffe aus dem Dritten Reich wieder salonfähig machen zu wollen.

Die Frau Hilde versteht nicht, wie dumme Menschen (und das meint nicht den Bildungsgrad, sondern die Einstellung), denen es schon länger nicht gut geht, die Schuld daran auf Menschen schieben können, die noch gar nicht so lange in diesem Land sind.

Die Frau Hilde versteht nicht, wie verrottet die Moral solcher Menschen ist, die andere als „Wirtschaftsflüchtlinge“ bezeichnet. Was ist ein Wirtschaftsflüchtling? Das ist einer, der aus seinem Land flieht, weil er hofft, dass sich seine Lebensumstände in einem anderen Land verbessern, oder? In anderen Worten, das ist genau das, was WIR ALLE versuchen würden, wenn wir nicht das, Pardon, verfickte unverdiente unverschämte Glück gehabt hätten, in diesem reichen und schönen Land geboren worden zu sein, sondern, was weiß die Frau Hilde, in Eritrea auf einer Müllhalde.

Eine Freundin von der Frau Hilde hat mal einen einfachen, aber weisen Satz gesagt: „Jeder sollte seinen Syrer kennen.“ Damit meinte sie, dass persönliche Begegnungen helfen, Angst und Hass zu überwinden.

Der Frau Hilde ist noch etwas anderes wichtig: Sie ist überzeugte Anhängerin des politischen (meint nicht des wirtschaftlichen!) Systems hier, seine Verfassung (i.e. GG) eingeschlossen. Und sie ist der Überzeugung, dass man, wenn man nach Deutschland kommt und da auch bleiben möchte, akzeptieren muss, dass es Rechte gibt, die zu respektieren sind. Dass Frauen gleichberechtigt sind beispielsweise. (Den Teil des Grundgesetzes sollte das eine oder andere AfD-Mitglied auch nochmal ganz dringend durchlesen!)

Und wenn man nicht bereit dazu ist, dann ist dieses Land wohl nicht das richtige für einen.

So. Das war jetzt ein vermutlich sehr wirrer Eintrag. Andererseits seid ihr das von der Frau Hilde gewohnt.

Was die Frau Hilde damit sagen wollte, ist ungefähr das: Dieser Hass, dieser Rassismus (von, und ja, das ist WIRKLICH böse, Leuten, die „damals“ vermutlich auch durch sämtliche Raster gefallen wären) widern sie an. Und das musste mal raus. Und zwar in mehr als 140 Zeichen.

 

Was heißt das jetzt fürs Blögle?

 

Die Frau Hilde weiß es nicht, ehrlich nicht.

Twittern reicht ihr definitiv nicht. Aber regelmäßig bloggen wird wohl realistisch betrachtet auch nicht hinhauen.

Deshalb mal so viel: Es wird hier hin und wieder Beiträge geben, auch wieder „typisch Hild’sche“, allerdings nicht regelmäßig.

So. Und jetzt guckt die Frau Hilde mal nach ihrer Wäsche. Ja.

Bo-bo-borowski und all das.

 

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Über frauhilde

Chaostrampelndes Lehrerschusselchen
Dieser Beitrag wurde unter Der Leben an sisch, Dinge, die die Welt nicht wissen musste, So Zeugs veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

16 Antworten zu Von Dingen, die die Frau Hilde einfach mal loswerden musste

  1. Gretel schreibt:

    Applaus Applaus! 😀

  2. Hildefan schreibt:

    Da unterschreib ich jedes Wort!

  3. xayriel schreibt:

    Den Beitrag würde ich gerne viel öfter liken als nur einmal!
    Leider gab es diese engstirnigen dummen Menschen immer schon, nur durch das Internet werden sie plötzlich sichtbar. Und die Flüchtlinge sind die willkommene Spezies, auf die man herabschauen kann, um sich selber besser zu fühlen. Früher waren das die Hartzis oder die Bettler oder Berlin Tag & Nacht, aber der vereinende Hass auf die Fremden ist doch so viel praktischer!

    • frauhilde schreibt:

      Danke!
      Und ich unterschreib das genau so (und es ist viel tolliger geschrieben als mein wirrer Beitrag!).
      Durch das Internet werden sie sichtbar, und sie nutzen die Scheinanonymität, um ihre Hassbotschaften öffentlich loszuwerden.
      Vielleicht sollte man das einfach ignorieren, aber das kann ich einfach nicht.

      • xayriel schreibt:

        Oh, danke für das Kompliment!
        Ignorieren bringt nichts, wenn kein Gegenwind kommt, dann denken die, dass es ok ist, was sie da verbreiten. Die Echokammern dieser Kleingeister sind auch so schon erschreckend groß.

  4. frlkaethchen schreibt:

    Die Frau Hilde spricht mir aus der Seele!
    Danke!
    Btw: mir fallen ziemlich viele Dinge auf (im Umgang mit Menschen, mit Ämtern, mit Dingen), bei denen ich denke: so hab ich das nicht gelernt, das entspricht nicht meiner Vorstellung von diesem Land. Aber: das ist alles hausgemacht, das hat mit keinem einzigen Menschen, der hier Schutz sucht, zu tun. Und da tut die Antwort dann möglicherweise weh.
    So, jetzt muss ich Fassenacht weiter schauen…

    • frauhilde schreibt:

      Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich dich richtig verstehe; so, wie ich das jetzt verstanden hab, ist es halt so, dass ich ja nicht sagen wollte, dass alles perfekt ist. Manches ist von perfekt ganz weit weg, und da müssen meiner Meinung nach auch Konsequenzen gezogen werden. Aber ich find halt, jeder von uns muss sich ab und zu hinterfragen und sich fragen, ob er nicht gerade pauschalisiert oder so. Arghs, ich krieg’s nicht ausgedrückt. Weißt du, wie ich mein?

  5. Bettina Gleier schreibt:

    danke!
    und bloss, weil ich nicht rumbrülle, heisst das nicht, dass ich keine meinung hätte.

  6. Corinna schreibt:

    Jaaaaaaaaa…. sie lebt noch! … und sie spricht mir voll aus dem Herzen! Ich bin eine bekennende „guter Mensch sein Wollende“ und sehe ebenfalls nicht, was daran verkehrt sein sollte. Und ich finde, dass man auf jeden Fall jedem Menschen das Recht gewähren muss, zu prüfen, ob er hilfe- und schutzbedürftig ist, und das dann auch zu gewähren oder eben abzulehnen. Die Entscheidungsfindung müsste nur viel schneller gehen.

  7. Frau Sport schreibt:

    Sie ist wieder da! Und spricht so viel Wahres. Tja nun, leider gibt es genügend Hohlköpfe, bei denen für’s Röntgen schon ein Teelicht genügt. Schön, dass dFH da mal Tacheles redet…

  8. Rolly schreibt:

    Liebe Frau Hilde,

    ach was freue ich mich dass ich den Link noch nicht gelöscht habe. Als unverbesserlicher Gutmensch von mir volle Zustimmung. Ich freue mich dass es sich lohnt noch ab und zu bei Ihnen vorbei zu schauen.

    Ihr Rolly

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